Jubel nach Verhaftung von Machthaber Gbagbo

11. April 2011, 18:32
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    foto: apa/afp/siogo

    Jubelnde Ouattara-Soldaten in Abidjan.

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    foto: ap

    Fernsehbilder von der Verhaftung Laurent Gbagbos, des ehemaligen Präsidenten und Wahlverlierers in Côte d'Ivoire, auf dem Gelände des Präsidentenpalastes von Abidjan.

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    foto: reuters/luc gnago

    Ein Hubschrauber der UN über Abijdan.

Französische Truppen und Rebellen stürmten Präsidentenpalast - Ex-Präsident leistete zuletzt keinen Widerstand mehr - Sondersitzung im UN-Sicherheitsrat

Abidjan - Der blutige Machtkampf in Côte d'Ivoire ist mit der Festnahme des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo vorerst beendet. Französische Truppen und Rebellenverbände des international anerkannten Wahlsiegers vom November, Alassane Ouattara, setzten Gbagbo im Präsidentenpalast in Abidjan fest. Er leistete nach Angaben aus seinem Umfeld zuletzt keinen Widerstand mehr.

Aus Sicherheitsgründen sei Gbagbo ins Golf-Hotel von Abidjan gebracht worden, wo sich neben Ouattaras Regierung auch UN-Blauhelme befinden. Die Vertreter der Vereinten Nationen erklärten sich für den Schutz des Gefangenen als zuständig. Laut der neuen ivorischen Regierung ist er wohlauf und soll vor Gericht gestellt werden. Ouattara hatte angedeutet, dass er an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert werden könnte.

Der UN-Sicherheitsrat trat am Montag zu einer Sondersitzung in der Sache zusammen. Die Botschafter der 15 Mitgliedsländer ließen sich von Untergeneralsekretär Alain Le Roy informieren. Der Franzose ist Chef aller UN-Soldaten weltweit. Die fast 10.000 UN-Soldaten in der Elfenbeinküste hatten in den vergangenen Wochen eine immer aktivere Rolle im Kampf gegen Gbagbo übernommen. Am Sonntag beschossen UN-Helikopter zum wiederholten Mal den Präsidentenpalast in Abidjan.

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Abidjan - Nach monatelangem blutigem Konflikt entwickelten sich die Dinge in Côte d'Ivoire zuletzt unerwartet schnell: Montagvormittag rückte eine mehr als 30 Fahrzeuge zählende Panzerkolonne des französischen Expeditionskorps in Abidjan in Richtung Präsidentenpalast vor. 400 schwerbewaffnete französische Soldaten erwiderten vereinzelt Salven aus automatischen Waffen und nahmen etwa 100 feindliche Milizionäre gefangen. Ihr Operationsziel allerdings blieb lange unklar. "Wir wollen ein Blutbad vermeiden", erklärte der Sprecher der französischen Truppen in dem westafrikanischen Land, Frederick Daguillon, kryptisch.

Am frühen Nachmittag dann wurde das Ziel klar: Erste Meldungen über eine Festnahme des abgewählten ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo kamen über die Ticker - zuerst mit Toussaint Alain, einem von dessen Beratern als Quellenangabe, dann bestätigten das französische Verteidigungsministerium und auch die Vereinten Nationen.

Ins Golf-Hotel gebracht

Wie genau die Operation in dem tags zuvor aus der Luft beschossenen Präsidentenpalast vor sich ging, war vorerst unklar. Gbagbo-Getreue sprachen von französischen Spezialeinheiten, die den Ex-Präsidenten ergriffen und an die Truppen von dessen Widersacher Alassane Ouattara übergaben. Paris wollte die Soldaten des gewählten Präsidenten dagegen bei der Aktion nur unterstützt haben. Als bestätigt gilt jedenfalls, dass Gbagbo in das Golf-Hotel in Abidjan gebracht wurde, in dem Ouattara sein Hauptquartier aufgeschlagen hat. Die Uno erklärte, sie überwache dort den Schutz des festgesetzten Politikers gemäß ihres Mandates in dem Konflikt. Der ivorische UN-Botschafter sagte, Gbagbo sei wohlauf und werde der Justiz übergeben.

