Seestadt-Pioniere zwischen Wunsch und Wirklichkeit

19. April 2011, 09:14
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Mehrere Baugruppen bemühen sich darum, Mitglieder für Projekte in Aspern zu finden. derStandard.at hat zwei davon besucht - Reportage

Ein Erdgeschoß-Sitzungsraum im zweiten Wiener Gemeindebezirk, an einem Abend Mitte März. Draußen fällt der Regen, drinnen wird diskutiert: über Grünflächen, Raumaufteilung, Vereinsstatuten und die darin enthaltenen "Werte", sowie Finanzierungsfragen. Manche Fragen gehen sehr ins Detail, andere haben das große Ganze im Blick. Und das Ganze, das ist tatsächlich etwas Großes: Die Gruppe, die sich hier alle zwei bis vier Wochen regelmäßig trifft, will ein Haus bauen. Gemeinsam.

Die Stadt Wien stellt in der künftigen "Seestadt Aspern" in Wien-Donaustadt neben zahlreichen Genossenschaften, die dort Wohnhäuser für 20.000 Menschen errichten sollen, ein einzelnes Baufeld auch privaten Baugruppen zur Verfügung. Diese günstige Gelegenheit wollen gleich mehrere Gruppen nützen, um ihr Wunschprojekt in die Realität umzusetzen. Doch wie lauten die einzelnen Wünsche, und wie können sie am besten in Aspern, auf der jetzt noch grünen Wiese, realisiert werden?

30 Parteien in einem Haus

Nur wenige Kilometer Luftlinie sind es von der Schiffamtsgasse in Wien-Leopoldstadt, wo die Treffen der Baugruppe "Seestern" stattfinden, zum ehemaligen Flugfeld Aspern. Dort soll die "Seestadt" schon 2013 erste Konturen annehmen; die Arbeiten am später namensgebenden See sind bereits weit fortgeschritten. Dennoch ist es für die Mitglieder der Baugruppe, die hier ein 30-Parteien-Wohnhaus bauen will, noch ein sehr weiter Weg dorthin - das wird beim Sitzungsbesuch von derStandard.at rasch klar.

Einige der zehn Anwesenden dürften schon als Fixstarter gelten, sie sind seit vielen Monaten dabei. Für die Mehrheit ist es aber die erste Teilnahme, sie wollen sich erst einmal im Detail informieren, was das Bauen in einer Baugruppe bedeutet. Dabei drängt die Zeit schon einigermaßen: Mitte Mai, erklärt Gruppen-Koordinatorin Petra Hendrich von der Plattform "parq", sollte die Baugruppe eine "kritische Größe" erreicht haben, um vom Wohnservice Wien als Verein mit ernstzunehmenden Absichten wahrgenommen zu werden. Die kritische Größe, das sind zumindest ein Drittel der späteren Hausparteien, also zehn fixe Mitmach-Bauherren vulgo Vereinsmitglieder.

Vermittlung oder Versöhnung?

Einer davon ist Georg, Ende vierzig und innerhalb der Gruppe mit der Koordinierung der Vereinsstatuten betraut. Er hat sich seit der letzten Sitzung mit den Statuten vergleichbarer Projekt-Vereine vertraut gemacht und berichtet nun darüber. Erzählt, wie die Betreiber der "Sargfabrik", einer 1996 bezogenen Gemeinschafts-Wohnanlage in Wien-Penzing, als Vereinszweck auch ein "kulturelles Zentrum" festgeschrieben haben. Das wäre dann wichtig, wenn im Wohnprojekt Seestern später auch Konzertabende, Lesungen und dergleichen stattfinden sollen. "Planen wir dann vielleicht auch einen eigenen Veranstaltungsraum mit ein?", fragt er in die Runde.

