Über Meinl nach Zürich zur Hypo-Kärnten

12. April 2011, 18:08
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Hausdurchsuchungen zur Causa MEL in Zürich - Langes Warten auf Dokumente

Im Visier der Hausdurchsuchungen in der Schweiz und in Liechtenstein standen auch Privat- und Firmenadressen ehemaliger Vorstandsmitglieder der Meinl-Gesellschaften Meinl Europen Land (MEL), Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI). Insgesamt nahmen an dem Einsatz mehr als 50 Ermittler der Polizei- und Finanzbehörden sowie Staatsanwaltschaften dreier Länder (Österreich, Schweiz und Liechtenstein) teil.

Auch der Staatsanwalt in der Causa Meinl, Markus Fussenegger, und der seit kurzem zuständige Ermittlungschefs des Landeskriminalamts waren dem Vernehmen nach mit von der Partie.

In der Causa MEL wird gegen Julius Meinl V. und Meinl-Bank-Chef Peter Weinzierl und andere wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue ermittelt. Die Beschuldigten weisen das zurück und es gilt die Unschuldsvermutung. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die MEL-Zertifikatsrückkäufe, die im Jahr 2007 über komplexe Konstruktionen abgewickelt wurden - die Aktie stürzte in der Folge massiv ab.

Zwei der damaligen MEL-Direktoren, Georg Kucian und Heinrich Schwägler, gegen die ebenfalls ermittelt wird, fallen unter den Begriff "Personenidentitäten". Von dem Begriff sprach die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung zu den Hausdurchsuchungen in der Causa Buwog und Meinl am Dienstag.

Einer der beiden MEL-Direktoren hatte nämlich auch in der Schweizer Ferint AG eine Funktion; und da schließt sich der Kreis zur Causa Buwog/Grasser. Über ein Konto der Ferint soll das Genussscheininvestment von Karl-Heinz Grassers Schwiegermutter in die Hypo Alpe Adria geflossen sein.

Der ehemalige Finanzminister war ja selbst auch Beschuldigter in der Causa Meinl - Unterabteilung Meinl International Power. Diese Ermittlungen wurden aber wie berichtet vor längerem eingestellt.

Zum Stichwort Zeit: All die Unterlagen, die nun in Form von Festplatten und Dokumenten beschlagnahmt wurden, werden den Ermittlern noch lange nicht zur Verfügung stehen. Sie werden vor Ort versiegelt und verwahrt - zu rechnen ist damit, dass die Betroffenen Rechtsmittel gegen die Beschlagnahme erheben. Bis die ausgefochten sind, dauert es mindestens Monate, manchmal auch länger. Bis Juli (da will die Ministerin Endergebnisse sehen) wird sich das nicht ausgehen. (bpf, gra, DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2011)

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