Fünf Universitäten wollen Spitzenwissenschafter abwerben

12. April 2011, 14:04
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Linzer Uni braucht Geld, um Niyazi Serdar Sariciftci halten zu können

Linz - Die Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) muss um einen ihrer Top-Forscher fürchten. Gleich fünf Universitäten wollen den Vorstand der Institute für Organische Solarzellen und für Physikalische Chemie, Niyazi Serdar Sariciftci, abwerben. Um ihn halten zu können, braucht die JKU Geld - Rektor Richard Hagelauer rechnet mit bis zu sieben Millionen Euro, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" in ihrer Dienstag-Ausgabe.

Sariciftci belege im Ranking der weltweit besten 100 Materialwissenschafter Platz 14, heißt es in dem Artikel. Der gebürtige Türke ist seit 15 Jahren an der JKU tätig und forscht an der Umwandlung von Solar- in chemische Energie. Nun sind aber offenbar auch andere Universitäten auf ihn aufmerksam geworden. Er soll fünf Angebote aus aller Welt haben - von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Katholieke Universiteit Leuven (Belgien) sowie aus den Niederlanden, aus Japan und aus der Türkei.

Sariciftcis Wünsche

Ob er in Linz bleibe, mache Sariciftci davon abhängig, welche Voraussetzungen er an der JKU in den nächsten Jahren bekommt, so die OÖN. Neben modernen Geräten und mehr Gehalt wünscht sich der Wissenschafter auch vier zusätzliche Mitarbeiter für sein Institut. "Ich will die Forschung bei erneuerbarer Energie auf Weltklasseniveau betreiben. Das werde ich dort tun, wo ich die Möglichkeiten dazu bekomme", sagte er im Interview.

Rektor Hagelauer will den Professor unbedingt halten und hat sich deshalb an das Land Oberösterreich um Hilfe gewandt: "Wir werden etwa sieben Mio. Euro brauchen, um die Wünsche Sariciftcis erfüllen zu können. Das geht mit dem Uni-Budget allein auf keinen Fall." Auch Forschungslandesrätin Doris Hummer will, dass der Physiker weiterhin an der JKU arbeitet. "Er ist ein Magnet für Drittmittelfinanzierung, er bringt viel Geld an die Uni", sagte sie. Allerdings sei es vorerst einmal Sache der JKU, gut zu verhandeln, legte sie sich zunächst nicht fest. (red/APA)

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