Dann liest er aus den Statuten der Gemeinschaft "B.R.O.T." vor - ein Verband mehrerer Baugruppen, die auf der Basis gemeinsamer christlich-sozialer Wertvorstellungen bereits mehrere Wohnprojekte realisiert hat. Dort gibt es etwa ein in den Statuten festgeschriebenes "Versöhnungsteam", das im Fall von Streitigkeiten als Schiedsgericht auftreten soll. Eine wichtige Einrichtung, da sind sich alle potenziellen "Seestern"-Mitglieder einig. Nur mit dem Namen ist man nicht ganz einverstanden, Georg schlägt die Bezeichnung "Vermittlungsteam" vor. Es ist eine scheinbare Detailfrage, die aber wichtig für das Grundgerüst des gesamten Projekts, die Vereinsstatuten, ist und dementsprechend diskutiert werden sollte.

Mietobjekt oder Wohnheim?

Freilich sind zuvor auch viel grundlegendere Fragen noch zu klären. Etwa jene, ob man ein Miet-Objekt oder ein Wohnheim-Projekt bei der Stadt Wien einreichen will. "Diese Entscheidung muss möglichst bald fallen", erklärt Georg. Ein Mietobjekt - wenn also der Verein als Bauträger das Haus errichtet, die Vereinsmitglieder den Bau finanzieren, dann aber "nur" Mieter ihres eigenen Objekts sind - wird höher gefördert, hätte aber den "Nachteil", dass man sich die Bewohner nicht gänzlich selbst aussuchen kann - das Wohnservice Wien hätte in diesem Fall das Zuweisungsrecht für ein Drittel der Wohnungen. Vorteil dieser Variante wäre wiederum, dass die Gruppe nicht selbst alle Bewohner mühsam anwerben muss.

Beim Wohnheim-Projekt kann sich die Gruppe alle Bewohner selbst aussuchen, es müsste dann aber etwa auch eine Gemeinschaftsküche eingeplant werden. "Bei der Sargfabrik hat man das sehr kreativ gelöst, da ist die verpflichtende Küche ein öffentliches Lokal, in dem die Bewohner Vergünstigungen erhalten können", berichtet Georg.

Das bringt die Gruppe dazu, über Gemeinschaftsflächen zu diskutieren. "Das Gemeinschaftliche ist mir wichtig", hatte Susanne, eine Mittvierzigerin aus Wien, die zum ersten Mal dabei ist, bei der Vorstellung gesagt. Sie interessiert sich für das Projekt, weil sie schlicht "keine Miete mehr zahlen will".

Koordinatorin Hendrich erklärt: Wenn etwa ein Gemeinschafts-Büro für alle Hausparteien eingerichtet wird, könnten die einzelnen Wohnungen etwas kleiner ausfallen. Das Gleiche gilt für Gästewohnungen: Statt eines Gästezimmers pro Wohnung wäre eventuell die eine oder andere leer bleibende Gäste-Wohnung für das ganze Haus, die dann alle nach Bedarf für ihre Gäste nutzen können, ein Thema. Ein solches sind dann auch noch Hunde und Katzen, also die Frage, wie man allgemein in Sachen Haustieren vorgehen will.

Qualität und Grünflächen

Um die zahlreichen Träume "auf den Boden zu bringen", schlägt Hendrich ein Brainstorming vor. Die Anwesenden sollen sagen, was ihnen wichtig ist. "Qualitätsvolle Architektur" ruft einer, "Grünflächen" eine andere. Ein Dritter äußert Bedenken: Ist nicht zu befürchten, dass die ganze Seestadt "ein reines Gipskarton-Projekt", sprich in minderer Bauqualität ausgeführt wird? Hendrich erklärt, dass die Ausführung von den einzelnen Bauherren abhängt, die Gruppe also die Ausführung völlig autonom bestimmen könne. Ausstattung und Raumhöhe, Stauraum, Energieeffizienz werden noch als wichtige Punkte notiert.

Und wie läuft das gemeinschaftliche Planen eigentlich genau ab? "Kriegt jeder so viele Quadratmeter, wie er will, oder wird einfach zusammengezählt und durchdividiert?, fragt Boris, der mit seiner Freundin Conny da ist. Sie sind ein junges Paar, wohnen derzeit in einer Mietwohnung in Simmering und arbeiten bzw. studieren in der Stadt. Conny will Lehrerin werden, sie kann sich vorstellen, später in einer der neu entstehenden Schulen in der Seestadt zu unterrichten.

