Keiko Fujimori im Rennen ums PräsidentInnenamt

11. April 2011, 16:26
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Tritt in Fußstapfen ihres korrupten Vaters: Betriebswirtin gilt trotzdem als ernstzunehmende Anwärterin

Lima - Der Linksnationalist Ollanta Humala und die rechtskonservative Keiko Fujimori gehen im Juni in die Stichwahl um die Präsidentschaft in Peru.

Fujimori trat erstmals ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit, als sich ihr Vater und damaliger peruanischer Präsident 1994 von seiner Frau trennte. Die erst 19-Jährige blieb bei ihrem Vater und fungierte künftig als "First Lady". Auch nach der Flucht des Präsidenten 2000 aus dem Amt und nach Japan hielt sie eisern zu ihrem Vater. Sie verteidigte seine Regierung, während das kaum noch jemand wagte.

Im Namen des Vaters

Fujimori Senior ist inzwischen zu 25 Jahren Haft wegen schwerer Menschenrechtsverbrechen und Korruption während seiner Regierungszeit verurteilt. Seine Tochter aber will das höchste Staatsamt nun selbst mit dem Argument erobern, sie werde die Politik ihres Vaters unverändert fortführen. Und manchmal scheint es fast so, als ob Keiko nur Präsidentin werden wolle, um ihren Vater zu rehabilitieren.

Keiko Sofía Fujimori Higuchi wurde am 25. Mai 1975 in Lima als Tochter eines gänzlich unbekannten Hochschulprofessors geboren, der 15 Jahre später als eine der größten Wahlüberraschungen Perus Präsident werden sollte. Nach dem Sturz ihres Vaters übernahm sie Dank ihres Nachnamens die Führung von dessen autoritärkonservativer Anhängerschaft. 2006 wurde sie ins Parlament gewählt.

Im Wahlkampf hob sie immer wieder die Erfolge ihres Vaters im Kampf gegen linke Rebellen oder gegen die Hyperinflation zu Beginn seiner ersten Amtszeit 1990 hervor. Von den dunklen Seiten der Regierung ihres Vaters setzte sie sich nur halbherzig ab, was ihr die Gefolgschaft des harten Kerns der AnhängerInnen ihres Vaters einbrachte, es ihr zugleich aber auch schwer machte, ihre Basis zu vergrößern. Dennoch gilt die disziplinierte Betriebswirtin als ernstzunehmende Anwärterin auf den Präsidentensessel. (APA/Ag.)

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    Die 35-jährige Keiko Fujimori kam in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag auf die zweitmeisten Stimmen nach Favorit Humala.

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