"Meine Auffassung ist eine andere"

11. April 2011, 16:54
  • Artikelbild
    vergrößern 500x700
    foto: cover/ballesterer

    Inhalte des ballesterer Nr. 61 (April 2011) - Ab sofort österreichweit im Zeitschriftenhandel!

    Schwerpunkt: CATENACCIO

    DAS BROT DER ARMEN
    Die Geschichte einer italienischen Fußballrevolution

    CATENACCIO VIENNESE
    Karl Rappan und weitere Defensivfanatiker aus Österreich

    WELTMEISTER 1982
    Gianni Brera über Bearzots Wiederentdeckung des heiligen Catenaccio

    Außerdem im neuen ballesterer:

    RAPID UNTERM HAKENKREUZ
    Parteigenossen und grün-weiße Schlurfs

    "BIN FROH, DASS KEIN SPIELER IN DER NSDAP WAR"
    Rapid-Präsident Edlinger über den Grauschleier in der Klubgeschichte

    KARTNIGS ENDSPIEL
    Ein Anstoß zum Prozess gegen den Ex-Sturm-Zapano

    EIN LINZER IN ANDALUSIEN
    Tormanntalent Pirmin Strasser hofft in Almeria auf einen Platz in der Sonne

    VOM STAAT AUFGELÖST
    Ex-Fiorentina-Vorsänger Domenico Mungo im Interview

    DIE PROLOS AUS DEM WIENERWALD
    Die »Tornados« begleiten den SV Neulengbach bis nach London

    DAS LETZTE TABU
    Der schwedische Profi Anton Hysen hat sich als schwul geoutet

    MADE IN AMSTETTEN
    Jawoi.com will Videoanalyse für alle anbieten

    KEIN PROBLEM MIT KOMMERZ
    Fankultur auf dem japanischen Sonderweg

    DR. PENNWIESER
    Die Schleimbeutelentzündung

    GROUNDHOPPING
    Nostalgie in Kattowitz, Regen in Brasilien und wallonische Wallungen

    KURZPASS
    Verräumtes Meisl-Erbe, göttliches Rapid, ACAB-Verwirrungen

    KRAFTWERK
    Alles Gute zum 50er, Loddar!

    FOTOSTRECKEN
    Ciao Fenomeno, Lichtausfall in Chorzow, Tierderby in Moldawien

  • Artikelbild
    foto: dieter brasch/ballesterer

    Markus Schopp über den modernen Catenaccio: "Mourinho hat dieses Spielsystem perfektioniert und weiterentwickelt. Er hat vor dem Hinspiel gegen Barcelona erkannt, dass diese Maschinerie mit ihrer ganzen individuellen Klasse nicht ins Laufen kommen darf, und einen Plan entwickelt."

  • Artikelbild
    foto: dieter brasch/ballesterer

    "Die Kreativen bleiben oft auf der Strecke. Der italienische Fußball hat ein Problem, sogenannte »fantasisti« bis zur Spitze durchzubringen. Nach Baggio hat es auf dieser Position noch Alessandro del Piero, Francesco Totti und Antonio Cassano gegeben."

  • Artikelbild
    foto: epa /ansa/monteforte

    Schopp war sicherlich auch eine "Grätzn" in der Serie A: Hier zupfte er AS Roma-Star Franceso Totti.

Markus Schopp ist kein Freund des Catenaccio. Der heutige U21-Co-Trainer hat den italienischen Fußball trotzdem schätzen gelernt. Ein Gespräch über Guardiolas Defensivgeheimnisse, Mourinhos Führungsqualitäten und einen bedenklichen Mangel an Fantasie

ballesterer: Sie sind bei Red Bull Salzburg unter Giovanni Trapattoni in Ungnade gefallen. Hatte Ihr Abgang auch mit seiner defensiven Spielauffassung zu tun?