In der ehemaligen französischen Kolonie tobte seit Monaten ein Machtkampf zwischen Gbagbo und seinem Herausforderer Ouattara, der von den Vereinten Nationen als rechtmäßiger Sieger der Wahl im November angesehen wird. Gbagbo hatte sich zuletzt im Präsidentenpalast verschanzt, nachdem seine Truppen von den Rebellen immer weiter zurückgedrängt wurden. Vergangene Woche hatte es so ausgesehen, als würde Gbagbo kapitulieren. Stattdessen hat dieser die Zeit genutzt, um seine Truppen neu zu ordnen. Am Montag gab es weiter heftige Gefechte zwischen Gbagbo-Truppen und Ouattara-Rebellen in den Bezirken Cocody und Plateau in der Vier-Millionen-Metropole.

Bei den Auseinandersetzungen in dem größten Kakao-Exportland wurden mindestens 1500 Menschen getötet. Eine Million befindet sich auf der Flucht.

Delikate Situation

Experten sehen mit der Festnahme nicht unbedingt ein Ende des Konfliktes: "Ouattara muss jetzt sehr vorsichtig sein. Er muss mit internen Spannungen umgehen und Gbagbo-Anhänger besänftigen. Nur so kann er nicht nur die Auseinandersetzung um die Wahl beenden, sondern auch einen zehn Jahre andauernden Bürgerkrieg", sagte etwa Mark Schroeder von der Beratergruppe Stratfor. Außerdem sei die Frage, ob Ouattaras Verbündete Guillame Soro und Ibrahim Coulibaly sich weiterhin zu der Allianz bekennen oder selbst nach der Macht greifen wollen. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 12.4.2011)

Kommentar posten
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Aimé
04
12.4.2011, 20:43

@Peter W1
nicht vergessen, dass die UNO, das auch bestätigt hat.

ouattara redet von bündnis im tv, während seine rebellen auf gbagbo anhänger jagd machen. mein onkel u mein cousin sind auf der flucht nach ghana, weil sie für gbagbo fotos gemacht machen. Ihr haus ist heute angeschossen worden.
Mein vater, der in abidjan ist, hat mir gesagt, dass es schon seit langem konflikte zw. den chef rebellen gibt, weil sie präsident werden wollen... schauen wir was passiert, ADO wird whs nicht lange präsident sein.

Frankreich wollte 30 cents für das kilo kakao, china hatte 12 euro angeboten... was hat gbagbo entschieden? ist zu den chinesen gegangen... Chirac war damit nicht glücklich u hat 2002 mit dem putsch angefangen...

Peter W1
 
27
12.4.2011, 14:01

Ein Militärputsch der Truppen der Kolonialmacht gegen den vom Verfassungsgerichtshof und per Wahl bestätigten Präsidenten der CI.

So genau sieht das nach politikwissenschaftlichen Maßstäben ohne all den Propagandaschmarrn aus. Wer sich hier gerne als fachlich inkompetent darsteleln will kann ja gegen simple Fakten ruhig weiter anrennen.

Und da braucht es gar ncht erst beleuchtet zu werden, dass die neue Marionette von der Kolonialmacht unterstützt wird, obwohl er vor 2 Wochen 1000 Zivilisten, wie vom Roten Kreuz und der Caritas bestätigt wurde, ermorden liess.

DuesselDoofer
30
12.4.2011, 20:19
bei seiner Verhaftung schaut der Gbagbo....

ähnlich derangiert aus der Wäsche wie damals der Saddam Hüssein, als die Amis ihn aus seinem Erdloch rausgezogen haben.

gefällt mir.

Lg

Peter W1
 
15
12.4.2011, 21:50

Das ist eine Gaudi, gell? Wenn ein gewählter Präsident von der Armee des Kolonialmacht inklsuvie 60 Panzern aus seinem Regierungsgebäude geschossne wird. Und die führer des Militärputsches jemanden an die Macht setzen, der von IRK und Caritas erwiesene Massaker an 1000 unschuldigen Zivilistne vor 2 Wochen verübt hat.

Das ist deine Gaudi! Du bist nur eine Schande!

Porqué no te callas?
62
12.4.2011, 10:34

die menschen dort jubeln, die primitiven diktatur-fäns hier im forum heulen. so solls sein :)

jo eh
01
13.4.2011, 11:54

wen sehns denn großartig in CIV jubeln? meinens die aufgeputschten söldner quattaras?

