Flüchtlingsboot mit Leiche an Bord gelandet

12. April 2011, 10:55
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116 afrikanische Migranten eingetroffen

Ein aus Libyen abgefahrenes Boot mit 116 Flüchtlinge an Bord ist am Dienstag auf Malta eingetroffen, nachdem es von der maltesischen Küstenwache in Sicherheit gebracht wurde. An Bord des Bootes befand sich auch die Leiche einer 24-jährigen Frau, die bei der Überfahrt ums Leben gekommen ist. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Tschad und Somalia, berichteten italienische Medien.

Das Boot wurde von der maltesischen Küstenwache gerettet, nachdem ein italienisches Fischerboot rund 40 Seemeilen südlich von Malta Alarm geschlagen haben. Laut den Behörden in La Valletta habe sich Italien geweigert, ihre Motorschiffe der Küstenwache einzusetzen, obwohl die maltesische Marine um Unterstützung gebeten hatte.

Zwischen Italien und Malta tobt schon seit Tagen ein Streit wegen der Hilfeleistungen für Flüchtlinge im Mittelmeer. Maltas Innenminister, Carm Mifsuda Bonnici, hat den italienischen Behörden "Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen. Diese hatten sich am Freitag geweigert, 171 Migranten aus Libyen aufzunehmen, die von einem Schiff der maltesischen Küstenwache in Sicherheit gebracht worden waren. Dabei sei der Punkt, an dem Hilfe geleistet wurde, dem Hafen Lampedusa näher gelegen als Malta. "Die Italiener haben gegen ihre rechtlichen und humanitären Pflichten verstoßen", meinte der Malteser Minister. (APA)

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