Abenteurer in Sachen Kino

11. April 2011, 17:20
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Von Newcomern bis zu historischen Helden: Das Festival Crossing Europe eröffnet vierfach und stellt bis 17. April 160 Filme vor

Linz - Eine junge Frau (Sandra Hüller), Medizinerin, verheiratet, Mutter eines Sohnes, mietet eines Tages heimlich eine Wohnung an. Dort trifft sie sich mit fremden Männern zu anonymem Sex. Ein Teil des Genusses scheint darin zu liegen, dass sie diese Erfahrungen nicht teilen, nicht erklären muss, was ihr selbst nicht ganz erklärbar scheint.

Brownian Movement heißt diese sorgfältig verortete, intensiv verkörperte und distanzierte Verhaltensstudie, der vierte Spielfilm von Nanouk Leopold - der niederländischen Regisseurin (und ihrer Produzentin Stienette Bosklopper) widmet Crossing Europe das diesjährige Tribute. Man kann ihn als charakteristisch für jene eigenwilligen Erzählungen nehmen, die das Festival ausstellt, und die in diesem Jahr etwa aus Großbritannien (Archipelago), Slowenien (Oèa/Dad) oder Serbien (Tilva Roš) kommen. Brownian Movement ist außerdem einer der vier Eröffnungsfilme, mit denen das Filmfestival auf seine Programmschwerpunkte hinweist.

Zum Beispiel auf die historische Retro "Red Western" , die einschlägige ostdeutsche und sowjetische Produktionen versammelt.Ehrengast am Eröffnungsabend, zur Aufführung von Chingachgook, die Große Schlange, ist Gojko Mitić, der in diesem und anderen DEFA-Western als edelmütiger Ureinwohner Kultstatus erlangte.

US-Kultregisseur John Landis hingegen hat sich jüngst mit dem britischen Multitalent Simon Pegg (Shaun of The Dead) zusammengetan: Burke & Hare markiert den Auftakt der Mitternachtsschiene.

Als Welturaufführung eröffnet schließlich Bernhard Sallmanns Das schlechte Feld die Reihe Local Artist: ein dokumentarischer Essay, der anhand eines Grundstücks im oberösterreichischen Ansfelden jüngerer verdrängter Geschichte bis in Schulhefte nachspürt. (Isabella Reicher, DER STANDARD - Printausgabe, 12. April 2011)

12. bis 17. April

  • Verhaltensstudien mit Fremdkörpern: Sandra Hüller in Nanouk Leopolds 
"Brownian Movement".
    foto: crossing europe

    Verhaltensstudien mit Fremdkörpern: Sandra Hüller in Nanouk Leopolds "Brownian Movement".

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