Markus Schopp: Ich habe nur mehr ein paar Trainingseinheiten unter Trapattoni gehabt. Dass ich gegangen bin, hatte andere Gründe. Aber Trapattoni ist natürlich ein Verfechter der alten italienischen Schule, die auf einer sicheren und kompakten Defensive aufbaut. Die Italiener haben irgendwann gesehen, dass Unterhaltung zwar wichtig ist, ab einem gewissen Punkt aber andere Sachen entscheidender sind. Also haben sie ein System entwickelt mit dem Ziel, so wenig Tore wie möglich zu bekommen. Wenn man sich anschaut, was Trapattoni in seiner Karriere alles gewonnen hat, dann kann er nicht alles falsch gemacht haben. Ich bin aber eher Ivica Osims Ansicht, dass die Leute natürlich ins Stadion kommen, um gute Resultate, aber auch ein schönes Spiel zu sehen. Und bei vielen Mannschaften, die ich im Zuge meines Engagements in Italien kennengelernt habe, ist das in eine andere Richtung gegangen.

Auch unter Carlo Mazzone, Ihrem Trainer bei Brescia?

Schopp: Mazzone hat mit Ausnahme von AS Roma nur sogenannte "squadre di provincia" trainiert. Brescia war so ein Provinzverein. Auch wenn wir mit Roberto Baggio und Pep Guardiola sehr gute Einzelspieler hatten, an der Außenwahrnehmung hat das nichts geändert. Und der Verein hat sich entsprechend positioniert. Mazzone hat gewusst, wie wichtig eine gute Defensive ist. Und er ist damit zeit seiner Karriere gut gefahren und mit Ausnahme seiner letzten Station bei Bologna nie abgestiegen.

Im Interview mit dem ballesterer hat Carlo Mazzone die defensive Ausrichtung als das "Brot der Armen" bezeichnet. Würden Sie das unterschreiben?

Schopp: Osim hat das anders gesehen. Wenn wir gegen Manchester United gespielt haben, waren wir die Armen. Wir haben uns aber nicht in erster Linie mit den Stärken des Gegners, sondern mit unseren eigenen Stärken beschäftigt. Wir haben Lehrgeld gezahlt, aber wir haben uns weiterentwickelt. Offensiv zu spielen heißt ja nicht automatisch, die Defensive zu entblößen. Als ich Pep Guardiola das letzte Mal gesehen habe, hat er gesagt, bei Barcelona würden alle nur von der Offensive reden, dabei liege das Geheimnis in der Defensive. Man ist geneigt, nur die Geniestreiche zu sehen, aber bei Barcelona fängt die Defensivarbeit bei einem Ballverlust im Sechzehner des Gegners an. Die ziehen sich nicht zurück, sondern versuchen, den Ball sofort zurückzugewinnen.

Catenaccio war während Ihres Italien-Engagements ja nicht mehr zeitgemäß. Inwiefern wurde der Begriff noch thematisiert?

Schopp: Eigentlich gar nicht. Die Italiener kämpfen mittlerweile seit vielen Jahren mit ihrem Ruf. Sie versuchen aber auch, das mit den Erfolgen wie dem WM-Titel 2006 und dem Champions-League-Sieg von Inter 2010 zu verdecken. Nach dem Motto: "Wenn wir Weltmeister sind, müssen wir recht haben." Niemand redet darüber, mit welchem Fußball sie das geschafft haben. Ich finde, das macht sehr wohl einen Unterscheid aus. Wenn ich mir die Spanier anschaue, haben die mit ihrer Nationalmannschaft und dem FC Barcelona eine Benchmark gesetzt, die nicht so leicht zu toppen sein wird.

Barcelona ist aber in der vergangenen Saison von Mourinhos Inter gestoppt worden - mit einer Art modernem Catenaccio. Ist er also doch noch nicht tot?

Schopp: Mourinho hat dieses Spielsystem perfektioniert und weiterentwickelt. Er hat vor dem Hinspiel gegen Barcelona erkannt, dass diese Maschinerie mit ihrer ganzen individuellen Klasse nicht ins Laufen kommen darf, und einen Plan entwickelt. Er hat geschaut, dass sie im zentralen Mittelfeld nicht diese Überzahlsituationen bekommen. Das zu bewerkstelligen ist die höchste Challenge - und Mourinho ist es gelungen, weil Eto'o, Milito, Pandev und Sneijder ihren Offensivdrang hintangestellt haben. Es ist eines der größten Geheimnisse von Mourinho, wie er es schafft, diese Stars für seine Pläne zu begeistern. Das zeugt von einer Qualität im Umgang mit Menschen, die ihresgleichen sucht.

