Blackberry Playbook im Schatten von iPad und Android

11. April 2011, 12:14
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Hersteller RIM über negative Wahrnehmung des Konzerns frustriert - Playbook soll den Spieß umdrehen

Obwohl sich Blackberry-Hersteller RIM über hohe Verkaufszahlen und steigende Einnahmen freuen kann, macht sich bei dem kanadischen Unternehmen Frustration breit. Die 52,3 Millionen verkauften Blackberrys im vergangenen Geschäftsjahr können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Konzern Innovationen braucht, um am Markt erfolgreich zu bleiben. Mit dem Tablet Playbook soll das gelingen. Doch dabei kann vieles schief gehen, wie man auch bei RIM weiß.

Marktanteile sinken

Die Frustration bei RIM kam besonders in einem aktuellen Interview der New York Times mit Mike Lazaridis, einem der beiden CEOs des Unternehmens, zum Vorschein. "Warum schätzen die Menschen nicht, dass wir 500 Provider in 170 Ländern mit Produkten in fast 30 Sprachen haben?", so Lazaridis. Er könne die negative Wahrnehmung seines Unternehmen vor allem vor dem Hintergrund der guten Geschäftszahlen nicht verstehen. Doch die Marktanteile sinken. Gartner geht davon aus, dass der Anteil von 16 Prozent im Jahr 2010 auf 11,1 Prozent bis 2015 abfallen wird. Am meisten soll in der Zeit Android zulegen, mit leichten Gewinnen auch für iPhone und Windows Phone. Symbian soll bis 2015 mit 0,1 Prozent unbedeutend werden.

Vorbild Apple

Mit dem Playbook will RIM seine Marktdominanz wieder stärker ausbauen. Das 7-Zoll-Tablet mit Dual-Core-Prozessor und Flash-Unterstützung soll am 19. April ab 499 US-Dollar auf den Markt kommen. Ein derartiger Umbau der Plattform sei bislang nur Apple gelungen, meint RIMs zweiter CEO Jim Balsillie. Soetwas sei sehr schwer und Unternehmen könnten dabei zugrunde gehen. Balsillie ist aber davon überzeugt, dass RIM den Sprung vom Smartphone-Anbieter zum Smartphone- und Tablet-Anbieter schaffen werde.

Erfolg mit Android-Apps erhofft

Maßgeblich am Erfolg des Playbooks wird das neue Betriebssystem beteiligt sein, das RIM basierend auf dem zugekauften QNX entwickelt hat. Analysten meinen, dass diese Übernahme für RIM so wichtig sein könnte, wie in den 1990er Jahren der Kauf von NeXT für Apple. Mit NeXT kam Steve Jobs zurück ins Unternehmen und der Grundstein für Mac OS X und in späterer Folge iOS wurde gelegt. Doch das Blackberry-Ökosystem verfügt bei weitem nicht über so viele Apps wie iOS oder Android. Für viele Entwickler sei es zu kompliziert und teuer Blackberry-Apps zu schreiben. Abhilfe will RIM damit schaffen, indem auf dem Playbook auch Android-Apps laufen werden. Allerdings nur in einem sogenannten App Player, den Nutzer herunterladen können. Entwickler müssen ihre Android-Apps zudem von Blackberry für den Blackberry App Store erneut autorisieren lassen. Somit können Playbook-User nicht auf den gleichen App-Umfang wie etwa Besitzer von Android 3.0 Honeycomb-Tablets zugreifen.

iOS- und Android-Dominanz bei Tablets

RIM könnte sich zwar eine eigene Nische mit Tablets für Unternehmen und Regierungen schaffen, die bereits jetzt auf die Smartphones des Unternehmens setzen. Doch Marktforscher sehen die Zukunft des Playbooks neben iPad und Android-Tablets nicht allzu rosig. Gartner geht in seiner jüngste Prognose davon aus, dass iOS am weltweiten Tablet-Markt bis 2015 einen Anteil von 47,1 Prozent halten wird. Android-Tablets sollen bis dahin auf 38,6 Prozent geklettert sein. Das QNX-System, auf dem das Playbook basiert, soll bis 2015 auf 10 Prozent kommen, immerhin mehr als die drei Prozent von WebOS, das auf dem HP TouchPad läuft. Das Playbook und dessen Nachfolger wäre damit die Nummer drei hinter iPad und den Android-Tablets. Es scheint jedoch, als könnte sich RIM damit zufriedengeben. Gegenüber der NYT meinte Balsillie jedenfalls, dass "man nicht alles für alle Menschen" sein müsse. (br)

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    Blackberry-Hersteller RIM will mit dem Playbook sinkende Marktanteile ausgleichen.

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