Peter W1
 
26
12.4.2011, 13:16

Klar jubeln jetzt die Massenmörder. Die gehen nun nach dem Mord an 1000 Menschen vor zwei Wochen auf Befehl Outtaras straffrei aus.

Und klar, dass sich Ewiggestrige hierzulande darüber freuen, dass nun ein Massenmörder illegaler Präsident ist, der von französischen Panzern an die Macht geputscht wurde. Weil der legale Präsident ihre Kakaoplantagen verstaatlichen wollte.

Kannst du auch lesen oder schaffen das Ewiggestrige nicht mehr?

LordNachgedacht
21
12.4.2011, 15:32

Who cares?! 1000 Tote mehr oder weniger ist nebbich! Schreiben Sie sich hinter die Ohren, dass Afrikas Geschichte seit jeher und in alle zukunft mit Blut geschrieben wird. Die Grauzone ist nicht enden wollend, "gut" und "böse" sind Begriffe für zartbeseitete Seelesn aus dem Kindergarten!

Peter W1
 
02
12.4.2011, 21:48

Und das ist halt so, weil es so ist . Und hat nicht Ursachen wie in diesem Fall so deutlich wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr im brutalen Vorgehen der Kolonialmächte.

Und wenn dir 1000 ermordete Menschen vollkommen egal sind hört sich sowieso jede Kommunikation mit dir auf.

emma goldman
02
12.4.2011, 19:04

...deutschland zwischen 39 und 45. 30 millionen umgebracht.

Schokolade
 
25
12.4.2011, 11:06
zum hundertsten mal:

es geht nicht darum, Gbagbo zu verteidigen, sondern die Komplexität des Problems aufzuzeigen, die umfangreicher ist als "hier gut (Ouattara), dort böse (Gbagbo)". Da sind schon auch koloniale Interessen dahinter. Wer von den beiden nun besser ist, darum geht's nicht.

"Diktatur-Fäns" - lächerlich. Eine Argumentation, geschweige denn Hintergrundinfos, haben Sie nicht aufzuweisen?

Peter W1
 
23
12.4.2011, 13:44

Langsam glaube ich, dass der Typi ein Auftragschreiberling der französischen Botschaft ist. Andererseits ... entweder halten die Menschen inzwischen wirklich für so beschränkt, dass ihre Auftagsschreiberlinge nichtmal mehr argumentieren, sondern nur noch agitieren müssen oder der Typ ist seinen Job bald los. Ein traurigeres Beispiel an Menschenverachtung wie den findest selbst unter den Ewiggestrigen hier im Forum schwer.

Porqué no te callas?
41
12.4.2011, 13:22

wow du hast begriffen dass es mehr gibt als "gut" und "böse"? nicht schlecht.

und zu den diktatur-fäns: wie erklärst du dir denn dann die ganzen nicks, die bei jedem konflikt foren mit der prop.agan.da des jeweiligen despoten zumüllen?

Peter W1
 
12
12.4.2011, 13:40

Das sieht hier niemand bis auf ein paar Ewiggestrige. Das die es natürlich nicht vertragen, dass die meisten Menschen weit mündiger als sie sind und sich daher irgendwelche Merhfachnicks konstruieren vermag bestenfalls auf den ersten Blick zu überraschen.

Aimé
13
12.4.2011, 07:27

Habt ihr euch mal die frage gestellt wieso gbagbo sich geweigert hat? Lest mal die Verfassung von CIV... Die UNO und die Kandidaten haben unterschrieben, dass sie die Verfassung und die Entscheidung des Verfassungsrats respektieren werden. Ouattara und die UNO haben es in der ersten runde gemacht aber nicht in der zweiten. Es gab offiziell eine wahlbeteiligung von 70%... Die UNO kommt 4 tage später mit 81%...