Zurück zum Außenseiter Brescia. Wie hat sich dieses Selbstverständnis des Provinzteams in der täglichen Arbeit niedergeschlagen?

Schopp: Trotz der guten Spieler haben wir ohne Viererkette und sehr defensiv agiert. Manndeckung ist übergegangen in Raumdeckung. Das System war ein 3-5-2 oder ein 3-5-1-1 mit einem stabilen Abwehrzentrum und zwei Maschinen auf den Seiten, dazu gegen Spitzenmannschaften noch zwei defensive Mittelfeldspieler. Das Hauptaugenmerk galt dem Schutz des eigenen Tors. Die Offensive war auf Roberto Baggio, Luca Toni und später Igli Tare aufgebaut. Baggio konnte aufgrund seiner vielen Verletzungen keine großen Wege mehr gehen. Deshalb war für Mazzone ein großer Stürmer in seiner Nähe sehr wichtig, der die Bälle halten und auf ihn ablegen konnte. Wenn Baggio den Ball am Fuß gehabt hat, war er eine tödliche Waffe. Er hat über so viel Qualität verfügt, wie ich sie bei keinem anderen Fußballer gesehen habe. Ein Freistoß am Sechzehner war zu 50 Prozent ein Tor. Wenn du Spieler wie Baggio hast, musst du andere finden, die für sie laufen und ihnen die Bälle bringen. Dementsprechend hat das Training ausgeschaut. In der langen Vorbereitungsphase, acht bis zehn Wochen, haben wir uns eine große Fitness angeeignet. Darauf hat Mazzone gesteigerten Wert gelegt, ebenso wie auf das Trainieren von Standardsituationen. Taktische Feinheiten waren ihm weniger wichtig. Das ist erst unter seinem Nachfolger Giovanni De Biasi, der ein modernerer Trainer war, anders geworden.

Sie haben immer einen sehr ausgeprägten Offensivdrang gehabt. Haben Sie sich deshalb schwergetan, sich in dieses System einzufügen?

Schopp: Das kann man sagen. Mazzone ist ja eigentlich kein Befürworter meines Transfers gewesen, weil Brescia auf der Position mit Aimo Diana einen Eigenbauspieler gehabt hat. Ich war im Ausdauerbereich nicht schlecht beisammen, aber der hat mir gezeigt, dass es noch ein paar Levels drüber gibt. Nachdem ich an meinem Defensivverhalten gearbeitet habe, ist er aber lang nicht an mir vorbeigekommen. Der wichtigste Lernprozess in Italien war, aus einer gesicherten Werkstatt in eine große Liga zu kommen und zu verstehen, dass man als Spieler immer nur Teil des Ganzen sein kann. Ich kann ein wichtiger Teil sein, aber trotzdem bin ich austauschbar. Auch wenn ich zehn Tore geschossen habe, muss ich erkennen, dass mich der Trainer gegen einen bestimmten Gegner aus taktischen Überlegungen nicht aufstellt. Ich musste an mir arbeiten und durfte mich von nichts ablenken lassen, damit es das nächste Mal anders ausgeschaut hat.

Die italienischen Medien bieten diese Ablenkung. Sie zerlegen den Fußball bis ins kleinste Detail. Wie haben Sie die öffentliche Diskussion über Taktik erlebt?

Schopp: Taktik ist in Italien immer ein großes Thema, schon in der Jugend. Wenn du dir ein U12-Turnier anschaust, wirst du perfekte Viererketten sehen. Meine Auffassung von Nachwuchsförderung ist eine andere, weil die Burschen in diesem Alter noch so viele unverbrauchte Qualitäten haben, die sie herauslassen sollen. Früher oder später werden sie so und so hingebügelt. Durch diese frühe Konfrontation setzen sich nur die durch, die damit auch etwas anfangen können. Die Kreativen bleiben oft auf der Strecke. Der italienische Fußball hat ein Problem, sogenannte "fantasisti" bis zur Spitze durchzubringen. Nach Baggio hat es auf dieser Position noch Alessandro del Piero, Francesco Totti und Antonio Cassano gegeben, der grenzwertig ist und sich selber im Weg steht. In den meisten erfolgreichen italienischen Mannschaften waren und sind diese Positionen mit Legionären besetzt. Ich glaube, dass da ein großes Potenzial verschenkt wird, weil die Spieler im Zuge ihrer Ausbildung eingeengt werden.

