Italiener kaufen Schlosshotel Velden

12. April 2011, 11:47
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Ab ersten Juni gehört das Schlosshotel der italienischen C.T.S. - Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart

Klagenfurt - Die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank verkauft das Schlosshotel Velden an das italienische Unternehmen Complesso Turistico Schloss (C.T.S.) GmbH mit Sitz in Padua. Der Kaufvertrag ist am Dienstag unterzeichnet worden, wie die Bank in einer Aussendung bekanntgab. Die Betriebsübergabe ist mit 1. Juni fixiert, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Hauptgesellschafter der C.T.S. ist Ugo Barchiesi.

Die Unternehmensgruppe C.T.S. betreibt seit einigen Jahren ein Fünfsternhotel in der Nähe von Bari, in Velden soll der Betrieb auf den Bereich "Medical Treatment" hingetrimmt werden. Ab Herbst wird das Hotel deshalb mit einem Aufwand von 15 Mio. Euro umgebaut, der Spa- und Wellnessbereich soll erweitert werden. Das Hotel wird von Ende September bis Ende März 2012 geschlossen bleiben.

Die C.T.S war bereits beim ersten Verkaufsversuch interessiert gewesen, im Sommer vergangenen Jahres hatte es sogar schon Gerüchte über einen unterschriebenen Vertrag gegeben. Wenig später platzte der Deal jedoch, laut Hypo Aufsichtsratschef Johannes Ditz, weil die Käufer vereinbarte Termine nicht eingehalten hätten. Ende Juli wurde der Verkaufsprozess von der Bank gestoppt und "neu aufgesetzt".

Hohe Kosten für Um- und Ausbau

Die Hypo hatte das Schloss im Mai 2003 dem vorherigen Besitzer Gunther Sachs abgekauft und dafür 22 Mio. Euro bezahlt. Der damalige Landeshauptmann Jörg Haider schwärmte von einem "Leuchtturmprojekt", das den ganzen Wörthersee nach oben bringen werde. Zwei Jahre später begann man mit dem Um- und Ausbau, für den Kosten von rund 90 Mio. Euro veranschlagt wurden.

Letztlich kostete das Schlosshotel aber rund 120 Mio. Euro, von den 45 Luxusappartements, deren Verkauf laut Plan 65 Mio. Euro einbringen sollte, sind 21 noch zu haben. Die 2006 genannten Quadratmeterpreise von 7.200 Euro dürften derzeit dafür aber nicht lukrierbar sein. 2007 wurde das Hotel eröffnet, als Betreiber holte der ehemalige Hypo-Vorstandschef Wolfgang Kulterer die Capella-Gruppe ins Boot. Die Auslastung des Nobelhotels ließ von Anfang an zu wünschen übrig, die Entscheidung für einen Ganzjahresbetrieb ließ die Verluste weiter steigen.

Die Hypo wollte das Hotel jahrelang loswerden, seit der Notverstaatlichung der Bank im Dezember 2009 wurde der Verkaufsprozess trotz Wirtschaftskrise aktiv betrieben. Die investierten Summen wird die Bank durch die Veräußerung jedenfalls bei weitem nicht wieder hereinspielen, im vergangenen Jahr war von einem Kaufpreis zwischen 50 und 60 Mio. Euro die Rede gewesen. (APA)

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