Schweiz: Tamedia prüft Verkauf der Radio- und TV-Aktivitäten

12. April 2011, 11:12
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Fokus auf bei Zeitungen, Zeitschriften und Online - Entscheidung soll bis Jahresende fallen -

Zürich - Das Schweizer Verlagshaus Tamedia sieht nach der Fusion mit dem Westschweizer Medienunternehmen Edipresse sein Kerngeschäft bei Zeitungen, Zeitschriften und Online. Hingegen sieht es zu wenig Synergiepotenzial zwischen diesen Tätigkeiten und seinen Radio- und TV-Aktivitäten. Tamedia will deshalb bis Jahresende über einen Verkauf entscheiden.

Tamedia begründet den möglichen Verkauf von Radio24, CapitalFM, TeleBärn und TeleZüri sowie der Beteiligung von Edipress an La Tele aber nicht nur mit den beschränkten Synergie-Möglichkeiten. Es sei zudem unsicher, ob Tamedia nach Ablauf der geltenden Sendekonzessionen die Konzessionen erneut erhalte.

Deshalb solle bis Ende Jahr ein Verkauf geprüft werden. Entscheidend sei dafür - neben einem überzeugenden Kaufpreis - ob ein Interessent ein klares Konzept und eine Perspektive für die Mitarbeiter habe.

Vor einer Woche anlässlich der Jahresmedienkonferenz hatte Ringier-Chef Marc Walder bereits Interesse signalisiert. Ringier wolle mit einem eigenen Fernsehsender auf den Markt kommen, sagte er. Dafür kämen "theoretisch die Sender 3+ und TeleZüri infrage".

2010 erfolgreich

Trotz der Verkaufsgedanken im Bereich Radio und TV war das Geschäftsjahr 2010 für Tamedia sehr erfolgreich. Der Konzerngewinn kletterte um satte 137,3 Prozent auf 110,8 Mio. Franken (84,4 Mio. Euro). Der Umsatz der Tamedia-Gruppe stieg um 7,6 Prozent auf 806,3 Mio. Franken.

Das Betriebsergebnis (Ebit) nahm um 121,5 Prozent auf 112,4 Mio. Schweizer Franken zu, die entsprechende Marge verbesserte sich von 6,8 Prozent auf 13,9 Prozent. Der Verwaltungsrat schlägt der Hauptversammlung die Ausschüttung einer von 1,50 Fr. auf 4,00 Franken erhöhten Dividende vor.

Der Gewinnsprung sei dank anziehender Werbeumsätze und einer deutlichen Effizienzsteigerung gelungen, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. Alle Unternehmensbereiche erreichten beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schwarze Zahlen.

An der kommenden Hauptversammlung vom 6. Mai wird sich Karl Dietrich Seikel nicht mehr für eine Wiederwahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung stellen. An seiner Stelle wird Tibere Adler, Geschäftsführer der Groupe Edipresse, zur Neuwahl in das Gremium vorgeschlagen. (APA/sda)

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