Volkszählung: Eine Million sind seit der Wende weg

12. April 2011, 18:02

Geburtenrückgang, Auswanderung und eine massive Entvölkerung weiter Landstriche

Als Michail Gorbatschow 1985 in Moskau das Ruder übernahm, war der sozialistische Bruderstaat Bulgarien demografisch zumindest auf dem Höhepunkt. Knapp neun Millionen Bulgaren gab es damals. Danach ging es nur bergab - mit der Sowjetunion wie mit Bulgarien. Die Bevölkerung im ärmsten Land der EU ist seit der Wende um mehr als eine Million geschrumpft. Genau 7.351.234 Bulgaren hat das nationale Statistikamt nun gezählt. Geburtenrückgang, Auswanderung und eine massive Entvölkerung weiter Landstriche des Balkanstaats lassen sich an der jüngsten Volkszählung ablesen.

Vor allem im Nordwesten und in der Mitte des Landes haben viele Bulgaren in den letzten zehn Jahren ihren Städten und Dörfern den Rücken gekehrt, weil sie keine Arbeit mehr fanden. In Vidin zum Beispiel, wo derzeit die zweite Brücke über die Donau nach Rumänien gebaut wird, ist ein Viertel der Bevölkerung weg. Zurückgeblieben sind meist Pensionäre.

Die Altersgruppe über 65 zählt nun knapp eineinhalb Millionen Menschen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht etwa den Verhältnissen in Westeuropa. In Bulgarien sind sie jedoch ein Heer von Armen: Bei Pensionen von umgerechnet 75 bis 200 Euro im Monat und Medikamentenkosten um die 50 Euro bleibt wenig zum Leben. Mit 1,27 Mio. Einwohnern ist Sofia weiter die größte Stadt vor Plovdiv und Varna (jeweils 330.00 Einwohner). Die Volkszählung zeigte auch, dass mehr als eine Million tote Bulgaren im Wahlregister stehen. (Markus Bernath aus Sofia/DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2011)

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14 Postings
Sunny Boy3
20
17.4.2011, 22:00
Aber doch EU-reif dieses Land..

Ist doch ein Witz so ein Land in die EU aufzunehmen..
In allen grossen West-Europäischen Städten ist die
Rumänische und Bulgarische Mafia präsent..

Aber unsere populistischen-Politiker haben nur ein Thema: Der Türkei-Beitritt..

Dabei ist die Gefahr schon längst da!

Hans Hansen
00
23.4.2011, 16:40

Alarm!

Dame Gruev
01
18.4.2011, 21:35
EU-Mitglied seit 2007!

Sie platzen gleich vor Neid. Brauchen Sie aber nicht. Die Türkei hat auch ihre Chance. Das Land muss nur die Beitrittsbedingungen erfüllen, vor allem sich säkularisieren, die Rechte der jahrtausendelang unterdrückten Christen beachten, die Rechte der Minderheiten (Kurden) stärken, das EU-Land Zypern anerkennen, die wirtschaftliche Blockade Zyperns (EU-Land) aufheben, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und vieles mehr, und dann ist das Land dabei. Die Türkei muss endlich ihre Hausaufgaben schreiben und nicht immer den anderen (Bulgarien und Rumänien) die Schuld geben. So einfach ist es.

Neqrodamus
51
14.4.2011, 19:24
Ein Wahnsinn!!

Dank dieser Völkerwanderung rauben und stehlen sich jetzt 1 million Bulgaren durch Österreich! Gratuliere, liebe SPÖ, GUT GEMACHT!!

Good bye SPÖ/Grün!

Der Kluge
00
15.4.2011, 17:09

Schau dir einmal die Geburtenrate der Bulgaren an. Diese Volk wird genauso wie das deutsche verschwinden, diese Kultur ist gescheitert.

Eine Gesellschaft mit einer Geburtenrate von unter 2,1 wird früher oder später von einer anderen ersetzt, mag diese auch noch so primitiv sein. Wir Deutsche haben wie die Bulgaren 1,5Kinder/Frau. Das Ende dieser unserer Geschichte wurde bereits geschrieben.

pipi pipifax
00
15.4.2011, 13:59

ihnen koennte professionellerseits geholfen werden. sie muessten's nur zulassen.

Wolfgang Gleich
 
10
14.4.2011, 07:35
Wo ist das Problem?

Gerade wird doch in Libyen und der Elfenbeinküste gemordet, um Afrika Demokratie und Menschenrechte zu bringen. Und bekanntlich ist ein grundlegendes Menschenrecht die Freizügigkeit - das Recht, sich überall auf der Welt anzusiedeln, wo man möchte. Oder habe ich da etwas missverstanden?

wuzel74
00
14.4.2011, 15:21

Du hast da was missverstenden.

egal9
13
13.4.2011, 23:53

Auf eine ähnliche Zahl kommt man auch bei der DDR.
Seit der Wende sind (absolut) 2 Mio. Ostdeutsche ausgewandert (vorwiegend in die alten Bundesländer). Und das bei ca. doppelt so vielen Einwohnern wie Bulgarien.

zombie69
 
41
13.4.2011, 15:21
Was heisst weg

Diese sind jetzt einfach anderswo, zB. in A. Aber in A hats ja genügend Arbeitsplätze, volle Staatskassen, genügend Sozialwerke etc. dass man deswegen auch noch die Grenzen voll öffnen kann nach dem 1. Mai. Mal sehen was dabei rauskommt, man sollte sich aber besser darauf einstellen den gürtel zukünftig enger schnallen zu müssen.

pipi pipifax
10
15.4.2011, 14:00

genau, die sind sicher alle, alle nach a. gewandert.

Dame Gruev
13
13.4.2011, 21:52
Schwachsinn!

Die meisten sind in den ersten Jahren nach der Wende 1989 in die USA und Kanada ausgewandert, wo sich die größte bulgarische Diaspora befindet. Viele der Auswanderer leben heute in Spanien, Griechenland, Italien und Portugal, wo diese definitiv herzlicher aufgenommen worden sind, singulär in Deutschland und Niederlande.

„zB. in A.“ kommt bestimmt keiner! Wichtigtuerei!

uruguay
 
03
13.4.2011, 08:31
Dramatisch

Solcher Bevölkerungsschwund ist auch in Griechenland, Serbien, in vielen westeuropäischen Staaten zu beobachten! Jedoch ist Bulgarien wohl extrem daran betroffen!
Ich denke, es hängt auch neben der Armut an der Einstellung der jüngeren Menschen, die mehr und mehr egoistischer werden, alte Traditionen kaum ausleben und pflegen,aber nicht nur in BG!

Chris Quast
01
13.4.2011, 12:44

serbia
http://en.wikipedia.org/wiki/Demo... _of_Serbia

war mir gar nicht so bewusst. abzug ist glaube ich auch groß. in den usa, sind die serben einer der größten gruppen bei den asylanten.

griechenland ist vom natürlichen wachstum her noch relativ stabil
http://en.wikipedia.org/wiki/Demo... _of_Greece

zum vergleich österreich
http://en.wikipedia.org/wiki/Demo... 00_.5B1.5D

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