Wieso gibt es im italienischen Fußball eine derart große Spezialisierung der Rollen?

Schopp: Mourinho hat gesagt, die Serie A sei deshalb so schwer, weil in ihr von der Spitze bis zu den hinteren Plätzen nur Trainer arbeiten, die über großes Wissen im taktischen Bereich verfügen. Das geht hinunter bis in die Serie C. Die Italiener haben über die Jahre hinweg einen Blick auf den Fußball entwickelt, der für viele nicht nachvollziehbar ist. Das betrifft die Analyse von Spielern im Kontext der ganzen Mannschaft und das "equilibrio" zwischen den Mannschaftsteilen. In Italien entstehen in der Regel im Sommer 50 bis 60 Prozent der Mannschaft neu, in der Vorbereitung muss der Trainer dieses Gleichgewicht finden. Darin sind sie sehr gut. Was mich stört, ist dieses Grundprinzip, sich immer am anderen zu orientieren. Warum schaue ich nicht darauf, meine Mannschaft so zu entwickeln, dass ich auch im eigenen Agieren Varianten habe? In Italien gibt es ganz wenige Mannschaften, die das praktizieren. Mit Ausnahme der Großen fallen mir aktuell nur Napoli und Udinese ein, die über ihren Schatten springen, beide nur mit drei Verteidigern spielen und mehr Risiko nehmen.

Catenaccio-Philosoph Gianni Brera würde hier vermutlich einhaken und sagen, die Defensivtaktik sei das Recht des Schwächeren.

Schopp: Und er hat recht. Es ist logisch, in jedem Spiel bestehen zu wollen. Wenn einem bei Milan ein Ibrahimovic, ein Pato, ein Robinho, ein Seedorf und ein Cassano gegenüberstehen, dann wird Lecce nicht hinfahren und Hollywood spielen. Das leuchtet mir ein, es muss aber nicht bedeuten, dass ich auf alle meine Möglichkeiten in der Offensive verzichte, um irgendwie einen Punkt zu erkämpfen. Die guten Trainer erkennt man daran, welche Idee sie in der Offensive verfolgen. Diese Idee ist hundertmal schwerer zu verwirklichen als ein reines Defensivkonzept, aber es gibt Beispiele, dass es machbar ist. Das hängt nicht nur von den Spielern ab, sondern von dem, welche Möglichkeiten du ihnen gibst. Siehst du ihre Schwächen? Oder ihre Stärken und ihr Potenzial? Das habe ich in meiner Zeit bei Brescia oft vermisst.

Trotz bestehender Auffassungsunterschiede: Ein bisschen Bewunderung schwingt schon mit, wenn Sie über die italienische Trainerzunft sprechen.

Schopp: Auf jeden Fall. Bewunderung in dem Sinn, dass sie mir Sachen gezeigt haben, die ich vorher noch nicht so gekannt habe. Das Wissen im taktischen Bereich kann ich an meine Spieler weitergeben. Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt, die Trainerausbildung in Italien zu machen, weil Roberto Baggio dafür zuständig ist, und könnte mir gut vorstellen, mich dort weiterzubilden.

Ihr damaliger Teamkollege Guardiola scheint ausgelernt zu haben. Als Barcelona-Trainer gibt er den internationalen Trend vor. Carlo Mazzone sagt, er habe sich einiges von ihm abgeschaut. Was halten Sie davon?

Schopp: Ich kann mich an ein Auswärtsspiel in Piacenza erinnern, bei dem wir zur Pause 1:0 hinten gelegen sind. Noch im Kabinengang hat sich Guardiola vier, fünf Spieler zur Seite genommen und mit ihnen besprochen, was zu ändern ist. Drinnen hat Mazzone herumgeschrien und uns die Leviten gelesen. Am Feld haben wir dann das umgesetzt, was Guardiola gesagt hat, und Erfolg damit gehabt.

Mazzone soll ja überhaupt ein sehr emotionaler Charakter gewesen sein ...

