Die Leiden des jungen Pröll

Seit vier Wochen ist der Vizekanzler abgängig, jetzt bricht Nervosität aus.

Ein bisschen fast ist es wie in der Sowjetunion unter Breschnew: Wenn ein Politiker nicht mindestens alle drei Wochen vom Balkon winkt, dann bricht Nervosität aus. So wie jetzt bei Josef Pröll. Ein knappes Monat haben sich alle mit den Erklärungen zufrieden gegeben, der Finanzminister müsse sich nur ordentlich auskurieren. Dann wurde aber klar, dass seine Erkrankung doch ernster und eine Rückkehr in die Spitzenämter gar nicht mehr völlig sicher ist. Und jetzt ist es schwer für die ÖVP, die Debatte wieder einzufangen. Das ist einmal zunächst ein Lehrstück in politischer Kommunikation und Krisenkommunikation. Aber natürlich stellt sich jetzt die Frage: Wo geht die ÖVP hin? Und wenn Josef Pröll doch zurückkommt - kann sich der nicht nur gesundheitlich angeschlagene Parteichef doch noch einmal neu erfinden?

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