Angst vor Blutvergießen nach Gbagbos Festnahme

12. April 2011, 13:58
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    foto: reuters/emmanuel braun

    Anhänger von Ouattara feiern Sieg gegen Gbagbo in Abidjan.

Ouattara will Wahrheitskommission bilden - Auch Ex-Präsident ruft zum Frieden auf

Abidjan/New York/Genf - Mit dem Ende des monatelangen Machtkampfs in der westafrikanischen Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) schwindet noch nicht die Angst vor weiterem Blutvergießen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat an den international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara appelliert, nach der militärischen Durchsetzung seines legitimen Machtanspruchs und der am Montag erfolgten Gefangennahme seines Amtsvorgängers Laurent Gbagbo alles zu tun, um ein Blutbad zu verhindern. Sowohl Ouattara als auch Gbagbo haben die verfeindeten Lager aufgerufen, von Vergeltung und Gewalt abzusehen.

Es dürfe keine Verfolgungen von Gbagbo-Anhängern geben und die für Massaker und schwere Menschenrechtsverstöße Verantwortlichen auf beiden Seiten müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Ban Ki-moon nach Angaben seines Sprechers in New York. Der Generalsekretär begrüßte zugleich die von Ouattara angekündigte Bildung einer "Wahrheits- und Versöhnungskommission" nach südafrikanischem Vorbild.

"Massentötungen und extreme Gewalt"

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch (HRW) haben Ouattaras Truppen Massaker und Massenvergewaltigungen vorgeworfen. In der vergangenen Woche hatte in Duékoué im Westen des Landes ein Massaker mit bis zu tausend Todesopfern stattgefunden, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf bestätigte. Die Brüsseler "International Crisis Group" sprach von "Massentötungen und extremer Gewalt". Hunderttausende Ivorer und Gastarbeiter aus den Nachbarländern sind auf der Flucht. Die Festnahme Gbagbos in Abidjan erfolgte mit Unterstützung der Militärmission der früheren Kolonialmacht Frankreich. Gbagbos Sohn wäre fast gelyncht worden, berichteten französische Fernsehsender.

Bei Kämpfen im Westen sind seit Ende März nach UNO-Angaben fast 540 Menschen getötet worden. Die Zahl der Opfer drohe aber noch zu steigen, sagte eine Sprecherin des Menschenrechtskommissariats der Vereinten Nationen am Dienstag in Genf. Das UNO-Ermittlerteam sei verstärkt worden und habe bisher 536 Tote gezählt.

Ouattara verspricht "Ära der Hoffnung"

"Ich rufe meine Mitbürger auf, von jeglicher Vergeltung oder Gewalt abzusehen", sagte Ouattara am Montagabend in einer Fernsehrede und versprach eine "neue Ära der Hoffnung". Nach Experteneinschätzungen ist der Konflikt noch nicht vorbei. Insbesondere war zunächst nicht klar, ob Gbagbos Anhänger wirklich die Waffen niederlegen werden. Auch Gbagbo forderte in einer kurzen Ansprache ein Ende der Kampfhandlungen. Auf Fernsehbildern aus dem Hotel, wo er festgehalten wurde, wirkte er unterwürfig und verschreckt. Unklar blieb zunächst die Rolle der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich bei seiner Festnahme. Gbagbos Berater haben Ouattara vorgeworfen, nur eine Marionette der Franzosen zu sein.

Als unmittelbares Problem galt das Sicherheitsvakuum in der Metropole Abidjan, wo bis zuletzt schwere Kämpfe tobten. "Die meisten Polizisten sind nicht auf ihren Posten. Beide Seiten verüben Einbrüche, vergewaltigen und töten", sagte eine Sprecherin der UNO-Menschenrechtskommission. Nach den zehntägigen Kämpfen in der Stadt gingen der Bevölkerung Lebensmittel und Wasser aus.

Ouattara hatte die Präsidenten-Stichwahl im November nach Feststellung der unabhängigen Wahlkommission mit 54,1 Prozent der Stimmen gewonnen. Das von Gbagbo-Gefolgsleuten dominierte Verfassungsgericht rief jedoch den bisherigen Amtsinhaber zum Sieger aus, nachdem rund eine halbe Million Stimmen mit der Begründung annulliert worden war, dass in den Hochburgen Ouattaras im überwiegend muslimischen Norden Anhänger Gbagbos an der Stimmabgabe gehindert worden seien. (APA)

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Vincent_Vega
03
12.4.2011, 18:35
Es wird höchste zeit diese durchgeknallten in die Schranken zu weisen!

