Katzav beruft gegen Haftstrafe

12. April 2011, 15:37
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Verteidiger: Urteil basiert auf falschen Vorwürfen

Jerusalem - Der wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung zu sieben Jahren Haft verurteilte ehemalige israelische Staatspräsident Moshe Katzav will gegen das Urteil vor das Oberste Gericht ziehen. Katzav wolle am 7. Mai vor der höchsten Gerichtsinstanz Berufung einlegen, berichtete die Zeitung "Jerusalem Post" unter Berufung auf einen seiner Anwälte, Avigdor Feldman. Dabei werde der frühere Likud-Politiker zugleich Aufschiebung seines Haftantritts beantragen. Dieser ist für den 8. Mai vorgesehen. Laut dem Bericht will sein Anwalt argumentieren, das Urteil stütze sich auf unwahre und widersprüchliche Vorwürfe.

Nach einem spektakulären Prozess hatte ein Gericht in Tel Aviv Katzav am 22. März zu sieben Jahren Haft, zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von umgerechnet 20.000 Euro verurteilt. Die Richter sprachen den inzwischen 65-Jährigen wegen der zweifachen Vergewaltigung einer ehemaligen Mitarbeiterin und der sexuellen Belästigung zweier weiterer Angestellter während seiner Amtszeit als Tourismusminister in den 1990er Jahren und während seiner späteren Präsidentschaft schuldig. Katzav weist alle Vorwürfe zurück. Auch wurde ihm Behinderung der Justiz angelastet.

Wegen der Vorwürfe war Katzav 2007 als Staatsoberhaupt zurückgetreten, hatte aber seine Unschuld beteuert. Der Likud-Politiker war im Juli 2000 vom israelischen Parlament völlig überraschend für eine Amtszeit von sieben Jahren zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Dabei besiegte er den Favoriten und Kandidaten der Linken, Shimon Peres. Seit der Anklageerhebung im Jänner 2007 hatte er auf die Amtsausübung verzichtet. Am 15. Juli 2007 trat der von der Knesset gewählte Shimon Peres die Nachfolge an der Staatsspitze an. (APA)

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