Und die Kunst blickt zurück

12. April 2011, 17:03
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Ausstellung im Lentos

"You waste 20 Dollars - zero visibility!" Experimentalfilmer Siegfried A. Fruhauf erinnert sich gut an die warnenden Worte des Mannes im Aufzug, als er die Aussichtsplattform des Empire State Buildings erklomm. Er selbst sah "so ein schönes Weiß, wie eine leere Leinwand".

Genau das zeigt Zero Visibility - Observation Deck: eine Plattform ohne touristisch verwertbare Aussicht. Der Inkjet-Print auf Büttenpapier ist eine der sechs Arbeiten der Schau Expedition Lumiere, die Fruhauf gemeinsam mit Kurator Magnus Hofmüller konzipiert hat. Das Format Raum Lentos würdigt die versteckten, vergessenen, schwer bespielbaren Ecken eines Museums und spielt mit architektonischen Gegebenheiten. Fruhauf wiederum spielt mit diesen Anforderungen.

Als Rauminstallation im Auditorium des Lentos' wird The Landing gezeigt, eine Super-8-Aufnahme der Hubschrauberlandung Barack Obamas in New York 2009. In der Position eines Schaulustigen beobachtet der Künstler die Beobachter: Polizisten und Sicherheitsleute hinter den getönten Scheiben des Präsidentenhelikopters. An der Decke der Lentos-Liftkabine wiederum beobachtet das Großformatdia Private Eye die Fahrgäste.

In der Schau erwidert die Kunst nicht nur den Betrachterblick, sondern startet damit auch die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt in einer Ausstellung. (wkh/DER STANDARD, Printausgabe, 13. 4. 2011)


Bis 24. 4., Lentos Linz

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