China, Russland und Indien sollen mal ein bisschen die militärischen Muskeln lassen!

Kann ja nicht sein, dass hier ein "rechtmäßiger" gewählter Präsident einfach von der UNO bzw Frankreich militärisch gestürzt wird!

Wo kommen wir denn da hin, als nächstes fängt Russland an und kidnappt den König von Bahrein und übergibt ihn der Opposition oder dem Iran!

Und in Saudi Arabien muss China jetzt "humanitär" tätig werden, nimmt ebenfalls den König gefangen und ruft wahlen aus...

Indien sieht im Gazastreifen eine humanitäre katastrophe und hilft den rebellen in Jerusalem und Tel Aviv einzumaschieren!

usw.

lange wird russland und china sicher nimma zuschauen,

die uno is jetzt sowiso schon zerstört nach diesen machenschaften...

Alder
 
05
12.4.2011, 16:55

Alassane Ouattara wurde schon zu Diktator Houphouet Boigny's Zeiten Ministerpräsident. Während seiner Zeit als Ministerpräsident unter Boigny ließ Ouattara den Oppositionspolitiker Laurent Gbagbo verhaften und ins Gefängnis werfen, da dieser für eine Mehrparteiensystem warb.
http://www.ivoireleaks.de/8.html

Sehr lesenswert auch das Wikileaks Cable weiter unten auf der Seite!

GRohnePunkte
02
12.4.2011, 16:13
Kaokaokrieg

Ein Massenmörder wird von Frankreich zum Präsidenten gemacht damit einige Hundert stinkreiche Franzosen (die natürlich in Frankreich zu den großzügigsten Parteispendern gehören) weiterhin den Kaokaomarkt und die Kaokaopreise kontrollieren können.

Premier Gaou
05
12.4.2011, 16:12
und die UNO schaut wieder weg!

...von 60 verschiedenen Persinen in diesen Stadtteilen gemeldet!

Obwohl die UNOCI darüber informiert wurde, gab es bisher keine Reaktionen und kein Einschreiten von deren Seite!

Peter W1
 
01
12.4.2011, 16:33

"UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat an den international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara appelliert, nach der militärischen Durchsetzung seines legitimen Machtanspruchs und der am Montag erfolgten Gefangennahme seines Amtsvorgängers Laurent Gbagbo alles zu tun, um ein Blutbad zu verhindern."

Diese UNO wird gar nichts tun und diese UNO ist nun das Ebenbild des nutzlosen Völkerbunds geworden. Diese UNO wird ihrem Angriff auf Regierungsgebäude eiens souveränen Staates auch nie wieder die Rolle des Vermittlers glaubhaft übernehmen können. Die UNO hat nun ihr My Lai.

Premier Gaou
05
12.4.2011, 16:07
Das Morden unter Ouattara hat schon begonnen

Meldung von unseren Korrespondenten soeben direkt aus Abidjan:

"Gestern wurde der ehemalige Innenminister Desire Tagro getötet, als er mit einer weissen Fahne auf die Rebellen zuging (dies war zuvor telefonisch angekündigt worden). In Yopougon wird von den "Siegern" Jagd u.a. auf Bete gemacht, die nun zur UNOCI geflüchtet sind - mind. weitere 30 Bete sind "martialisch geschlachtet" worden!

In yop./base cie: sind ca. 20 Dioula gestorben (Angehörige der nördl. Stämme, die zu Ouattara assoziert werden), als sie beim Wegräumen einer Barrikade von den Rebellen für LMP-Leute (Gbagbo-Anhänger) gehalten wurden.

In den Stadtteilen yop/cicogi/ und yop/mamifete/ wird durch Rebellen von Haus zu Haus "gesaeubert" - dies wurde uns bereits von 60 ver

Hofer1002
01
12.4.2011, 16:05
Ob

die Wahrheitskommission genauso neutral sein wird wie der Verfassungsgerichtshof?Aber eigentlich ist es ja egal. The winner takes it all.

Peter W1
 
00
12.4.2011, 16:36

Der Verfasugnsgerichtshof wird vom Präsidenten beschickt. Mal überlegen, wo passiert das noch? Ahja, in so gut wie jeder westlichen Demokratie!

Als der konservative Supreme Court das Wahrlergebnis de fakto aufhob und Bush zum Sieger der Wahl ausrief ... sah ich weit und breit keinen französischen Söldner in Panzern in Richtung Weisses Haus schiessen.

