AKW Fukushima kurz ohne Stromversorgung

11. April 2011, 12:34
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Epizentrum in Provinz Fukushima - Tsunami-Warnung aufgehoben

Ein schweres Nachbeben mit einer Stärke von 7,0 auf der Richterskala hat am Montagnachmittag (Ortszeit) den Nordosten und Osten Japans erschüttert. Wie AKW-Betreiber Tepco mitteilte, fiel der Strom für die Pumpen zum Kühlen der Reaktoren 1, 2 und 3 in der Atomruine Fukushima Eins für etwa 50 Minuten aus, auch die Wassereinleitung wurde gestoppt. Die Arbeiter mussten ihren Kampf gegen die Radioaktivität unterbrechen und sich in einem erdbebensicheren Gebäude in Sicherheit bringen. Die Stromversorgung konnte nach Angaben eines Sprechers der Atomaufsichtsbehörde jedoch wieder hergestellt werden.

Das Epizentrum des Bebens lag laut der US-Erdbebenwarte USGS nur zehn Kilometer unter der Oberfläche rund 86 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Fukushima. Die Ausläufer waren noch in der 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio zu spüren. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung aus, hoben sie aber nach kurzer Zeit wieder auf. Nach Informationen des Fernsehsenders NHK wurden zehn Menschen verletzt.

Bereits kurz nach der Erschütterung wurden Flutwellen von einem halben Meter in der Provinz Ibaraki gemessen. Eine Tsunami-Warnung wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Live-Bilder des japanischen Fernsehsenders NHK zeigten ein Feuer in der Stadt Iwaki. Unmittelbar danach kam es erneut zu einer Erschütterung.

Feuer in Stadt Iwaki

Auf Livebildern des japanischen Fernsehsenders NHK war ein Feuer in der Stadt Iwaki zu sehen. Informationen über mögliche Opfer und weitere Schäden lagen zunächst nicht vor. Kurz nach ersten Beben kamen es erneut zu einer Erschütterung. 

Erst kurz vor dem neuerlichen Beben hatte die japanische Regierung erklärt, dass die Evakuierungszone rund um die Atomruine Fukushima Eins ausgeweitet werden soll - siehe derStandard.at-Bericht.

Das bisher schwerste Nachbeben, mit einer Stärke von 7,1, ereignete sich am vergangenen Donnerstag. Vier Menschen starben, in mehreren Atomkraftwerken fiel damals die externe Stromversorgung für die Kühlsysteme aus, in einem AKW trat leicht radioaktives Wasser aus Abklingbecken aus. (APA)

  • Tepco veröffentlichte am Montag ein Bild von den Arbeiten beim havarierten AKW Fukushima. Das Bild wurde am Sonntag aufgenommen.
    foto: epa/tepco/ho

    Tepco veröffentlichte am Montag ein Bild von den Arbeiten beim havarierten AKW Fukushima. Das Bild wurde am Sonntag aufgenommen.

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