Hendrich erklärt das Prozedere: Die Gruppe muss sich auf einen Architekten bzw. Generalplaner einigen, der letztlich auch dafür verantwortlich ist, dass die förderbaren Kosten nicht übertroffen werden. "Jedes einzelne Gruppenmitglied hat dann ein oder zwei Planungssitzungen mit dem Architekten 'frei'", spätere Umplanungen könnten allerdings teuer werden. Ebenso teuer wird es, wenn in jeder Wohnung verschiedene Türen oder Waschbecken eingebaut werden müssen. "Die kostengünstigere Variante wäre: Dreißig mal das gleiche Produkt."

Finanzierung und Eigenmittel

"Kostengünstig", ein gutes Stichwort: "Wer kümmert sich eigentlich um die Finanzierung?", fragt Susanne. "Schließlich haben wir alle viel zu tun, alle einen anstrengenden Job", schließt sie vermutlich von sich auf andere. Hendrich muss diesbezüglich etwas weiter ausholen: Außer Streit stehe, dass der Verein als Eigentümer auftreten wird. "Der noch zu gründende Verein ist damit in jedem Fall der offizielle Bauherr; ob über den Verein auch die Finanzierung für die einzelnen Mitglieder abgewickelt wird, oder ob sich jeder selbst um die Finanzierung seines Beitrags kümmert, muss noch entschieden werden. Ein bestimmter Prozentsatz an Eigenmitteln muss jedenfalls vorfinanziert werden." Spätestens hier muss die Projektkoordinatorin möglicherweise auch die eine oder andere Träumerei beenden: "Wenn sich jemand die Eigenmittel nicht leisten kann, hat's de facto keinen Sinn, mitzumachen." Im Fall des Falles können aber auch Abstriche gemacht werden: "Wenn wir uns die Sauna nicht leisten können, dann können wir sie uns nicht leisten. Punkt." Um finanzielle Sicherheit herzustellen, "sind in Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt natürlich entsprechende Regelungen auszuarbeiten", so Hendrich weiter.

Spätestens hier wird jedem Anwesenden klar: Bauen in der Baugruppe ist kein Honiglecken. Die ganze Gruppe, auch die Neuankömmlinge, strahlen aber Zuversicht aus: Es ist zu schaffen. Doch die Zeit drängt. Zunächst gilt es, die Gruppe zu vervollständigen und die bereits Interessierten nicht noch zu verlieren.

Vorbilder und Abspringer

Dass das gar nicht so leicht ist, weiß Renée Kurz. Sie ist Sprecherin von B.R.O.T. Aspern und will ebenfalls in der Seestadt bauen, und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum "Seestern"-Projekt. Auch die B.R.O.T.-Gruppe will sich im Mai gegenüber der Stadt präsentieren, die relevante Größe dafür hat das "interkulturelle" Projektteam (B.R.O.T. steht für "Beten, Reden, Offensein, Teilen, Anm.) mittlerweile erreicht. Als Problem wird aber von Interessenten oft genannt, dass die künftige Seestadt "so weit draußen liegt" - der eine oder andere sei deshalb bereits wieder abgesprungen, erzählt Kurz.

Die "B.R.O.T."-Gruppe in Aspern muss so wie der "Seestern" noch viele Fragen klären, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Es gibt schon zwei fertig gestellte Wohnprojekte in Wien. Eines davon befindet sich in Liesing in der Nähe des Kollegium Kalksburg, dort wurde ein ehemaliges Jesuiten-Wohnheim zu einem integrativen Gemeinschaftsobjekt mit 57 Wohnungen umgebaut und erst im Vorjahr vollständig bezogen.

Das zweite Objekt war eigentlich das erste: In der Geblergasse in Hernals wurde vom Verband B.R.O.T. schon im Jahr 1990 das allererste Gemeinschaftsprojekt Österreichs umgesetzt. Die Erfahrungen aus diesen Projekten sind nun Gold wert.

