S&T braucht wieder frisches Geld

11. April 2011, 17:57
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3,5 Millionen Euro neuer Kredit oder Umwidmung

Wien - Der angeschlagene börsennotierte IT-Dienstleister S&T braucht von seinen Banken weiteres Geld, um bis Jahresende über die Runden zu kommen. Es geht um rund 3,5 Mio. Euro. Die Aktiengesellschaft, deren Ost-Töchter funktionieren und verkauft werden sollen, stehen bei den Banken mit 90 Mio. Euro in der Kreide:55 Mio. entfallen auf Anleihen, rund 35 Mio. auf Kredite.

Zuletzt haben die Banken unter Auflagen ein Überbrückungsdarlehen von sechs Mio. Euro gewährt. EinTeil davon (2,7 Mio. Euro) war für Abschlagszahlungen der Muttergesellschaft im Zusammenhang mit Haftungen für Schweizer und deutsche Töchter reserviert. Nach deren Insolvenz soll dieser Teil nun aber umgewidmet werden - man braucht das Geld, um S&T Austria zu schrumpfen. Da plant der Sanierungsvorstand bis Mitte Mai den Abbau von 70 Mitarbeitern;derzeit sind es 240.

Die Sache mit den frischen 3,5 Mio. Euro ist sozusagen auch rückwirkend von großer Bedeutung. An dieser Finanzierung (oder eben der Umwidmung des bestehenden Kredits) hängt die positive Fortführungsprognose, die der Wirtschaftsprüfer braucht, um die Bilanz 2010 uneingeschränkt testieren zu können.

Wie berichtet sucht man derzeit nach einem Käufer für S&T. Ihr Gründer, Thomas Streimelweger, hat sein Aktienpaket an die Banken, bei denen er sich das Geld für Aktienzukäufe geliehen hatte, übergeben. Die Institute, die mit Eigenkapital in der Gesellschaft stecken (wie Hypo Alpe Adria, Hypo NÖ, oder Investkredit; sie halten mit AvW mehr als 60 Prozent) haben sich nun zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Ihre Pläne, wie die Verkleinerung des Aufsichtsrats, werden sie künftig Fall für Fall mit der Übernahmekommission abstimmen.

Die Hypo NÖ hat (abseits der ihr von Streimelweger zugewachsenen rund 2,5 Prozent) zudem seit Jahren fünf S&T-Prozent in ihren Büchern. Der Grund: Streimelweger sollte die Gesellschaft nach Niederösterreich übersiedeln, das Vorhaben lief unter dem Stichwort Hightech-Land Niederösterreich. Auch entsprechende Förderungen waren geplant gewesen. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.4.2011)

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