Mayr-Melnhof Holz strebt Umsatzmilliarde an

11. April 2011, 13:10
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Wien - Mayr-Melnhof Holz-Vorstandschef Michael Spallart strebt in den nächsten Jahren die Umsatzmilliarde an. Derzeit ist das Unternehmen aber auf Konsolidierungskurs. "Die gesamte Holzindustrie wurde von der Krise stark getroffen, weil die Bauindustrie ihre Rückgänge weitergab. Und die Holzindustrie ist zu 90 Prozent baulastig. Gleichwohl werden wir 2011 den Umsatz um mehr als zehn Prozent steigern. Wir werden uns in Richtung einer zehnprozentigen EBIT-Marge begeben. In den nächsten Jahren peilen wir die Umsatzmilliarde an", so Spallart im Gespräch mit dem "WirtschaftsBlatt".

"Steigende Ausbeute"

Er will mit dem Unternehmen weiter wachsen - sowohl durch Akquisitionen als auch durch operatives Wachstum an den bestehenden Standorten. Zum Thema Jobabbau meinte der Manager: "Es gibt keinen programmatischen Jobabbau, aber eine Effizienzsteigerung. Wir brauchen eine steigende Ausbeute - von der Materialnutzung bis hin zur besseren Optimierung der Prozesse. (...) MMH hat als Familienunternehmen das unternehmerische Denken der Mitarbeiter immer schon stark eingefordert. Das möchte ich weiter forcieren."

In Zukunft werde die Absicherung des Rohstoffes Holz eine noch größere Rolle spielen. "Denken Sie nur an die EU-Vorgabe, bis 2020 rund 20 Prozent der Energie aus erneuerbarer zu gewinnen. Da spielt Holz eine entscheidende Rolle", gibt Spallart zu bedenken. Im wichtigen Exportmarkt Japan will er "einen bedeutenden Beitrag zum Aufbau leisten". Die Krisenregion Nordafrika und Mittlerer Osten mache etwa 15 Prozent der MMH-Exporte aus. "Wir haben sehr wenig Geschäft in Ägypten. In Libyen dagegen steht derzeit alles", meinte Spallart.

In Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und Tschechien rechnet er heuer mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent. In Mitteleuropa wird das Wachstum weiter über den Kernmärkten liegen, in Russland wird es, wie in den vergangenen zwei Jahren, zweistellig sein. "Holz ist ein regelrechter CO 2-Speicher. Wenn wir 20 Prozent mehr Holz im Bau einsetzen würden, hätten wir in der EU kein Problem, die Kyoto-Ziele zu erreichen. Wichtig ist dabei aber auch, nur zertifizierte Produkte zu verwenden. Dann haben wir eine nachhaltige Wirkung", betonte der Manager. (APA)

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