Wohnen lastet schwer auf Haushaltsbudget

12. April 2011, 13:18
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Heimische Haushalte geben im Schnitt 2.910 Euro pro Monat aus. Mit fast einem Viertel schlagen Wohnen und Energie zu Buche

Wien - Rund die Hälfte der Ausgaben eines durchschnittlichen österreichischen Haushalts entfallen aufs Wohnen (und Heizen), das eigene Auto und das Essen daheim - wobei für Nahrungsmittel schon weniger Geld ausgegeben wird als für den Sammelposten "Freizeit, Sport und Hobby". Die durchschnittlichen Haushaltsausgaben liegen bei 2.910 Euro im Monat, wie die Statistik Austria am Dienstag bekanntgab.

Den größten Teil der Ausgaben (23,8 Prozent) verschlingen Wohnen und Energie, der zweitgrößte Posten ist Verkehr (15 Prozent), womit vor allem das eigene Auto gemeint ist, wie Statistik-Generaldirektor Konrad Pesendorfer bei der Präsentation der im Zeitraum Mai 2009 bis April 2010 durchgeführten Befragung erklärte. Im Vergleich zur letzten Konsumerhebung (2004/05) seien die Haushaltsausgaben um 14,6 Prozent gestiegen - dieser Wert ist allerdings noch nicht um die Inflation bereinigt.

Um unterschiedliche Haushalte (Singles, Familien mit Kindern) vergleichbarer zu machen, arbeiten die Statistiker auch mit "Äquivalenzausgaben", das sind bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Ausgaben, wobei die erste erwachsene Person im Haushalt mit 1,0 gewichtet wird, jede weitere Person über 14 Jahre mit 0,5 und jedes Kind mit 0,3. Die so errechneten Äquivalenzausgaben betragen 1.880 Euro pro Monat.

Weil relativ wenige Spitzenverdiener den Durchschnittswert (arithmetisches Mittel) anheben, wird auch ein Medianwert berechnet, der weniger von Ausreißern beeinflusst wird. So ein "typischer" Haushalt gibt monatlich 2.540 Euro aus. Die entsprechenden Äquivalenzausgaben betragen 1.640 Euro pro Kopf. Das reichste Viertel der Bevölkerung 3.290 Euro pro Kopf aus, das ärmste Viertel 896 Euro pro Kopf.

Auf Ernährung und alkoholfreie Getränke entfallen durchschnittlich 12,1 Prozent der Haushaltsausgaben, womit dieser Bereich erstmals hinter dem Bereich "Freizeit, Sport, Hobby" (12,8 Prozent) liegt. Auf den hinteren Plätzen rangieren "Körperpflege" (2,6 Prozent), "Alkoholische Getränke, Tabakwaren" (2,4 Prozent), "Kommunikation" (1,7 Prozent) sowie private Ausgaben für Bildung (1,0 Prozent).

Wohnen und Energie lasten auf Haushaltsbudget

Stärker als die gesamten Haushaltsausgaben sind jene für den größten Posten "Wohnen und Energie" gestiegen, nämlich um 22 Prozent gegenüber 2004/05. Innerhalb des Bereichs "Verkehr" (+ 6,6 Prozent) verzeichneten mit 67,8 Prozent besonders die Ausgaben für "Öffentlichen Verkehr" einen starken Anstieg. Die stärkste Zunahme aller Konsumgruppen verzeichnete "Bildung" mit einem Plus von 37 Prozent. Ein klares Minus verzeichnet die Gruppe "Kommunikation", wo die Ausgaben um 26,1 Prozent sanken. Festnetz-Telefonanschlüsse haben nur noch 59 Prozent der Haushalte, mit mindestens einem Handy sind 91 Prozent ausgestattet.

Auch mit dem "kleinen Unterschied" zwischen den Geschlechtern haben sich die Statistiker befasst. Das Ergebnis: Allein lebende Männer geben durchschnittlich 2.050 Euro im Monat aus und damit um 11 Prozent mehr als allein lebende Frauen (1.850 Euro). Vergrößert wird der statistische Unterschied durch die allein lebenden Pensionisten, bei denen Männer 1.930 Euro ausgeben, Frauen 1.690 Euro. Bei Menschen, die selbst Geld verdienen, ist der Unterschied mit 3,2 Prozent deutlich geringer: Die Ausgaben der Männer betragen durchschnittlich 2.250 Euro, jene der Frauen 2.180 Euro.

Darüber hinaus haben die 6.534 befragten Haushalte so gut wie alle Mann-Frau-Klischees bestätigt. Allein lebende Männer geben für Autos, Werkzeuge, Alkohol und Zigaretten, Restaurantbesuche und Elektronik mindestens doppelt so viel aus wie Single-Frauen. Dafür legen Frauen deutlich mehr Wert auf Körperpflege, Gesundheit, Bildung sowie Bekleidung und Schuhe. (APA)

  • Wohnen kostet inzwischen viel Geld - ein Baumhaus wie dieses in Behamberg - ist allerdings für die meisten auch keine Alternative.
    foto: steindl/nö spielplatzbüro

    Wohnen kostet inzwischen viel Geld - ein Baumhaus wie dieses in Behamberg - ist allerdings für die meisten auch keine Alternative.

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