Auch in Hoffenheim wird ein Job frei

12. April 2011, 15:55
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Nach 100 Tagen im Amt wurde Trainer Pezzaiuoli das Ende seines Engagements per Saisonende mitgeteilt

Sinsheim - Nach exakt 100 Tagen sieht Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim keine Perspektiven mehr mit Cheftrainer Marco Pezzaiuoli. Der zu Amtsbeginn im Januar noch viel gepriesene Coach muss den Klub am Saisonende verlassen. Manager Ernst Tanner teilte Pezzaiuoli die erwartete Entscheidung nach einer Krisensitzung am Dienstag mit. Der Nachfolger soll Holger Stanislawski, derzeit St. Pauli, heißen.

Die negative Bilanz spricht für sich. Nur ein Sieg in den zurückliegenden acht Partien (sowie in Freiburg die vierte Auswärtspleite in Folge trotz Führung und einer knapp 60 Minuten dauernden Überzahl) - außer seinem bis 2014 laufenden Vertrag sprach zuletzt kaum noch etwas für Pezzaiuoli.

"In der Bundesliga wird man an Punkten gemessen. Unser Schnitt ist ein Punkt pro Spiel. Das ist viel zu wenig", sagte Manager Tanner, der den ehemaligen Rangnick-Assistenten erst am 2. Januar zum neuen Cheftrainer befördert hatte. Auch Mäzen Dietmar Hopp war mit dem wenig berauschenden Ergebnissen äußerst unzufrieden. "Insgesamt ist unser Abschneiden in der Rückrunde sehr enttäuschend", erklärte der Milliardär.

Allerdings war der frühere U17-Nationaltrainer Pezzaiuoli in der Rückrunde besser als sein Vorgänger Rangnick in den Jahren zuvor. Pezzaiuoli holte aus zwölf Rückrundenspielen zwölf Punkte, Rangnick hatte 2009 zehn Punkte, 2010 sogar nur neun Punkte in der Rückserie auf der Habenseite.

"Wir hatten einen großen Umbruch, neue Spieler, eine neue Hierarchie, das dauert. Ich hatte die Probleme erkannt und im Winter noch einen Sechser und einen Mittelstürmer gefordert, aber das war nicht machbar", argumentierte Pezzaiuoli.

Nun soll Stanislawski kommen. Stanislawski soll eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag haben, wonach er die Hamburger am Saisonende für eine Ablöse von 250.000 Euro verlassen kann. "Ich weiß, was ich in der kommenden Saison machen werde. Wenn es etwas mitzuteilen gibt, werde ich das tun", sagte der Kandidat, der mit seinem derzeitigen Team mitten im Abstiegskampf steckt. (sid/red)

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    Marco Pezzaiuoli ist ab sofort eine lahme Ente.

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