Islamabad fordert weniger CIA-Aktivitäten im Land

12. April 2011, 18:07
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Insgesamt rund 335 Mitarbeiter des Geheimdienstes aufgefordert, Land zu verlassen

Washington/Islamabad - Die Beziehung zwischen den USA und der Atommacht Pakistan kühlen weiter ab. Pakistan verlangt nach einem Bericht der "New York Times" von den USA eine starke Reduzierung der amerikanischen Geheimdienstaktivitäten im Land. Dies schrieb das Blatt am Montag online unter Berufung auf Informanten. Insgesamt seien etwa 335 Agenten des Geheimdienstes CIA, Auftragnehmer und Mitglieder von Spezialkommandos aufgefordert worden, das Land zu verlassen.

Außerdem sollten die Angriffe mit US-Drohnen auf Extremisten an der pakistanisch-afghanischen Grenze auf Eis gelegt werden. Der Nordwesten des Landes gilt als Rückzugsgebiet für Taliban-Kämpfer und das Terrornetzwerk Al-Kaida.

Wie viele CIA-Agenten in Pakistan aktiv sind, ist nicht bekannt. Bei den Spezialkräften würde dieser Schritt ein Minus von 25 bis 40 Prozent bedeuten, hieß es in der "New York Times". Die Reduzierungen seien vom pakistanischen Armeechef Ashfaq Parvez Kayani persönlich gefordert worden, sagten der Zeitung pakistanische und amerikanische Beamte, die anonym bleiben wollten, weil die Angelegenheit so heikel sei.

Die pakistanischen Forderungen stünden im Zusammenhang mit dem Fall des amerikanischen CIA-Mitarbeiters Raymond Davis, der Ende Jänner in der ostpakistanischen Stadt Lahore unter ungeklärten Umständen zwei Einheimische erschossen hatte, hieß es.

Am Montag sei der Chef des pakistanischen Geheimdienstes ISI, Ahmad Shuja Pasha, zu fast vierstündigen Gesprächen mit CIA-Direktor Leon Panetta und Generalstabschef Admiral Mike Mullen in Washington angekommen. (APA)

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