Generali dank Lebensversicherung auf Wachstumskurs

11. April 2011, 13:09
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Vor allem Bawag-P.S.K.-Bankenvertrieb boomte - Generaldirektor Cirinà erwartet auch heuer Zuwächse über Markt

Wien - Der Generali-Konzern ist in Österreich im Vorjahr kräftig gewachsen, vor allem wegen des Booms bei Lebensversicherungen. Die Bawag P.S.K. Versicherung, an der Generali knapp 75 Prozent hält (den Rest hält die Bawag P.S.K. Bank), habe sich "mit einem unglaublichen Sprung nach vorn" unter allen Lebensversicherungen am heimischen Markt 2010 am besten entwickelt, so Generaldirektor Cirinà am Montag.

Generali steigerte 2010 in Österreich die Einnahmen insgesamt um 2,5 Prozent auf 2,479 Mrd. Euro. Dabei wuchs die Hauptsparte Schaden/Unfall nur um 0,7 Prozent auf 1,323 Mrd. Euro. Die Krankenversicherung aber legte um 3,7 Prozent auf 222 Mio. Euro zu und die Sparte Leben sogar um 4,9 Prozent auf 935 Mio. Euro, womit beide Sparten Marktanteilsgewinne erzielten.

Der starke Zuwachs in Leben war primär der Bawag P.S.K. Versicherung zuzuschreiben, die hier ein Plus von 22,5 Prozent auf 267 Mio. Euro schaffte, davon in der klassischen Lebensversicherung +36,5 Prozent auf 214 Mio. Euro. Die ebenfalls zum Konzern der Generali Holding Vienna zählende Generali Versicherung dagegen verbuchte in Leben insgesamt einen Rückgang um 0,8 Prozent auf 668 Mio. Euro und wuchs lediglich in der "Klassischen" um 5,9 Prozent auf 431 Mio. Euro.

Starker Zuwachs auch 2011 erwartet

Für 2011 erwartet Generali erneut einen deutlich über Markt liegenden Zuwachs, Verbands-Prognosen von Ende Februar hatten der Sparte für heuer ein Plus von 1,1 Prozent vorhergesagt. Im Jahresverlauf werde die starke Dynamik der klassischen Lebenspolizzen Richtung Fondsgebundene switchen, glaubt Cirinà. Dass die Einmalerläge durch die Streckung der steuerlich begünstigten Mindestbehaltefrist von 10 auf 15 Jahre einen größeren Dämpfer bekommen, erwartet er nicht. Unter Umständen gewinne dadurch aber die "Klassische" an Attraktivität. 2010 brachte der Bankenvertrieb der Generali laut Cirinà drei Viertel der Einmalerläge, an den laufenden Prämien 15 bis 20 Prozent. Das Erfolgsrezept: "Hier bringen mehr Leute die PS auf die Straße."

Die Kapitalanlagen der Generali Vienna, großteils der Sparte Leben zuzurechnen, kletterten im Vorjahr um 1,1 Prozent auf 10,368 Mrd. Euro. Davon entfielen u.a. 6 Prozent auf Aktien, 63 Prozent auf Anleihen, 18 Prozent auf Darlehen, 7 Prozent auf Immobilien und 2 Prozent auf Beteiligungen. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 5,7 Prozent auf 527,1 Mio. Euro, und das EGT legte um 17,9 Prozent auf 133,3 Mio. Euro zu, wie Finanzvorstand Andreas Haschka berichtete. Das Konzernergebnis stieg um 18,1 Prozent auf 87,3 Mio. Euro.

Eigenkapital leicht gesunken

Dem 2,5-prozentigen Zuwachs der Prämieneinnahmen stand ein Anstieg der Versicherungsleistungen im Konzern um 3,7 Prozent auf 2,138 Mrd. Euro gegenüber. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb konnten auf 471 (480) Mio. Euro reduziert werden.

Das Eigenkapital ist 2010 mit 1,929 (1,980) Mrd. Euro ausgewiesen, die versicherungstechnischen Rückstellungen mit brutto 8,564 (8,519) Mrd. Euro. Der Mitarbeiterstand des Konzerns sank auf 4.966 (5.107) per 31. Dezember 2010. (APA)

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