Rücktritt Gaddafis "lächerlich"

12. April 2011, 06:30
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Außenministerium kündigte Widerstand gegen "jede Annäherung an das libysche Territorium unter Mantel humanitärer Mission" an

Ein Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi hat die Idee eines Rücktritts seines Vaters "lächerlich" genannt. "Wir brauchen neues Blut, das ist, was wir für die Zukunft wollen, doch Gerede über den Rücktritt des Führers ist wahrlich lächerlich", sagte Saif al-Islam am Montag im französischen Sender BFM. Sein Vater sei im fortgeschrittenen Alter und wolle nicht alles kontrollieren. Er wünsche, dass junge Leute die Führung des Landes übernehmen, sagte Saif in dem Interview, das bereits am Wochenende aufgezeichnet worden war. Saif gilt als möglicher Nachfolger seines Vaters.

Libyens Außenministerium drohte unterdessen mit "heftigem Widerstand" im Falle eines ausländischen Einsatzes in der belagerten Küstenstadt Misrata (Misurata). Das Ministerium habe den UN-Sicherheitsrat, die Afrikanische Union und die Europäische Union informiert, dass "das bewaffnete Volk jeder Annäherung an das libysche Territorium unter dem Mantel einer humanitären Mission mit unerwartetem heftigen Widerstand begegnen wird", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Jana.

Nur Hilfe des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds werde akzeptiert

Allein die Hilfe des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds werde akzeptiert, hieß es weiter. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte am Freitag in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärt, die EU sei bereit, notfalls auch mit militärischen Mitteln humanitäre Hilfe für die 300.000 Einwohner der Küstenstadt Misrata zu leisten. Die von den Aufständischen kontrollierte Stadt wird seit Wochen von den Truppen Gaddafis belagert und beschossen.

Libyens zurückgetretener Außenminister Moussa Koussa (Kussa) warnte vor einem "neuen Somalia" in Libyen, sollte ein Bürgerkrieg ausbrechen. "Die Einheit Libyens ist essenziell für jede Lösung in Libyen", sagte Koussa im britischen Rundfunk BBC. Der Ende März überraschend nach London geflohene langjährige enge Vertraute Gaddafis sagte, er habe keinen Kontakt mehr mit der libyschen Führung. Er habe 30 Jahre lang dem Regime gedient, doch nach den jüngsten Entwicklungen habe er nicht mehr weiter machen können, sagte der frühere Geheimdienstchef. (APA)

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