Schopp: Eine Szene werde ich nie vergessen: Mein erstes Match in Brescia war das Derby daheim gegen Atalanta. Wir waren 3:1 hinten, und die Bergamo-Fans haben Mazzone verspottet. Beim Anschlusstor hat er schon in ihre Richtung gedeutet. In der Nachspielzeit haben wir dann den Ausgleich gemacht. Beim Jubeln habe ich aus dem Augenwinkel gesehen, wie Mazzone startet. Mit seinen 65 Jahren hat er einen richtigen Sprint angerissen: von seiner Bank an der anderen vorbei übers halbe Feld in Richtung der Kurve, wo die Atalanta-Fans gestanden sind. Drei Leute haben vergeblich versucht, ihn zurückzuhalten. Ans Rückspiel hat er dabei natürlich nicht gedacht. Da sind wir dann mit Polizeieskorte auf der gesperrten Autobahn nach Bergamo gebracht worden und über einen geheimen Weg in einem völlig zugehängten Bus direkt ins Stadion. Die Tribünen waren voll mit durchgestrichenen Mazzone-Gesichtern. An diesem Nachmittag war er erstaunlich ruhig.

Bei Sturm Graz haben Sie mit Ivan Osim einen ganz anderen Trainertyp gehabt. Kann man Mazzone und Osim in irgendeiner Weise vergleichen?

Schopp: Vom Alter her schon, ansonsten aber kaum. Osim hat auf ein schnelles Kombinationsspiel mit viel Ballbesitz und Zug zum Tor gesetzt. Er hat unsere Spiele - ohne Video, nur in seinem Kopf - so analysiert, dass er in der Woche darauf die notwendigen Übungsformen trainieren hat lassen, damit wir besser geworden sind. Wenn das nicht funktioniert hat, hat er die Übungen geändert, bis sie gepasst haben. Mazzone hat sehr viel über seine Aggressivität und seine persönliche Teilnahme am Training bewirkt. Er hat gewusst, wie er die Spannung in der Vorbereitung auf ein Spiel kontinuierlich steigert. Am Sonntag warst du dann genau am richtigen Punkt.

Hätte Osim auch im italienischen Fußball erfolgreich sein können?

Schopp: Er hat genau gewusst, woran er scheitern würde. Osim hat bei Sturm die Zeit bekommen, eine Mannschaft zu formen. Das war ein Prozess, der sich über viele Jahre erstreckt hat. Bei größeren Vereinen hast du diese Zeit nicht. Und wenn man bei Osim von einer Schwäche sprechen kann, dann war es die, dass er ein zu guter Mensch ist. Er hat sich schwergetan, einem Spieler zu sagen, dass er auf der Bank sitzen muss. Das geht im Management eines Klubs nicht - schon gar nicht in Italien. (Reinhard Krennhuber & Jakob Rosenberg)

Markus Schopp (37) ist Co-Trainer des ÖFB-U21-Nationalteams und Individualcoach beim SK Sturm Graz. Als Aktiver brachte er es auf knapp 200 Spiele für die Grazer (1991-96, 1998-2001) und war Teil der "Goldenen Generation" unter Ivan Osim. Die rechte offensive Außenbahn beackerte der 65-fache Teamspieler auch beim Hamburger SV, Red Bull Salzburg und New York sowie Brescia Calcio. Von 2001 bis 2005 kam Schopp zu 80 Einsätzen in der Serie A, in denen er drei Tore erzielte.

  • EM-Ballesterer

    Keine Angst vor Holland [54]

    TitelbildFußball-Deutschland-Kenner Christoph Biermann über seine Sympathie zum DFB-Team und warum sich Deutschland nicht vor den Nie­derländern fürchten muss

  • Ballesterer

    Neururer: "Manni, fahr durch!" [25]

    TitelbildPeter Neururer gilt als Spezialist, wenn es gegen den Abstieg geht. Auf Schalke hat er sich ein Denk­mal gesetzt. Warum er nichts vom Begriff des Feuerwehrmannes hält und wie eine Busfahrt zum Klassenerhalt beitragen kann

  • Ballesterer: Decker-Team

    "Beim Training hat eine Gaudi sein müssen" [34]

