ATOMKRISE IN JAPAN

Riskante Informationstaktik

11. April 2011, 18:38

Zögerliche und widersprüchliche Informationen nähren Zweifel

Endlich ein konkreter Schritt: Die Evakuierungszone rund um das havarierte AKW Fukushima in Japan wird ausgeweitet, wenigstens fünf weitere Ortschaften werden geräumt. Die Regierung hatte den Bewohnern außerhalb der Sperrzone im 20-Kilometer-Radius ums Kraftwerk bisher nahegelegt, ihre Häuser freiwillig zu verlassen oder sich darin einzuschließen. Viele Menschen wagten weder das eine noch das andere. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, wog schwerer - und war wohl auch konkreter.

Denn die Informationen, die in diesem einen Monat seit dem Beben, der darauffolgenden Flutwelle und dem Atomunfall im Kernkraftwerk Fukushima die Öffentlichkeit erreichten, dürften bei vielen Betroffenen mehr diffuse Unruhe als greifbare Angst hinterlassen haben, stellen doch die Angaben über Strahlenwerte, die der Kraftwerksbetreiber Tepco oder Behörden seither veröffentlichten, ob ständig wechselnder Messwerte selbst Atomenergieexperten immer wieder vor Rätsel.

Zynisch gesagt: Panikmache kann man den Verantwortlichen nicht vorwerfen. Diese Art von Informationspolitik lädt aber dazu ein, sämtliche Angaben zur Lage anzuzweifeln. Sie gibt Grund zur Annahme, dass bei der Krisenkommunikation auch taktische Überlegungen mitspielen. Diese sind aber absolut fehl am Platz, wenn von Informationen die Gesundheit tausender Menschen abhängt. (Gudrun Springer, DER STANDARD-Printausgabe, 12.4.2011)

heinz feichtinger
01
12.4.2011, 08:45
Also doch : Das Rating von der Atomreaktorzone Fukushima auf den Wert 7 - also Tschernobyl - bedeutet die Jahrhunderte andauernde Entsiedelung einer Todeszone wie in Tschernobyl.

Der Vorteil alles einfach in den Pazifik zu werfen als Endlager, sozusagen für die Fisch, ist gegeben und wird auch genutzt. Eigentlich war ja Fukushima bereits abgeschrieben ( 6 Reaktoren der Baurreihe Zwentendorf, Isar 1) und doppelt so große Reaktoren sind dort in Bau. Inbetriebnahme 2012 bis 2016. Man steht nicht vor dem "Aus" für die Kernenergie, und schon gar nicht vor dem "Ausschalten" dieser lecken Giganten. Das größte Leck im Normalbetrieb ist allerdings das fehlende Endlager für die nächste Million Jahre - gibt es nirgendwo auf der Welt. Aber Abklingbecken, Zwischenlager zuhauf. Auch der Pazifik ist nur ein Zwischenlager für die radioaktive Brühe. Das Endlager befindet sich am Ende der Nahrungskette und heißt "Mensch" !
Weltweit

sotho talker
 
07
11.4.2011, 20:26
welche atomenergieexperten stellte es vor rätsel?

namen bitte :)

welche wechselnden messwerten? im standard war alles kraut und rüben durcheinander in der berichterstattung, ja aber wer sich informieren wollte und ein wenig zeit investiert hat konnte das ohne probleme tun. warum es den journalisten nicht möglich war die entsprechenden quellen abzuklappern wo die doch viel mehr zeit hatten und es eigentlich ihre aufgabe gewesen wäre sollten sie sich mal selber fragen. gute infos gab es an vielen orten, nur nicht in den zeitungen.

man muss es sich einmal vorstellen: da hätte es schon was gebracht einfach auf alle links der user hier zu klicken und dort zu graben zu beginnen um licht ins dunkle zu bringen. das forum ist ein schatz für euch schreiberlinge, den ihr ignoriert...

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