Menschenmassen und zwei einsame Rennen

10. April 2011, 20:17
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Kenianer Machichim und Kroatin Stubic gewinnen beim Linz-Marathon überlegen - Martin Pröll klar am Olympia-Limit vorbei

Linz - Nixon Machichim lief auf den letzten Kilometern ein einsames Rennen. Seine kenianischen Kollegen waren ihm einer nach dem anderen abhanden gekommen, sie konnten das Tempo einfach nicht mithalten. Verlassen musste sich Machichim nicht fühlen, denn eine Vielzahl von Begleitmotorrädern samt Betreuern befanden sich mit auf dem Weg zum Ziel auf dem Linzer Hauptplatz. Zigtausende Zuschauer feierten euphorisch und gaben dem Dominator des 10. OMV-Linz-Donau-Marathons ebenso Motivation wie das Führungsauto, das eine voraussichtliche Endzeit von unter zwei Stunden und zehn Minuten anzeigte.

Im Ziel waren es dann genau 2:09:38 Stunden, die Rekordmarke des Ukrainers Alexander Kusin (2:07:33 im Jahr 2007) blieb unangetastet, aber es handelt sich immerhin um die erst dritte jemals in Österreich gelaufene Siegerzeit unter 2:10 Stunden. "Das spricht dafür, dass auch die neue Streckenführung ein schnelles Rennen erlaubt", zeigte sich Organisator Ewald Tröbinger erleichtert.

Die neue Strecke ermöglichte zudem den vielen Hobbyläufern, die mit mehr als 15.000 Anmeldungen über die volle, die halbe und die Viertelmarathon-Distanz für einen neuen Teilnahmerekord gesorgt haben, kurze Stücke des Weges mit den Profis zu laufen.

Sehr kurze Wege natürlich. Und sie konnten dabei beobachten, wie etwa der Zweitplatzierte Josephat Keiyo mit einer Zeit von 2:11:45 Stunden förmlich an ihnen vorbeiflog. Auf dem dritten Platz landete der ehemalige Hindernisläufer Martin Pröll bei seinem ersten Marathon. Das angestrebte Ticket für Olympia in London konnte der Freistädter nicht lösen. 2:14 wäre das Olympialimit gewesen, in 2:20:15 Stunden verfehlte Pröll es ziemlich klar. "2:20 waren sicher nicht mein letztes Wort, aber ich bin sehr froh, auf dem Stockerl zu stehen", sagte er später.

Still und bescheiden gab sich die Siegerin bei den Damen, Lisa Christina Stublic aus Kroatien, trotz der neuen Rekordzeit von 2:30:47 Stunden. "Das schöne Wetter, ideale Bedingungen und das Publikum haben alles möglich gemacht." Auch Sieger Machichim schwärmte: "Strecke, Zuschauer, Betreuung und das Wetter waren perfekt."

Am Palmsonntag folgt der 28. Vienna City Marathon mit Weltrekordler Haile Gebrselassie auf der Halbdistanz. (Martin Grabner, DER STANDARD Printausgabe, 11.4.2011)

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    2009 siegte Kenias Nixon Machichim in Graz, im Vorjahr in Toronto. Am Sonntag und in Linz war der 28-Jährige auch nicht zu schlagen.

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