Beginn in den 1970er-Jahren

Einer, der von all dem sehr viel erzählen kann, ist Helmuth Schattovits. Auf der üppig begrünten Dachterrasse der von Ottokar Uhl meisterhaft geplanten Gemeinschafts-Wohnanlage in der Geblergasse berichtet er über die Anfänge der Idee, die bis in die 1970er-Jahre zurück reichen. Der damals schleichend eintretende "Verlust der Personen- und Rollenvielfalt" habe zu Überlegungen geführt, mit welchen Wohnformen sich dies kompensieren lasse, erzählt er. Diese Gedanken wurden im Lauf der Zeit zu konkreten Ideen: Ein "Netzwerk von Einzelhaushalten" sollte diese Vielfalt wieder herstellen und somit eine Form "gelebter sozialer und familiärer Verwandtschaft" ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Form der Selbstorganisation. "Wir wollten den Leuten sagen: 'Traut's euch was zu!'", meint Schattovits rückblickend.

Der Baugrund war da schon vorhanden - in Form einer Liegenschaft, die der Pfarre der Kalvarienbergkirche gehört. Sie erteilte dem Verein, der sich Anfang 1987 konstituierte, das Baurecht.

Das Projekt wurde dann in Kooperation mit der Wiener Wohnbauforschung umgesetzt. Eigentlich wünschte sich Schattovits eine Mischform aus Wohnheim und Mietobjekt, aber das war rechtlich nicht möglich. Der damalige Leiter der Wohnbauforschung konnte dann für die Wohnheim-Variante "noch ein bisschen Geld" an Förderung aufstellen, also einigte man sich darauf. Eine Gemeinschaftsküche war deshalb nötig, die "kleine Teeküche" wird aber heute ohnehin eifrig genutzt.

Trennungen und Revolten

Architekt Uhl setzte das Objekt auf Säulen und verzichtete damit auf tragende Mauern. Auf Grund dessen ist heute jederzeit eine Adaptierung von Raum- bzw. Wohnungsgrößen möglich, erzählt Schattovits. Ein paar Mal wurde von dieser Möglichkeit auch schon Gebrauch gemacht.

Grundsätzlich muss jeder Erwachsene, der im Haus wohnt, auch Vereinsmitglied sein. Kinder, auch Volljährige, können natürlich weiterhin bei den Eltern wohnen. Dass sie dann auch Vereinsmitglieder werden, ist aber nicht angedacht und auch noch nicht vorgekommen. "Wenn die Kinder in der Pubertät gegen die Eltern revoltieren, dann revoltieren sie vielleicht auch gegen die Gemeinschaft", und das wolle man sich schlicht ersparen, so Schattovits schmunzelnd.

Zu Problemen innerhalb des Vereins könne es vor allem dann kommen, wenn eine Trennung bevorstehe. Zweimal sei das schon passiert, "da zogen aber jeweils die Männer weg, die Frauen blieben im Haus". Die Männer hätten ebenfalls das Recht gehabt, zu bleiben - ein potenzieller Quell für Unruhe. Streitigkeiten werden zuerst vom bereits erwähnten "Versöhnungsteam" zu schlichten versucht. "Den Gang zu einem ordentlichen Gericht kann man aber natürlich keinem Bürger verwehren."

Teeküche und Gebetsraum

Von den 24 Wohnungen in der Geblergasse sind heute alle belegt. Die Vergabe von vier Gästewohnungen ist mit der Caritas "paktiert", erklärt Schattovits. Hier dürfen Bedürftige für zwei Jahre wohnen, maximal. "Wenn das jemand nicht versteht, weisen wir ihn darauf hin, dass er selbst diese Wohnung nicht bekommen hätte, wenn wir dieses Prinzip nicht stets einhalten würden. Das wird dann meistens sehr gut verstanden." In diesem Zusammenhang weist Schattovits auch gleich auf einen gewissen Nachteil der Wohnheim-Form hin: "Mietzinsbeihilfe kann hier im Fall des Falles keine beantragt werden. Wer sich die Wohnung nicht mehr leisten kann, muss also ausziehen."

