Proteinfamilie als "Allergie-Multiplikator" erkannt

12. April 2011, 12:11
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Studie der MedUni Wien weist Mechanismus bei Kreuzreaktion nach - Erkenntnisse wichtig für erfolgreiche Behandlung

Wien - Einer Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel können im Laufe der Zeit oft weitere Allergien mit schwerwiegenden Konsequenzen folgen. Ein derartiger Mechanismus wurde nun von einem Forscherteam der MedUni Wien wissenschaftlich nachgewiesen. Dies sei für eine erfolgreiche Behandlung von Bedeutung, erklärten die Experten am Dienstag.

Im Mittelpunkt der Forschungen standen spezielle Nahrungsmittelallergene, die "non-specific lipid transfer proteins" (nsLTP). Diese Pflanzenallergene findet man in zahlreichen Früchten und Gemüsen, aber auch in Getreidesorten und einigen Pollenarten. Durch ihre kompakte Struktur werden sie im Magen-Darmtrakt nicht abgebaut und lösen Immunreaktionen aus, die zu schweren allergischen Symptomen führen können.

Welche Funktion die nsLTP Familie als Auslöser für Folgeallergien, also den Kreuzreaktionen hat, wurde nun untersucht. Das Team von Barbara Bohle entdeckte, dass in Patienten mit Pfirsich- und Haselnuss-Allergie sowohl die zelluläre Reaktion als auch die der Antikörper deutlich stärker gegen das Pfirsich- als gegen das Haselnussallergen ausgeprägt sind.

nsLTP als "Allergie-Multiplikator"

Dies weist darauf hin, dass zuerst eine Sensibilisierung gegen das Pfirsichallergen erfolgt und durch Kreuzreaktion mit nsLTP in anderen Nahrungsmitteln weitere Allergien auftreten können. Durch die Definition von nsLTP als "Allergie-Multiplikator" könnten Diagnose- und Therapieverfahren entsprechend adaptiert und verbessert werden.

Das Prinzip des sensibilisierenden Hauptallergens einer Allergenfamilie wird auch bei der Birkenpollen-assoziierten Nahrungsmittelallergie beobachtet. Hier werden Patienten gegen das Birkenpollenallergen Bet v 1 sensibilisiert und entwickeln infolge von Kreuzreaktion mit Bet v 1-verwandten Allergenen allergische Symptome gegen diverse Früchte, Gemüse und Sojaprodukte. (red/APA)

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    Wissenschafter der MedUni Wien haben anhand der Pfirsich- und Haselnuss-Allergie nachgewiesen, dass die nsLTP-Protein- Familie als Auslöser für Folgeallergien fungiert.

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