Hälfte der Tweets verweist auf redaktionelle Medien

12. April 2011, 11:34
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Wird vorwiegend als Nachrichtenkanal und für Werbung verwendet - Zwölf Prozent private Kommunikation

Wien - Twitter wird vorwiegend als Nachrichtenkanal verwendet - und diese News werden zu einem hohen Prozentanteil persönlich gewertet. Das ist das Ergebnis der Studie "Links auf Twitter" von Axel Maireder vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. Werbung bzw. Marktinformationen folgen an zweiter Stelle.

Untersucht wurden 3.221 deutschsprachige, persönliche Tweets, die einen Link beinhalteten. Auffallend, dass die Hälfte auf Medieninhalte verweisen, die aus klassischen redaktionellen Medien stammen. Hard News (wie Politik, Wirtschaft oder Katastrophen) liegen mit 19 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Soft News (wie Kultur, Lifestyle oder Sport) mit 16 Prozent und spezifische News (Fach- und/oder Interessengruppen) mit ebenfalls 16 Prozent.

Immerhin 23 Prozent verweisen laut der Studie auf Werbung. Es folgen 13 Prozent, die dem Bereich Unterhaltung und zwölf Prozent, die der privaten Kommunikation zugeordnet werden können.

Unternehmen vor Redaktionen

In Bezug auf die Untersuchung der gesamten Anzahl an Tweets, also nicht nur jenen aus der privaten Sphäre, kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: Unternehmen und Organisationen produzieren mit 37 Prozent die meisten Medieninhalte, auf die Tweets verweisen, gefolgt von redaktionellen Medien mit 34 Prozent. 28 Prozent der Medieninhalte werden Individuen (also einfachen Usern), die User Generated Content produzieren, zugeteilt.

"Es scheint, als würde die Gatekeeper-Funktion der klassischen Medienunternehmen insbesondere bei Hard News und in einem geringeren Maße bei Soft News auch in der Twitter-Sphere von hoher Bedeutung sein", so Studienleiter Axel Maireder. Für andere Formen der Information und insbesondere Unterhaltung gilt dies weniger.

Auffällig ist die Tendenz von Twitter-Nutzern, auf Medieninhalte nicht nur durch die simple Übernahme des jeweiligen Titels zu verweisen, sondern diese Verweise mit individuellen Bemerkungen zu versehen. "Wir sprechen hier von 55 Prozent", betonte der Wissenschafter. Ein Großteil der Kommentare (88 Prozent) nimmt dabei konkret Bezug auf den Medieninhalt, bei einem guten Teil (27 Prozent) ist dieser Bezug auch wertend. (APA/red)

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