Besigye gegen Kaution wieder freigelassen
Kampala - Die ugandische Polizei hat am Montag den wichtigsten
Oppositionsführer des ostafrikanischen Landes, Kizza Besigye, vorübergehend
festgenommen. Besigye habe versucht, eine Straße in Richtung der Hauptstadt
Kampala zu blockieren, und Widerstand gegen die Sicherheitskräfte geleistet,
sagte Polizeisprecherin Judith Nabakooba. Nach einer Gerichtsverhandlung wurde
der 54-Jährige gegen Kaution wieder freigelassen.
Einige Stunden nach seiner Festnahme wurde der Oppositionsführer nach Angaben
eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP der "Anstachelung zur Gewalt"
beschuldigt und in das Kasangati-Gefängnis gebracht, wo er auf nicht schuldig
plädierte. Vor dem Gericht, in dem später über seinen Fall verhandelt wurde,
versammelten sich hunderte Anhänger und forderten Besigyes Freilassung. Nach
seiner Entlassung gegen eine Kaution kehrte in Kampala wieder Ruhe ein.
"Lächerlich"
"Das ist lächerlich", sagte Besigye AFP, als er von der Polizeiwache ins
Gefängnis gebracht wurde. "Ich bin nur mit ein paar Leuten auf der Straße
gelaufen (...) und sie nennen das Anstachelung zur Gewalt." Der Oppositionelle,
der bei der Präsidentenwahl im Februar dem langjährigen Amtsinhaber Yoweri
Museveni unterlegen war, hatte zu einer Demonstration unter dem Motto "Zur
Arbeit laufen" aufgerufen, um gegen steigende Benzinpreise zu protestieren.
Nach Angaben von Besigyes Vertrautem Sam Mugumya wurde der Oppositionelle am
frühen Morgen von der Polizei angehalten, kurz nachdem er mit einer kleinen
Gruppe Menschen von seinem Haus im Vorort Kasangati aufgebrochen war. Es seien
"zehn Mal mehr Polizisten als Oppositionelle" gewesen, sagte Mugumya. Nach zwei
Stunden hätten die Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt, Besigye sei auf einen
Polizei-Pritschenwagen "bugsiert" worden.
Besigye hatte das Wahlergebnis nicht anerkannt. Er warf Museveni und seiner
Partei Betrug vor und während der Wahl vor. Die ugandische Polizeiführung verbot
in der vergangenen Woche jegliche Proteste und kündigte ein hartes Vorgehen
gegen Demonstranten an. (APA)