Ausgezogen wird aus dem Haus abgesehen von den Gästewohnungen heute aber kaum, die Wohnform funktioniert sehr gut. Architekt Uhl hat 640 Quadratmeter an Gemeinschaftsflächen eingeplant, darunter einen Versammlungsraum, eine Teeküche, einen Gebetsraum und sogar einen kleinen Turnsaal samt Fitness-Zone. An Samstagen gibt es gemeinsame Putztage, die unter dem Motto "gemeinsam arbeiten, essen, reden" stehen.

Point of no Return

Bis zu solchen Stunden der Gemeinsamkeit auch vom B.R.O.T.-Projekt in Aspern aufgerufen werden kann, ist vor allem noch sehr viel gemeinsame Arbeit nötig, weiß Sprecherin Renée Kurz. Ernst wird es vor allem dann, "wenn es um's Geld geht", das sei dann so eine Art "Point of no Return", ist sich auch ihr Co-Sprecher Norbert Prochaska sicher. Er ist selbstständiger Consulter und wohnt ganz in der Nähe der Geblergasse, will aber auch bald nach Aspern ziehen und ruft als praktizierender Buddhist vor allem Angehörige anderer Religionen als der christlichen dazu auf, sich zu melden, wenn sie sich für das B.R.O.T.-Projekt in der Seestadt interessieren. Im Gegensatz zur "christlichen Spiritualität", auf deren Fundamenten das Projekt in Hernals steht, versteht sich der Seestadt-Ableger nämlich als "interreligiöse" Baugruppe.

"Geduld und Vertrauen, Offenheit und Wahrhaftigkeit, Vergebung und Versöhnung sowie Solidarität und Toleranz" zu leben, das erkennt die Gemeinschaft B.R.O.T. als vorrangigen Zweck ihres Daseins an, der genau so in den Statuten steht, im Paragraf 2. Dieser muss von allen bestehenden und künftigen Gruppen, die unter das B.R.O.T.-Dach schlüpfen wollen, übernommen werden, erklärt Schattovits.

Werte und kein Ende, ...

Szenenwechsel zurück in die Schiffamtsgasse: Dort muss über die Werte, die in den Statuten des Vereins "Seestern" festgeschrieben werden sollen, erst noch eingehend diskutiert werden. Koordinatorin Hendrich schlägt gegen Ende der zweistündigen Gruppensitzung eine Klausur vor. An einem Wochenende im Mai soll die Gruppe gemeinsam etwas unternehmen, aufs Land fahren, um sich besser kennen zu lernen und über die Formulierungen nachzudenken.

Auch viele weitere Fragen könnten da eingehend besprochen werden, etwa, ob Mitgliedsbeiträge eingehoben werden sollen, und in welcher Höhe? Oder der wichtige Punkt, wie die Gruppe mit Minderheitenpositionen umgeht, bzw. wann die Blockade von Beschlüssen durch ein einzelnes Mitglied nicht mehr tragbar ist. Wenn nicht stur nach dem Mehrheits-Prinzip vorgegangen wird, läuft man schnell Gefahr, sich in Basisdemokratie-Diskussionen zu verlieren.

... doch der Anfang ist gemacht

Allen ist klar: Das Projekt steht noch ganz am Anfang, es ist praktisch alles noch abzuklären. Dazu kommen Aspekte, die man selbst gar nicht beeinflussen kann: Welches Baugruppen-Projekt auf der dafür reservierten Fläche in Aspern wo genau stehen soll, wird von der Stadt erst entschieden.

Dennoch geht die Gruppe an diesem Abend zuversichtlich auseinander. Die erstmaligen Besucher Conny und Boris wirken weiter sehr interessiert, sie sagen, dass sie  bei der Klausur und auch bei wichtigen kommenden Treffen auf jeden Fall dabei sein wollen. Anfang April erzählt Hendrich am Telefon allerdings, dass sie sich mittlerweile wieder zurückgezogen hätten.

