Jährlich über 6000 Skaterunfälle

16. Mai 2003, 11:26
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Rund zwei Drittel aller Verunfallten haben laut den Experten keine Schutzausrüstung getragen

Wien - Inline-Skaten macht nicht nur Spaß, auch Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft sowie Koordinationsfähigkeit werden verbessert.

Zusätzlich wird der Gleichgewichtssinn geschult. Skaten ist das ideale Kreislauftraining, erklärte das Institut "Sicher Leben" in einer Aussendung. Außerdem werden im Gegensatz zum Laufen die Knie nicht belastet. Allerdings müssen jährlich rund 6.200 Skater nach einem Sturz im Spital behandelt werden.

Bei 59 Prozent der Blessuren handelt es sich um Knochenbrüche, meist sind die Handgelenke betroffen. Inline-Skaten ist laut "Sicher Leben" eher ein Sport für Jüngere, rund drei Viertel der Verletzten sind unter 30 Jahre alt. Kids unter 15 Jahren bevorzugen aber weiterhin in erster Linie das Skateboard.

Typischer Skate-Unfall

Beim typischen Skate-Unfall verliert der Sportler das Gleichgewicht, es zieht im einfach die Füße weg. Durch das reflexartige Abstützen brechen Handgelenke oder Unterarme unter der Belastung.

Schutzausrüstung

Rund zwei Drittel aller Verunfallten haben laut den Experten keine Schutzausrüstung getragen. Besonders Anfänger verzichten darauf. Gerade bei unsicheren Fahrern ist aber die Wahrscheinlichkeit zu stürzen wesentlich höher. "Oft werden Schützer als Anzeichen von Ungeschicklichkeit oder als 'uncool' abgelehnt. Stattdessen wird mit der 'blanken Haut' gebremst - vor allem von Männern", sagte Rupert Kisser, Leiter von "Sicher Leben".

Rund acht Prozent aller Verunfallten verletzten sich lieber den Kopf statt einen Helm aufzusetzen. "Dabei gibt es kaum eine Sportart, bei der es einfachere Maßnahmen zur Reduktion der Verletzungen gibt", so Kisser. Die Sportler sollten Knie-, Ellbogen- und Handgelenkschützer anlegen und ein Helm aufsetzen.

Neben der richtigen Schutzausrüstung ist auch ein kontrolliertes Tempo wichtig. Dabei sollte an den erforderlichen Bremsweg gedacht werden. Die richtige Bremstechnik kann in eigenen Skater-Kursen gelernt werden.

Wahl der richtigen Strecke

Kompliziert ist die Wahl der richtigen Strecke: Auf Fahrbahnen ist das Skaten verboten. Auf Radfahranlagen darf gefahren werden, nicht jedoch auf Radstreifen außerhalb des Ortsgebiets, so "Sicher Leben". Das Benützen von Gehsteigen und Gehwegen ist erlaubt, wenn niemand behindert oder gefährdet wird. In Wohnstraßen, Fußgängerzonen und auf für den Verkehr gesperrten Straßen ist gestattet. Ausgenommen in Wohnstraßen besteht für Kinder unter zwölf Jahren Aufsichtspflicht. Das Benützen öffentlicher Verkehrsmittel mit Inline-Skates ist nicht gestattet. (APA)

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