Rätseln um Abgang von Antinori

11. April 2011, 16:52
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Möglicherweise glaubte er nicht an AUA-Turnaround

Wien/Frankfurt - Beobachter der Airlinebranche in Deutschland rätseln weiter, warum Thierry Antinori Ende März, drei Tage bevor er bei der AUA (Austrian Airlines) den Chefsessel hätte einnehmen sollen, hingeschmissen hat. Der Airline-Publizist Jens Flottau ("Süddeutsche") äußerte am Montag in seinem Blog die Vermutung, dass Antinori nicht an den Turnaround bei der AUA geglaubt habe.

Unter Berufung auf Luftfahrtkreise schreibt Flottau, dass Antinori die Lufthansa-Gruppe deshalb verlassen habe, weil er die Vorgaben für die Sanierung bei der AUA nicht für machbar gehalten habe. Dass die AUA in Wien nur wenige Tage später ein neues Sparprogramm aufsetzte, sei wohl kein Zufall, heißt es bei Flottau. Die AUA zum Turnaround zu bringen, sähen viele bei der Lufthansa schwieriger als ursprünglich geplant, und es mehrten sich Stimmen im Konzern, die den ganzen Deal im Nachhinein als Fehler betrachteten.

Flottau meint zudem, dass Antinori ab September frei sein dürfte von seinen bisherigen Konkurrenzklauseln. Er bringt danach wieder einen Wechsel zu Air Berlin ins Gespräch, wo er irgendwann einmal dem Konzernchef Joachim Hunold nachfolgen könnte.

Auch die deutsche "Börsen-Zeitung" hat zuletzt über Antinoris Beweggründe für den spektakulären Rückzug spekuliert. Von einem neuen Job sei die Rede, beruflichen Herausforderungen außerhalb des Lufthansa-Konzerns. "Doch es könnte genauso gut sein, dass Antinori bei genauerer Analyse der defizitären österreichischen Tochter erkannte, dass man dort als Vorstandschef eigentlich nur scheitern kann", so die "BZ". Denn die Vorgaben aus dem Mutterhaus seien streng, noch im laufenden Jahr sollen die Österreicher operativ die Gewinnzone erreichen. Antinori sollte "wohl aufs Abstellgleis nach Österreich. Und von dort, bei Misserfolg, in die Wüste", mutmaßt das deutsche Börsenblatt. (APA)

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