Premier Gaou
03
12.4.2011, 16:08
the winner takes it all?

...the winner steht noch lange nicht fest. Ouattara muss ebenfalls nach Den Haag!

Vincent_Vega
01
12.4.2011, 18:25
ich hoffe es!

Peter W1
 
02
12.4.2011, 15:36

Der Massenmörder, der der Nutzniesser eines Militärputsches französicher Söldner gegen den gewählten Präsidenten, ist, setzt Wahrheitskommisionen wegen jener Massaker ein, bei denen längst von Roten Kreuz und Caritas bestätigt wurde, dass er sie befohlen hat.

Mal überlegen .... zu welchen Schlüssen werden diese Kommisionen wohl kommen? Gar nicht mal so einfach deren Ausgang abzusehen :P .

LordNachgedacht
31
12.4.2011, 15:27

Es ist eigentlich egal! Kein Ferkelgrunzt darauf welcher "Präse auf Lebenszeit" in Afrikas Ländern übernimmt, denn für die respektiven Völker bleibt stets und immer die A****-Karte. Gutmenschen fordern: Keine Einmischung von außen? Total lachhaft! Kein afrikanischer Kleptokrat kann ohne Unterstützung internationaler Interessenvertretungen (i.e. Konzerne, Regierungen, Drogenkartelle etc.) seine Macht halten bzw. zelebrieren.

Peter W1
 
01
12.4.2011, 15:30

Was fasselst du da zusammen, Schlechtmensch? Wenn es keine Druck durch die Kolonialmächte gibt wären die Despoten also weg. Und im ersten Abschnitt meinst du aber, dass die Menschen unter diesen Despoten leiden. Also sollten die Kolonialisten doch verschwinden, oder?

Heut herrscht wieder Denkverbot unter unseren Menschenverachtern.

Schokolade
 
111
12.4.2011, 15:06
alassane ouattara,

der mann, dessen truppen ende märz ein massaker von über 800 toten im westen des landes zu verantworten haben, wurde nun von frankreich zum staatspräsidentenamt gehievt. das sollte zu denken geben.

http://www.youtube.com/watch?v=z... re=related

Peter W1
 
310
12.4.2011, 14:44

Nachdem Frankeich nun offiziell die Gruppe demokratischer Staaten verlasen hat und offen und zweifelsfrei ihre Kolonialpolitik verfolgt ist es an mündigen Menschen dieses Land und all seine Erzeugnisse zu boykottieren. Menschenverachtung und das Niedermetzeln tausender unschuldiger Menschen kann und darf nicht unterstützt wird. Die sollen sich die Produkte, die aus der Ausbeutung der Bevölkerung ihrer Kolonien entstanden sind, sonstwohin stecken!

Zur UNO: Seit ihrem skandaläsen Vorgehen in CI ist sie endgültig auf Völkerbundniveau gerutscht. Sie hat nun keinerlei Funktion mehr, bis ihre Verbrechen lückenlos geklärt und sanktioniert wurden. Da dies nicht erfolgen wird kann die UNO nie wieder ihre Rolle als Vermittler glaubhaft spielen.

Peter W1
 
211
12.4.2011, 14:23

Finally: sollte es der Red nicht zu denken geben, dass hier so gut wie alle Kommentare informativer und besser recherchiert sind als der Artikel?

So gut wie kein Leser hier kauft euch eure Propaganda ab. Also versuchsts es doch zumindest bei dem Thema wiedermal mit Recherche und Fakten. Das ging ja schon, als ihr über die Eigeninteressen Frankreichs in der CI gut berichtet habt.

Mit Propaganda wie der hier oben aber verärgert ihr nur eure Leserschaft. Oder hat es bis auf den einen traurigen Fall von Therapienotwendigkeit auch nur eine Stimme der Zustimmung dazu gegeben? Think different :) .

Peter W1
 
311
12.4.2011, 14:18

... Fakt ist, dass franzöische Truppen mit 60 Panzern im Alleingang den gewählten Präsidenten gestürzt haben. Das alles ist selbst in diesem Medium nachzulesen und detaillierter leicht zu recherchieren.

