15 Jahre Haft für Mord an Callgirl

12. April 2011, 15:26
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Verteidigung legte Nichtigkeitsbeschwerde ein

Mit einem Schuldspruch hat der Mordprozess gegen Stefan K. am Dienstag am Wiener Landesgericht geendet. Dem 21-Jährigen wurde vorgeworfen, im August 2010 eine 22-jährige Prostituierte mit 38 Messerstichen getötet zu haben. Das Urteil der Geschworenen: 15 Jahre Haft. Die Verteidigung legte Nichtigkeitsbeschwerde ein. Der Angeklagte zeigte sich geständig. Er bestritt aber, die Tat geplant zu haben.

K. hatte Kontakt zu einem Escort-Service aufgenommen und dort die 22-jährige Lucia R gebucht. Beim ersten Treffen im Mai 2010 im Hotel Orient sei es zwar zu Sex gekommen, "aber wir haben uns auch lange unterhalten", sagte K. In den kommenden Monaten hatten die beiden beinahe täglich Kontakt. Ab und zu half er ihr auch mit Geld aus oder erledigte Reparaturarbeiten in der Wohnung der 22-Jährigen. Sexuellen Kontakt hatte er keinen mehr mit ihr.

Klappmesser mitgenommen

Was genau am 21. August passiert ist, ist nicht klar. Fest steht, dass sich K. mit dem Callgirl ausgemacht hatte, "Sex gegen Geld" zu haben. Zu dem Treffen in der Wohnung der Frau nahm er allerdings eine Badeshort und ein Hemd zum Wechseln sowie ein Klappmesser mit. "Ich fühlte mich bedroht", sagte K. Die Prostituierte erzählte dem Angeklagten von Problemen mit ihrem Freund und dass sie sich von ihm trennen wolle. Daraufhin gestand der 21-Jährige seine Liebe und schlug vor, dass er doch nun den Platz des Freundes einnehmen könne.

R. reagierte allerdings anders, als es der Angeklagte erwartet hatte. "Sie fragte mich, was ich mir einbilde, dass sie jemanden Besseres als mich verdient und mit mir nur zusammen ist, weil ich ihr Geld gebe", sagte K. "Sie hat mich ausgelacht, sich lustig gemacht über mich", sagte der 21-Jährige. Daraufhin zückte er ein Messer. "Ich wollte, dass sie mir zuhört", meinte er. Insgesamt stach der Angeklagte 38-mal auf die Prostituierte ein.

Anzeige erstattet

Nach der Tat zog K. sich um und setzte Kleidungsstücke der Frau und Vorhänge in Brand. Dass er damit seine Spuren verwischen wollte, bestritt er. "Ich wollte, dass sie wer findet und ihr hilft", meinte der Angeklagte. Zu Hause erklärte er, dass seine Verletzungen von einem Überfall stammten. Gemeinsam mit seinem Vater erstattete er bei der Polizei sogar Anzeige. "Ich habe mir selbst eingeredet, dass er wirklich so war", sagte er. Die Polizei kam schließlich über die Auswertung der Handydaten auf die Spur des Mannes. Ein Urteil wurde für den Nachmittag erwartet. (APA)

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