Holzhändler Paul Ceglia erhebt Anspruch auf mindestens die Hälfte von Facebook

12. April 2011, 17:50
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Alle wollen ein Stück vom Milliardenkuchen Facebook

Wer sich an den Namen Paul Ceglia erinnert, hat wohl den Gerichtsfall gegen Facebook vom Jahr 2003 nicht vergessen. Der Programmierer zog damals mit einer Klage gegen Mark Zuckerberg vor Gericht und behauptete, ihm gehören 50 Prozent des Unternehmens.

Anfechtung

Nun fechtet Ceglia das damals abgeschmetterte Urteil an, schreibt Business Insider. Der Kläger ist kein unbeschriebenes Blatt: Im vergangenen Jahr wurden der selbsternannte Facebook-Miteigentümer und seine Frau außerdem wegen schweren Diebstahls in Zusammenhang mit seinem Holz-Unternehmen verhaftet. 

Klage gegen Zwillinge 

Gerade hatte ein New Yorker Bundesgericht den Fall der Brüder Cameron und Tyler Winklevoss zugunsten Facebook entschieden (derStandard.at berichtete), und schon muss sich das Soziale Netzwerk erneut vor Gericht behaupten. Paul Ceglia fordert die Hälfte des Facebook, das derzeit mit 20, 50 oder 65 Milliarden Dollar bewertet wird. Der Unternehmenswert variiert. Der New York Times zufolge schätzt die US-Investment Bank Goldman Sachs Facebook auf 50 Milliarden Dollar. Im März soll der Firmenwert 65 Milliarden Dollar betragen, schreibt der Spiegel.

Neue Vorwürfe

Ceglia gibt an, er habe 2003 eine Summe je 1000 Dollar für die Entwicklung der beiden Projekte „StreetFax" und „The Face Book" von Mark Zuckerberg erhalten. Dafür habe der Facebook-Gründer einen Vertrag unterzeichnet, in dem Ceglia zu 50 Prozent beteiligt sei. Mit der Vorlage einiger E-Mails, die er laut eigenen Angaben 2003 und 2004 mit Zuckerberg ausgetauscht hatte, will der Kläger seine Beweislage erhärten. Zuckerbergs Anwälte weisen alle Vorwürfe sowie die vorgelegten E-Mails und Vertrag als Fälschungen zurück. Auf den Anspruch, für jeden Tag, den sich die Seite verzögere, ein weiteres Prozent zu erhalten, verzichtet Ceglia. Laut Vereinbarung sollte die Website am 1. Jänner 2004 gelauncht werden, am 4. Februar war es schließlich soweit.

Folgen auf Winklevoss-Urteil

In den E-Mails soll Zuckerberg seinem vermeintlichen Partner Ceglia von zwei Burschen aus Harvard berichten, die an einem ähnlichen Projekt tüfteln und sie sich deshalb sputen müssten. Inzwischen würde er sie „hinhalten". Die Rede ist von den Winklevoss-Zwillingen, deren verlorener Fall eine neue Perspektive bekommen könnte. Vorausgesetzt die E-Mails stellen sich als echt heraus. Dann kann auch Ceglia auf einen profitablen Vergleich hoffen. (ez, derStandard.at, 12.04.2011) 

Der WebStandard auf Facebook 

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    Facebook-Gründer Zuckerberg

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