Sony legt Rechtsstreit mit "Playstation-Hacker" bei

12. April 2011, 09:00
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Außergerichtliche Einigung gefunden - George Hotz muss versprechen, Root-Key nicht weiter zu verbreiten

Die rechtliche Vorgehensweise von Sony Computer Entertainment America (SCEA) gegen den Playstation-Hacker George Hotz, hat in den letzten Wochen für einige Aufregung in der Online-Community gesorgt - und sich zwischenzeitlich zu einem regelrechten PR-Desaster für das Unternehmen entwickelt. Kein Wunder also, dass das Unternehmen nun danach strebt, die ganze Affäre möglichst rasch abzuschließen, insofern kommt die jetzt erfolgte Verlautbarung einer außergerichtlichen Einigung dann doch nicht vollständig überraschend.

Stellungnahme

Wie SCEA in einem Blog-Eintrag mitteilt, sei man froh diese Angelegenheit hinter sich gelassen zu haben. Gleichzeitig betont man, aber ohnehin immer nur im Interesse der eigenen KundInnen - und natürlich des geistigen Eigentums der Firma - vorgegangen zu sein. Hotz versichert gleichzeitig, dass es ihm nie darum gegangen sei, NutzerInnen Schwierigkeiten zu machen, oder Softwarepiraterie zu erleichtern.

Signatur

"Geohot" - so der Spitzname des Hackers - hatte den sogenannten "Root Key" herausgefunden, mit dem Sony sämtliche Programme auf der Playstation 3 signiert. Das Ziel: Die Ausführung von Dritt-Software und vor allem von Spielkopien zu verhindern. Mit dem Hack wurde dieser Schutz praktisch wirkungslos, kann Sony diesen "Root Key" doch nicht so ohne weiteres zurückziehen.

Abmachung

Als Teil der Abmachung verspricht "Geohot" nun, den Key - und darauf basierende PS3-Hacks - nicht weiter zu verbreiten. Im Bestreben das Ausführen von Drittsoftware zu Verhindern, ist dies für Sony aber trotzdem bestenfalls ein symbolischer Erfolg, der zugehörige Code ist längst weit über das Internet verbreitet.

Konsequenzen

Der Fall hatte für einige Aufregung gesorgt, die Vorgangsweise von Sony - und in Folge des zuständigen Gerichts - waren auf lautstarke Kritik getroffen. So hatte das Gericht den Provider von Hotz' Webseite dazu gezwungen, die Informationen über alle BesucherInnen offen zu legen. "Geohot" musste nicht nur seine Rechner - direkt an Sony - abliefern, auch sein Paypal-Konto wurde geöffnet. Als Konsequenz daraus hatten sich Solidarisierungskampagnen gestartet, "Anonymous" hatte in dem Zusammenhang zuletzt sogar das Playstation Network direkt angegriffen. (red, derStandard.at, 12.04.11)

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    Playstation-Hacker George Hotz.

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