Hautkrebs lässt sich mit Licht heilen

16. April 2011, 10:48
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Modifizierte Antikörper, an die lichtempfindliche Moleküle gekoppelt wurden, zerstören die Blutgefäße des Tumors

Zürich/Wien - Bestimmte Arten von Krebs können durch eine gezielte fotodynamische Therapie komplett zum Verschwinden gebracht werden, wie britische und Schweizer Forscher in einer aktuellen Studie nachweisen konnten. Die neuartige Behandlungsmethode, die Wissenschafter der ETH Zürich und der University of Hull gegen Hautkrebs entwickelt haben, beruht auf lichtempfindlichen Molekülen, die an Antikörper gekoppelt sind.

Diese Antikörper erkennen spezifisch Tumorblutgefäße und lagern sich an diese an. Werden die Moleküle mit Licht angeregt, entsteht aus ihnen ein reaktives Sauerstoffradikal. Radikale sind bekannt dafür, dass sie Zellen irreparable Schäden zufügen. Die chemisch modifizierten Antikörper zerstören in der Folge die Blutgefäße des Tumors und schneiden ihm so die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff ab. Dadurch verhungern die Krebszellen in großer Zahl und die Tumore verschwinden. Zudem unterdrückt die Behandlung mit lichtempfindlichen Molekülen das neuerliche Tumorwachstum in den folgenden 100 Tagen nach der Therapie.

Unterstützung durch das körpereigene Immunsystem

Allerdings braucht es die Mithilfe des körpereigenen Immunsystems: Der Tumor starb nur dann ab, wenn natürliche Killerzellen als wichtiger Bestandteil des Immunsystems vorhanden waren. Blockierten die Forschenden deren Produktion im Körper, verschwand der Tumor nicht vollständig, sondern schrumpfte nur. Die Wissenschafter wollen deshalb klären, welche Rolle das Immunsystem bei diesen Vorgängen spielt.

Der Ansatz, die Blutzufuhr des Krebses zu unterbinden, ist nicht neu. Entsprechende Medikamente sind bereits zugelassen und werden in der Klinik angewendet. Indem aber lichtempfindliche Moleküle mit dem Antikörper als Lokomotive gezielt zum Tumor transportiert werden, kann eine Krebsbehandlung effektiver und mit geringerer Medikamentendosis durchgeführt werden, erläuterte die ETH.

Das verbessert die Heilungschancen und reduziert potenzielle Nebenwirkungen. Die neue Therapieform könnte möglicherweise invasivere Behandlungen, wie Bestrahlung oder chirurgische Eingriffe, ersetzen, hoffen die Forscher. Die neuen Moleküle dürften für Patienten allerdings noch länger nicht verfügbar sein, da sie bisher erst an Mäusen getestet wurden. Dennoch sind die Forscher vom Potenzial der Methode zur Behandlung der häufigsten Formen von Hautkrebs überzeugt. (red/APA)

  • Mikroskopisch Aufnahme des Krebsgewebes, das mit der neuen photodynamischen Methode behandelt wurde.
    foto: dario neri / eth zürich

    Mikroskopisch Aufnahme des Krebsgewebes, das mit der neuen photodynamischen Methode behandelt wurde.

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