Aimé
14
12.4.2011, 07:15

@ all...
ich komme aus CIV, ich habe ihn frankreich gewählt... meine familie lebt in CIV, sie hat das ganze miterlebt... wenn ich sag, dass die Bevölkerung ADO nicht will, ist es kein wunschdenken... die diaspora gehört auch dazu und wir sind mehr als ouattara anhänger. dank gbagbo, durfte ouattara kandidieren, weil er die Verfassung neugeschrieben hat. mit 51% hat gbagbo gewonnen, ouattara hatte 49%, weil er die wähler von Bedié bekommen hat.
Jeder Präsident hat fehler, aber seine Vision ist das land unabhängig zu machen und zu entwickeln. CIV soll nicht nur nr 1 in Kakao export sondern nr 1 in schokolade produktion in Afrika sein. Schmeckt Fr nicht, weil lt. kolonialpakt wäre es verbrechen...

Peter W1
 
01
12.4.2011, 13:52

Mal jemand der nicht nur mit dem Thema vertraut ist, sondern auch über den eigenen Tellerrand hinaussieht.

skipper2002
00
12.4.2011, 00:01
das ist ein religionskrieg

und wieder gibt es einen moslemischen staat mehr in afrika.

Schokolade
 
00
12.4.2011, 11:07
ja genau,

der böse Islam hat wieder zugeschlagen. Sorry, Thema verfehlt

Peter W1
 
44
11.4.2011, 23:20

Das heute war der offenste Akt von Imperialismus seit der "Unabhängigkeit" des letzten afrikanischen Staates.

Französiche Besatzungstruppen haben den Präsidenten mit Waffengewalt entführt und gefangengenommen. Und das ohne jeden Anlass, außer das er die Kakaoplantagen verstaatlichen wollte. Dafür haben sie sich mit jedem Politiker verbündet, der dokumentierterweise Wahlbetrug beging (der war sogar so patschert mehr Stimmen in einigen Bezirken zu bekommen als es dort Wähler gab) und für den Mord an 1000 Zivilisten vor 2 Wochen verantwortlich ist (wie vom Roten Kreuz und Caritas bestätigt).

Einfach nur Wahnsinn. Nachdem Frankreich endgültig die Gemeinschaft dmokratischer Länder verlassen hat ist ein Boykott gegen dieses Land das mindeste.

Timagoras
 
21
12.4.2011, 14:44
"Französiche Besatzungstruppen haben den Präsidenten mit Waffengewalt entführt und gefangengenommen"

.
welchen präsidenten?

Sie meinen den abgewählten, aber mittels gewalt und bürgerkriegs an der macht festhaltenden expräsidenten?

der ist für Sie immer noch der rechtmäßige präsident?

wieso?
weil er das wahlergebnis nicht anerkennt?
weil er - im gegensatz zum wahlsieger - christ ist?
oder warum sonst?

die gründe für Ihre bedingungslose solidarität mit Gbagbo würden mich wirklich interessieren!

Peter W1
 
01
12.4.2011, 21:57

Deine Welt ist SchwarzWeiss und unbelastet von Fakten. Niemand hier verteidigt Gbagbo. Der hattte sicher auch eingies verbrochen. Aber ein Massaker wie es Outtara vor 2 Wochen zu verantworten hatte als auf seinen Befehl 1000 (tausend) unschuldige Zivilisten ermordet wurden und dies von unabhängigen Quellen bestätigt wurde, das ist verachtenswert. Ferner haben Truppen einer Kolonialmacht in diesem Land nichts verloren. Truppen die erst aktiv wurden als der gewählte (er wurde gewählt. Das Ergebnis wurde vom Verfassungsgerichtshof bestätigt. Und über dem steht niemand in einer Republik) Präsident die Kakaoplantagen, die die Franzosen besetzen, verstaatlichen wollte.

Das ist dir natürlich vollkommen egal, Ewiggestriger.

Timagoras
 
10
12.4.2011, 22:36

in die enge getrieben, fallen Ihnen nur noch ad-hominem-"argumente" ein?

arm!

Porqué no te callas?
20
12.4.2011, 10:33

die menschen dort jubeln. das mag diktatoren-fäns wie dir vielleicht egal sein, weil für euch verblendete ist ja bekanntlich der diktator das wichtigste.

Peter W1
 
12
12.4.2011, 13:19

Wenn du Massenmörder unterstützt und auf die 1000 Menschen, die vor 2 Wochen von ihm ermordet wurden spuckst sprich das einfach ehrlich aus und drucks nicht wie ein Weichei rum!

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