Georg wird jedenfalls weiter an Vorschlägen für die Statuten arbeiten, und Hendrich denkt allen Umständen zum Trotz - immer noch fehlen ein paar Mitglieder auf das verpflichtende Drittel - schon an die Präsentation beim Wohnservice Wien im Mai. Danach könnte schon das Grundstück erworben werden, Ende 2013, Anfang 2014 könnten die neuen, individuell gestalteten Wohnungen im gemeinschaftlich gebauten Haus bezogen werden. Der Weg ist weit, daran herrscht kein Zweifel. Gemeinsam wäre er aber möglicherweise zu schaffen. (Martin Putschögl, derStandard.at, 13.4.2011)

Informationen und Links

Seestern Aspern: Nächstes Treffen am Mittwoch, dem 4. Mai 2011, in der Schiffamtsgasse 10/16, 1020 Wien

B.R.O.T. Aspern: Nächstes Treffen am 20. Mai 2011 in der Geblergasse 78/44, 1170 Wien

Mit Ja:spern unter Federführung der POS Architekten ist in der Seestadt auch eine dritte Baugruppe vertreten.

15 Jahre Sargfabrik & Wiener Wohnbaufestwochen 2011

Die "Sargfabrik" in Wien-Penzing feiert am Donnerstag, den 14. April ihr 15-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Wiener Wohnbaufestwochen finden ab 15 Uhr Diskussionen und Vorträge statt, ab 18 Uhr gibt es ein Fest (Anmeldung nötig, siehe Website).

  • Das von Ottokar Uhl geplante und 1990 fertig gestellte B.R.O.T.-Haus in der Geblergasse 78 in Wien-Hernals (Bild: Hofansicht) war das erste österreichische Baugruppen-Projekt.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Das von Ottokar Uhl geplante und 1990 fertig gestellte B.R.O.T.-Haus in der Geblergasse 78 in Wien-Hernals (Bild: Hofansicht) war das erste österreichische Baugruppen-Projekt.

  • Besonders sehenswert ist das sehr offen gehaltene, helle Stiegenhaus.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Besonders sehenswert ist das sehr offen gehaltene, helle Stiegenhaus.

  • Im Bild: B.R.O.T.-Verbandssprecher Helmut Schattovits (mit Gattin) sowie B.R.O.T.-Aspern-Sprecher Norbert Prochaska und Renée Kurz (v.l.).
    foto: derstandard.at/putschögl

    Im Bild: B.R.O.T.-Verbandssprecher Helmut Schattovits (mit Gattin) sowie B.R.O.T.-Aspern-Sprecher Norbert Prochaska und Renée Kurz (v.l.).

  • Eine kleine Kapelle darf im christlichen B.R.O.T.-Wohnhaus in Hernals nicht fehlen. Auch im "interreligiös" angelegten Projekt in Aspern sind Gebetsräume vorgesehen.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Eine kleine Kapelle darf im christlichen B.R.O.T.-Wohnhaus in Hernals nicht fehlen. Auch im "interreligiös" angelegten Projekt in Aspern sind Gebetsräume vorgesehen.

  • Ein Muss bei jedem Wohnheim-Projekt: Die Gemeinschaftsküche.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Ein Muss bei jedem Wohnheim-Projekt: Die Gemeinschaftsküche.

  • In der Schiffamtsgasse im zweiten Bezirk wird in zweiwöchentlichen Sitzungen an der Realisierung des Projekts "Seestern" gebrütet.
    foto: seestern

    In der Schiffamtsgasse im zweiten Bezirk wird in zweiwöchentlichen Sitzungen an der Realisierung des Projekts "Seestern" gebrütet.

  • Und so soll es in der Seestadt einmal aussehen: Ein Computer-Rendering von schreinerkastler für die Wien 3420 Aspern Development AG.
    rendering: schreinerkastler

    Und so soll es in der Seestadt einmal aussehen: Ein Computer-Rendering von schreinerkastler für die Wien 3420 Aspern Development AG.

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