Videoansprache von Thaksin wird übertragen
Bangkok - In der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind
zehntausende Anhänger der oppositionellen "Rothemden" auf die Straße
gegangen, um an die blutigen Zusammenstöße mit der Armee vor einem
Jahr zu erinnern. Nach Angaben der Polizei versammelten sich am
Sonntag zum Einbruch der Dunkelheit rund 20.000 Menschen, um mit
einer religiösen Zeremonie und einer Schweigeminute der Opfer der
Unruhen zu gedenken. Die Demonstranten, die ihre charakteristischen
roten Hemden trugen, hielten Fotos der Opfer und Spruchbänder hoch.
"Zweck dieser Kundgebung ist es, an den ersten Jahrestag der
brutalen Repression gegen unbewaffnete Demonstranten zu erinnern und
unserer Helden zu gedenken", sagte der Rothemden-Sprecher Worawut
Wichaidit. Später am Abend sollte per Video eine Ansprache des im
Exil lebenden früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra
übertragen werden. Thaksin war 2006 nach fünf Jahren im Amt durch
einen Militärputsch gestürzt worden.
Am 10. April 2010 waren bei Zusammenstößen zwischen der Armee
und
den Rothemden mindestens 25 Menschen getötet worden. Die wochenlangen
teils gewaltsamen Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsident
Abhisit Vejjajiva wurden Mitte Mai niedergeschlagen, insgesamt wurden
mehr als 90 Menschen getötet und 1900 verletzt. Thailand ist
weiterhin tief zwischen den Rothemden und den Anhängern Abhisits
gespalten. In diesem Jahr sollen noch Wahlen abgehalten werden. (APA)