Wiener Börse schließt am Dienstag leichter

12. April 2011, 18:08
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Gewinnmitnahmen auf breiter Front

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Dienstag bei schwachem Volumen mit deutlich tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 51,44 Punkte oder 1,78 Prozent auf 2.844,62 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 45 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.890 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -1,00 Prozent, DAX/Frankfurt -1,41 Prozent, FTSE/London -1,46 Prozent und CAC-40/Paris -1,53 Prozent.

"Gewinnmitnahmen auf breiter Front und eine weitgehende Orientierung an der internationalen Tendenz", so fasste ein Händler den Handelstag zusammen. Aufgrund eines Mangel an Impulsen präsentierte sich die Wiener Börse in jüngster Zeit "international getrieben", wies der Händler zudem auf einen Trend hin.

Schon zu Handelseröffnung verlor der ATX deutlich an Terrain. Diese Anfangsverluste baute der heimische Leitindex allmählich aus. Schließlich fielen die Verluste beträchtlich aus. Von Nachrichtenseite blieb das Wiener Börsenparkett dünn bestückt, einzig Analystenhäuser zeigten sich aktiv.

Tief im Minus schlossen die heimischen Indexschwergewichte. OMV büßten vor dem Hintergrund eines am Nachmittag stark nachlassenden Ölpreises 3,28 Prozent auf 31,14 Euro ein. Auch voestalpine erwischten einen schwarzen Tag, die Aktie des Stahlkochers fiel 2,79 Prozent auf 32,73 Euro. Die Andritz-Aktie tendierte mit einem Abschlag von 2,73 Prozent auf 66,23 Euro ebenfalls schwächer als der Gesamtmarkt.

Nach dem Kurssturz vom Wochenstart konnten Intercell einen Gewinn von 1,89 Prozent auf 5,99 Euro aus dem Handel retten. Im Tagesverlauf konnte die Aktie des Biotech-Unternehmens mehr als neun Prozent zulegen. Ein Händler bezeichnete die Aktie "angesichts der schwer zu bewertenden Unternehmenssituation als sehr volatil".

Eine Reihe von Analysten stürzte sich im frühen Handel auf die Intercell-Aktie, um diese neu zu bewerten. Die Neueinschätzungen fielen durchwegs negativ aus. Bei der Erste Group, Deutsche Bank, Natixis und Exane BNP Paribas kam es zu deutlichen Kurszielabstufungen. Am drastischsten urteilten die Experten der Deutsche Bank, die ihr Intercell-Kursziel auf sechs Euro gar halbierten.

Hingegen einen freundlichen Kommentar war den Analysten der Citigroup die Aktie des Verbund wert. Die Analysten schraubten ihr Kursziel für den heimischen Versorger von 27,0 auf 33,0 Euro nach oben. Sie begründeten diesen Schritt mit der Erwartung künftig steigender Stromerlöse. Verbund-Anteilsscheine fielen deutlich um 2,09 Prozent auf 30,89 Euro.

Eine weitere Neueinschätzung wurde zu Semperit publik. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben ihr Anlagevotum für die Aktie des Kunststoff- und Kautschukproduzenten von "hold" auf "buy" und das Kursziel von 40,0 auf 46,0 Euro nach oben revidiert. Semperit-Titel schlossen mit einem Aufschlag von 0,81 Prozent auf 39,27 Euro. (APA)

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