Mubarak bestreitet Besitz im Ausland

10. April 2011, 19:19
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Keine Bankkonten, Immobilien oder anderes Vermögen

Kairo - Der gestürzte ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat in einer Audio-Botschaft bestritten, Bankkonten, Immobilien oder anderes Vermögen im Ausland zu besitzen. Mit entsprechenden Ermittlungen der ägyptischen Oberstaatsanwaltschaft werde er zusammenarbeiten, sagte er. Die etwa achtminütige Botschaft, die am Sonntagnachmittag vom arabischen Nachrichtensender Al-Arabiya ausgestrahlt wurde, war die erste öffentliche Äußerung Mubaraks seit seinem erzwungenen Rücktritt am 11. Februar. Die Demokratiebewegung wirft dem Ex-Präsidenten und seiner Familie vor, während seiner fast 30-jährigen Herrschaft Milliarden-Euro-Summen veruntreut und im Ausland angelegt zu haben.

Er und seine Familie seien Opfer "ungerechter Kampagnen und falscher Behauptungen, die mein Ansehen zu beschädigen und meine Integrität anzugreifen suchen", sagte Mubarak in einer Audiobotschaft. Er habe "sehr gelitten" unter der Kampagne.  Er forderte das Außenministerium auf, alle Staaten der Welt zu bitten, das Vermögen der Familie im Ausland offenzulegen.

Der 82-Jährige war nach wochenlangen Protesten am 11. Februar gezwungen, die Macht an den Militärrat unter Führung seines langjährigen Verteidigungsministers Hussein Tantawi abzugeben. Nach seinem Sturz suchte Mubarak, der Ägypten fast drei Jahrzehnte lang beherrschte, im Badeort Sharm el-Sheikh in seiner Villa Zuflucht.

Am Freitag hatten Zehntausende Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo gefordert, Mubarak und mehrere enge Angehörige und Vertraute vor Gericht zu bringen. Der Militärrat hat angekündigt, eine Ermittlungskommission zu bilden, um die Herkunft seines Vermögens zu überprüfen. (APA)

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