    TitelbildHans Buzek und Rudolf Flögel gehörten einst zu den Stützen des Decker-Teams. Bei einem Florids­dorfer Wirten kramen die beiden Alt-Internationalen in Erinnerungen

  • Ballesterer

    "Die Wende war eine Übernahme" [84]

    TitelbildEduard Geyer ist der erfolgreichste ostdeutsche Trainer der jüngeren Geschichte. Dynamo Dresden führte er Ende der 1980er Jahre in den Europacup, den Drittligisten Energie Cottbus 2000 in die deutsche Bundesliga. "Ede" über die ostdeutsche Schule, die unterschwellige Überheblichkeit im Westen und seine Erinnerungen an Toni Polster

  • Ballesterer

    "Es war ein normales Geschäft" [24]

    TitelbildPasching-Präsident Helmut Nussbaumer über den Risikosport Fußball, sinnlose Flutlichtanlagen und den Kampf gegen die Pleite

  • Überblick

    Nussbaumers Stationen

  • Ballesterer

    Weltmeister mit System [38]

    TitelbildDany Ryser wurde vor zwei Jahren mit der Schweiz U17-Weltmeister. Der SFV-Nachwuchschef spricht über das Erfolgsmodell, Strategien in der Vernetzung mit den Klubs und die Sinnhaftigkeit, Trainertalente nicht sich selbst zu überlassen

  • Wer hat's erfunden?

  • Als der Himmel sich öffnete [52]

    TitelbildVor 20 Jahren holte sich das ju­go­slawische Allstar-Team von Roter Stern Belgrad den Meister­cup. Vom alten Glanz ist wenig übrig

  • Jim Leighton: Zahnlos glücklich [7]

    TitelbildEr gilt als eines der größten Urviecher des schottischen Fußballs. Mit Alex Ferguson hat sich der Tormann dabei genauso angelegt wie mit der »Crazy Gang« des FC Wimbledon

  • Ballesterer

    Es geht nicht um den BH [77]

    TitelbildBrandi Chastain schoss die USA 1999 zum WM-Titel. Dass sie sich danach ihres Trikots entledigte, sorgte weltweit für Schlagzeilen. Für Chastain selbst war es nur eine emotionale Reaktion. Mit Männern kann sie auch hinterm Mikro, am Spielfeldrand und am Biertisch mithalten

  • Ballesterer

    "Diese FIFA hat die Blattern" [26]

    TitelbildJoseph S. Blatter hat die Fußballwelt fest im Griff. Das hat die Vergabe der WM 2018 und 2022 bewie­sen. Ein Interview mit den FIFA-Insidern Jean-Francois Tanda, Jens Wein­reich und Thomas Kistner

  • "Meine Auffassung ist eine andere" [141]

  • Ballesterer

    "Ändern werde ich mich nicht mehr" [160]

    TitelbildAn Selbstvertrauen hat es Hans Krankl nie gemangelt - weder als Stürmer noch als Trainer oder Entertainer. Ein Interview über eineinhalb Fehler, großgoscherte Obertrottel und ein Einstandsbusserl von Barcelona-Kapitän Asensi

  • Ballesterer

    Das Volk von Gabriele [24]

    TitelbildVor knapp drei Jahren wurde Gabriele Sandri auf einer Auswärtsfahrt von einem Polizisten erschossen. Durch seinen tragischen Tod wurde der Lazio-Fan zum Märtyrer der italienischen Ultra-Bewegung. Sein Vater Giorgio und Biograf Maurizio Martucci warten immer noch auf Gerechtigkeit

  • Ballesterer: Sex, Sex, Sex!

    "Fuß­ball ist ein machistisches Metier" [54]

    TitelbildVienna-Profi Sebastián Martínez erklärt im Interview, warum akro­batischer Sex vorm Training nicht zu empfehlen ist

  • Ballesterer: Thema Pyrotechnik

    "Als Nächstes schaffen wir die Polizei ab" [418]

    TitelbildMit der Initiative "Pyrotechnik ist kein Verbrechen" zeigen organisierte Fußballfans, wie man sich gegen Kriminalisierungsversuche erfolgreich wehrt. Ein Interview über das Selbstbestimmungsrecht der Kurve und die kleinen Tragödien im Leben eines Ultras.