Das alles ist streng politikwissenschaftlich gesehen ein Militärputsch der französischen Kolonialtruppen gegen den vom Verfassungsgerichtshof als auch den Wahlen bestätigten Präsidenten der CI. Mit dem Hintergrund, dass dieser die Kakaoplantagen, welche sich ausschließlich im Besitz der Kolonialmacht befindet, verstaatlichen wollte. Die katastrophale Rolle der UNO hierbei kann nur als das My Lai der UNO gesehen werden und hat sie auf lange Zeit ihrer Rolle als glaubhafter Vermittler beraubt.

Peter W1
 
27
12.4.2011, 14:15

Fakt ist, dass Wahlbetrug stattfand. Dieser wurde vom Verfassungsgericht festgestellt (ist ja nicht schwer, wenn die UNO nicht in den Gebieten Outtaras beobachtet und dort mehr Stimmen für Outtare abgegeben werden als es Wahlregistrierte gibt) und daher der Wahlausgang korrigiert. Genauso wie in den USA bei der Wahl von Bush der Surpreme Court das Ergebnis festgelegt hat.

Fakt ist, dass auf Befehl Outtaras 1000 unschuldige Zivilisten ermordet wurden. Dies wurde von der Caritas und dem Roter Kreuz bestätigt.

Fakt ist, dass Gbagbo die Kakaoplantagen verstaatlichen wollte und damit der Kolonialmacht Frankreich, die unverändert in CI Besatzungstruppen stationiert hat, geschadet hätte. ...

Peter W1
 
28
12.4.2011, 14:10

Unfassbar was in diesme Artikel an unbestägtigten Holler vorkommt. Outtara hat die Wahl verloren, weil er in einigen seiner Bezirken weit mehr Stimmen bekam als als es Wähler gab.

Auch stellte sowohl Rotes Kreuz als auch Caritas nicht nur das Massaker an 1000 Zivilisten vor 2 Wochen in den Gebieten Outtaras fest. Sie bestätigten auch, dass dies die Truppen Outtaras waren.

Und letztendlich steht sogar hier, das 60 französische Panzer das Regierungsgebäude beschossen und den Präsidenten entführten. Und jetzt hat die Kolonialmacht Frankreich nichts mit dem Sturz des vom Verfassungsgerichshof als auch der Wahl bestätigten Präsidenten der CI?

Wenn schon Faktenverdrehen, dann nicht dermassen patschert!

Premier Gaou
06
12.4.2011, 12:53
missbrauch der UNO r2p

So ausdrücklich wie Frankreich betonen muss, dass ihr Militär "nicht an der Festnahme Gbagbo's beteiligt" gewesen sei, muss sich ja nun eigentlich jeder im Klaren darüber sein, dass die ex-Kolonialmacht natürlich den ihr genehmen Kandidaten ins Amt geputscht und dafür die "resposability to protect" der UNO missbraucht hat. So viel wie nun hier getrickst und gelogen wurde, kann sich jeder selbst ausrechnen, wie da erst im Vorfeld der Wahlen und bei der Wahl selbst schon getrickst und gefälscht wurde. Mit allen Mitteln musste der Massenmörder Ouattara ins Amt kommen, koste es was es wolle: zivile Opfer, tote Kinder, vergewaltigte Frauen, niedergebrannte Dörfer, ein zerbombtes Abidjan, der Abgeordnete Paillé (Sarkozy's UMP) bezeugt Massaker

Alder
 
06
12.4.2011, 12:48

Annuliert wurden die Ergebnisse der Wahlkreise, in denen es mehr Outtarastimmen gab als Wähler. Das würde hier - hoffentlich - auch passieren.
http://www.ivoireleaks.de

papst benedikt
08
12.4.2011, 12:50

wahlfälschung? schwamm drüber!
massaker? schwamm drüber!

hauptsache der "richtige" ist an der macht. solche vorwürfe haben uns schon bei thaci im kosovo nicht interessiert...

Andreas S.
32
12.4.2011, 14:03

massaker? Outtara ist moslem, weist religion des friedens und so, das wuerd er nie machen ;-)

wahlfaelschung? nicht notwendig, durch die migration und bevoelkerungsexplosion im isl. norden ist in den letzten 10 jahren die mehrheit zugunsten Outtara gekippt.

Porqué no te callas?
80
12.4.2011, 12:41

jaja die unkritischen und obrigkeitshörigen naiven diktatorenverherrlicher heulen sich jetzt noch in diesem forum aus, spinnen blödsinnige verschwörungstheorien und ein paar dumm-dämliche anti-westen polemiken, dann werden die propagandanicks stillgelegt und sie suchen sich den nächsten diktator zum bejubeln.

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