Polizei nahm wichtigen Oppositionellen vorübergehend fest

11. April 2011, 19:39
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Besigye gegen Kaution wieder freigelassen

Kampala - Die ugandische Polizei hat am Montag den wichtigsten Oppositionsführer des ostafrikanischen Landes, Kizza Besigye, vorübergehend festgenommen. Besigye habe versucht, eine Straße in Richtung der Hauptstadt Kampala zu blockieren, und Widerstand gegen die Sicherheitskräfte geleistet, sagte Polizeisprecherin Judith Nabakooba. Nach einer Gerichtsverhandlung wurde der 54-Jährige gegen Kaution wieder freigelassen.

Einige Stunden nach seiner Festnahme wurde der Oppositionsführer nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP der "Anstachelung zur Gewalt" beschuldigt und in das Kasangati-Gefängnis gebracht, wo er auf nicht schuldig plädierte. Vor dem Gericht, in dem später über seinen Fall verhandelt wurde, versammelten sich hunderte Anhänger und forderten Besigyes Freilassung. Nach seiner Entlassung gegen eine Kaution kehrte in Kampala wieder Ruhe ein.

"Lächerlich"

"Das ist lächerlich", sagte Besigye AFP, als er von der Polizeiwache ins Gefängnis gebracht wurde. "Ich bin nur mit ein paar Leuten auf der Straße gelaufen (...) und sie nennen das Anstachelung zur Gewalt." Der Oppositionelle, der bei der Präsidentenwahl im Februar dem langjährigen Amtsinhaber Yoweri Museveni unterlegen war, hatte zu einer Demonstration unter dem Motto "Zur Arbeit laufen" aufgerufen, um gegen steigende Benzinpreise zu protestieren.

Nach Angaben von Besigyes Vertrautem Sam Mugumya wurde der Oppositionelle am frühen Morgen von der Polizei angehalten, kurz nachdem er mit einer kleinen Gruppe Menschen von seinem Haus im Vorort Kasangati aufgebrochen war. Es seien "zehn Mal mehr Polizisten als Oppositionelle" gewesen, sagte Mugumya. Nach zwei Stunden hätten die Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt, Besigye sei auf einen Polizei-Pritschenwagen "bugsiert" worden.

Besigye hatte das Wahlergebnis nicht anerkannt. Er warf Museveni und seiner Partei Betrug vor und während der Wahl vor. Die ugandische Polizeiführung verbot in der vergangenen Woche jegliche Proteste und kündigte ein hartes Vorgehen gegen Demonstranten an. (APA)

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