  • Ballesterer

    "Die Disco interessiert mich nicht" [267]

    TitelbildPeter Pacult ist kein Psychologe, sondern Rapid-Trainer. Als solcher ist ihm der Sportler wichtiger als der Mensch - ein Interview

  • Ballesterer-Interview

    "Meine Karriere war ein Dribbling" [80]

    TitelbildZirkusant Tomislav Kocijan spielte reihenweise Bundesliga-Verteidiger schwindlig. Der gebürtige Kroate erzählt wie ein Pilot ihn zum Dribblanski machte, warum es bei Vorwärts Steyr keine Basketballer gab und woran der heimische Nachwuchs seit Jahren scheitert

  • Ballesterer

    "Ohne Tante Gretes Kernöl geht nichts" [70]

    TitelbildTrotz der finanziellen Schwierigkeiten von Crystal Palace genießt Johnny Ertl jeden Tag in Englands zweiter Liga

  • Ballesterer

    "Fußball ist kein Luxus" [8]

    TitelbildDer Finanzberater Deloitte analysiert die Wirtschaftsdaten der europäischen Fußballklubs. Die aktuelle Krise sollte relativ unbeschadet über­standen werden, dank TV-Quellen und Fans

  • ballesterer-Interview

    "Es gab kaum Kontinuität" [35]

    TitelbildWofür stand jüdischer Fußball und was blieb von ihm nach 1945? Ein Gespräch mit dem Ex-Internationalen Hans Menasse und dem Politologen John Bunzl über Antisemitismus in der Stadthalle, Hänseleien in Luton und irakische Hakoah-Fans in Tel Aviv

  • Ballesterer

    Ein echter Wiener geht nicht unter [20]

    TitelbildWunderteam-Mitglied Karl Sesta gilt als Verkörperung des schlag­fertigen Originals, das sich auch von Nazis nicht den Mund ver­bieten ließ. Doch auch Sesta passte sich an

  • Ballesterer-Interview

    "Es ist wichtig, sich zu schützen" [25]

    TitelbildEkrem Dag befindet sich nach dem Meistertitel mit Besiktas auf dem Höhepunkt einer ungewöhnlichen Karriere. Der ehemalige Sturm-Kicker über die bes­ten Fans der Welt, sein multiethnisches Selbstver­ständnis und sein vorsichtiges Auftreten in der türkischen Öffentlichkeit

  • Die Traditionsentwickler [424]

    TitelbildDer neue RB-Klub »RasenBallsport Leipzig« soll als Hoffnungsträger fungieren und wurde schnell zum Feindbild der traditionellen Fans - nicht nur in Ostdeutschland

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4
zauberlehrling70
00
27.9.2011, 13:07
Zweifelsohne ein Ansprechendes Interview

Eines wird mir hier zu rasch vergessen...es handelt sich um die Serie A....selbst B kann bei uns in der 1. Liga GANZ locker mithalten, würde sich nur gegen die plätze 1-4 schwer tun.
Guardiola kann leicht ein Erfolgreicher Trainer sein...natürlich nicht ohne ihm irgendeine Kompetenz absprechen zu wollen...aber die Spieler die ihm zur Verfügung stehen brauche ich jetzt nicht aufzuzählen...oder?
Dennoch...Schopp soll sich weiterbilden. An Intelligenz scheint es nicht zu mangeln.
Als Teamchef würde ich ihn dennoch nicht, so wie manch anderer vorschlagen. Der hat noch Zeit, und ist hoffentlich auf dem Richtigen Weg.

Der Freund Deiner Frau
00
15.4.2011, 14:19
Wow, Superinterview!

.
Erstaunlich, der Schopp. Wer haette das gedacht?

Danke Ballesterer, und weiter so, bitte :)

Robert Paladin
00
14.4.2011, 12:29
Wow der hat ja einer mal was gelernt!!!

Wenn er das auch noch umsetzt und eine gute Mischung aus Defensive und Offensive rausbringt, dann könnte er mal ein sehr guter Trainer werden. Sicher gscheiter als der Herzog Buberl, von dem habe ich von Taktik bis jetzt noch nichts Gscheites gehört! Jetzt muß er dann aber irgendwo mal als Cheftrainer ran um sich zu beweisen und wenn es in der 2. Division ist.

miles a head
00
15.4.2011, 02:38
was heisst "und wenn"?

vastic hat sich seine ersten sporen als trainer in der regionalliga verdient.

