Laut FPÖ: Nowotny-Grab vor Auflassung

11. April 2011, 13:27
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Letzte Ruhestätte von NS-Luftwaffenoffizier schon seit 2003 kein Ehrengrab mehr - Laut Innenministerium Verlegung möglich

Wien - Es ist wohl eines der umstrittensten Gräber Wiens - die letzte Ruhestätte für den NS-Luftwaffenoffizier Walter Nowotny am Wiener Zentralfriedhof. Der Status des Ehrengrabes wurde bereits 2003 aberkannt. Nun könnten die sterblichen Überreste des 1944 abgeschossenen Jagdfliegers überhaupt umgebettet werden. Die Auflassung des Grabes ist laut Wiener FPÖ beschlossene Sache.

In einem Inserat zeigt sich der blaue Klubchef Johann Gudenus über die geplante "Störung der Totenruhe" erzürnt. Schon mit der Aberkennung des Ehrengrabes hätten "die Linken" zum Ausdruck gebracht, "dass die Pflichterfüllung eines Soldaten, der von der nationalsozialistischen Propaganda vereinnahmt und missbraucht wurde, diesem Toten selbst entgegen aller historischen Fakten zum Vorwurf gemacht wird".

Aufhebung einst von SPÖ und Grüne beschlossen

Die Aufhebung war von SPÖ und Grünen - lange vor der gemeinsamen Koalition - beschlossen worden. Das Grab, so hieß es damals, sei zu einer Pilgerstätte von Kameradschaftsverbänden der Waffen-SS geworden. Nowotny war NSDAP-Mitglied und soll schon vor dem "Anschluss" Österreichs als illegaler Nazi aktiv gewesen sein. Die FPÖ spricht in dem Inserat hingegen von einer "vermeintlichen" Mitgliedschaft Nowotnys. Denn diese sei von der Familie immer bestritten worden.

"Wir haben durch eine Indiskretion erfahren, dass die Umbettung geplant ist", sagte FP-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein am Montag der APA. Zuständig dafür sei das Innenministerium, da es sich um ein Soldatengrab handle. Geplant ist laut FPÖ eine Verlegung an einen anderen Ort des Zentralfriedhofs oder überhaupt auf einen Soldatenfriedhof.

Auch dem Initiator der einstigen Ehrengrab-Aufhebung, Grünen-Klubchef David Ellensohn, ist davon nichts bekannt, wie er im Gespräch mit der APA am Montag erklärte. Dass er die Lage des Grabes in der betreffenden Ehrengrab-Gruppe (14 C) als problematisch erachtet, daraus hat er jedoch nie ein Hehl gemacht. Er verwies etwa darauf, dass das Nowotny-Grab in der Nähe der letzten Ruhestätte der Widerstandskämpferin Rosa Jochmann liege.

Verlegung laut Innenministerium möglich

Der Grabstein Walter Nowotnys ist laut Jenewein jedenfalls jetzt schon verschwunden: "Er ist weg, weil er nach einem Farb-Anschlag gereinigt wird. Aber wir haben gehört, dass er gar nicht mehr zurückkommt."

Das Grab des von  Walter Nowotny könnte tatsächlich von der Ehrengräber-Abteilung abgesiedelt werden. Das hat ein Sprecher des Innenministeriums am Montag  bestätigt. Fix ist die Verlegung jedoch noch nicht, wurde betont. Derzeit werden Kostenvoranschläge für eine Exhumierung eingeholt.

Begründet wurde das Vorhaben mit den ständigen Ausgaben, die durch die Pflege des Grabes erwachsen. Denn dieses wird immer wieder beschädigt. Derzeit ist der Grabstein jedenfalls nicht an seinem Platz, da er gesäubert werden muss, hieß es im Innenministerium. Dieses ist für die Ruhestätte zuständig, weil es sich um ein Soldatengrab, aber um kein Ehrengrab mehr handelt, das von der Stadt gepflegt werden würde.

Falls es zu einer Verlegung kommt, werden derzeit zwei Optionen in Betracht gezogen: Laut Ministerium könnten die sterblichen Überreste des NS-Fliegers an einem anderen Ort am Zentralfriedhof bestattet werden. Aber auch eine Verlegung auf einen Friedhof in Niederösterreich ist möglich. (APA)

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