Voestler
00
13.4.2011, 15:54
50-60% der Spieler wechseln jedes Jahr.

Und bei RB wird intern gejammert/extern beklagt, dass 3-4 neue Spieler dazukommen?!

Mir gefällt auch besser, eine Mannschaft kontinuierlich zu entwickeln.

Michael22
03
13.4.2011, 08:55
Respekt vorm Schopp!

Heite ihm so viel Intelligenz und faßballerisches Verständnis nicht zugetraut!

michael streuleitner
02
13.4.2011, 10:42
das is einer der wenigen..

österreichischen Fussballer mit Matura. Sehr sympathischer Typ.

>t<
01
12.4.2011, 17:07
oh dico wird abgelöst - schopp kommt

alles klar

Arnold Strong
03
12.4.2011, 16:52

Schopp, DER Held von Sturm damals in der CL-Zeit.

dog end
03
12.4.2011, 17:51

osim war DER held der sturm-cl-zeit

Thandor23
00
13.4.2011, 01:35

DEN sturm helden von damals gibts nicht. die ganze mannschaft war der helle wahnsinn. vastic, mählich, scabic,...

rico tico
05
12.4.2011, 16:51
tolles interview

bravo ballesterer,
spannend, inhaltlich wunderbar, gute fragen und antworten. sauber sauber

Atterl
 
10
12.4.2011, 15:34

Passt zwar nicht ganz hier her, aber Tennis-"Thread" gibt es ja keinen.

Kann mal einer schauen, ob bei ihm der Muster-Stream gerade geht? Danke.

http://alturl.com/8nzba

Van the Man
00
12.4.2011, 16:41
geht,

0:6 3:6

Atterl
 
00
12.4.2011, 17:06

Jaja danke, ich hab's eh schon lange gepostet (daß es doch geht), aber hier regiert ja das Z-Wort.

Atterl
 
00
12.4.2011, 16:34

Doch net so schnell vorbei, jetzt dreh' ma auf, gemma.

Atterl
 
00
12.4.2011, 16:00

Hat sich schon erledigt, war nur zu früh dran...

Is eh gleich wieder aus *g*

Boarding
04
12.4.2011, 14:08

Er sagt zwar nichts außergewöhnliches und doch bin ich beeindruckt. Die Erwartungshaltung bezüglich unserer Trainer ist bei mir echt schon unterirdisch.

Da scheint eine Menge Potenzial vorhanden zu sein. Endlich mal ein Österreicher der das Spiel zu "verstehen" scheint und nicht meint "A Fuasboller muass guat schiaßn känna ch ch ch"

Mus musculus
01
12.4.2011, 13:50
tolles interview

ja der schopp - schlauer typ. von dem koennten sich einige die sonst auch noch beim oefb arbeiten was abschauen. die frage bleibt aber ob die auf sowas hoeren. ich hab da so meine zweifel.

endoplasmatisches retikulum
02
12.4.2011, 13:34

Solches Fachwissen sollte die Grundvoraussetzungen für einen Profi-Trainer sein.

Leider zählen in Österreich bzw beim ÖFB ganz andere Werte!

hmm..
02
12.4.2011, 13:16
wow..

zusammenhängende sinnvolle sätze :)

gutes, einblick gewährendes interview

Dhimmi
10
12.4.2011, 13:21
"gutes, einblick gewährendes interview"

Osim, Brescia, Mazzone...
Ich vermag die Relevanz nicht zu erkennen.

hmm..
00
12.4.2011, 16:33

ma gibt sich ja mit wenig schon sehr zufrieden, vor allem bei sport interviews :)

daNinooo
03
12.4.2011, 13:09
ich war immer ein großer fan von schopp

und dieses interview bekräftigt mich darin. ich glaube fest daran, dass er noch ein richtig guter trainer werden wird.

Joe Dalton
150
12.4.2011, 12:33

Bei einem Interview gscheit daherreden reicht wohl schon für das Standard-Forum.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.