Gbagbos Truppen durchbrachen Belagerung

10. April 2011, 22:38
  • Artikelbild
    foto: reuters/emmanuel braun

    Truppen von Alassane Ouattara

Kein Ende des blutigen Machtkampfes in Sicht - Gbagbo-Sprecher: "UNO-Bericht ist erfunden"

Abidjan/Brüssel/New York - In der Elfenbeinküste haben am Sonntag französische und UN-Hubschrauber die Residenz des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo beschossen. Ein Sprecher Gbagbos erklärte, das Anwesen sei bei dem Angriff teilweise zerstört worden. Es blieb zunächst unklar, ob sich Gbagbo zum Zeitpunkt des Angriffs in der Residenz aufhielt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, er habe die UN-Friedenstruppen dazu angewiesen, mit "allen notwendigen Mitteln" den Einsatz schwerer Waffen durch die Anhänger von Gbagbo zu beenden. Die Gbagbo-Truppen hätten diese gegen Zivilisten und UN-Angehörige eingesetzt. Die Einheiten Gbagbos hatten zuvor von der Residenz aus das Hotel unter Beschuss genommen, in dem der gewählte Präsident Alassane Ouattara sein Hauptbüro hat.

Das Hotel, in dem sich auch UNO-Büros befinden, sei am Samstagnachmittag aus der Gegend von Gbagbos Residenz mit schweren Waffen angegriffen worden.

"UNO-Bericht ist erfunden"

Ein Sprecher der Regierung Gbagbo entgegnete allerdings gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, der angebliche Angriff habe nicht stattgefunden. Die entsprechenden Berichte der UNO-Mission seien "erfunden".

UNO-Untergeneralsekretär Alain Le Roy hatte Gbagbos Truppen zuvor beschuldigt, sie hätten mit ihrem Waffenstillstandsangebot in der vergangenen Woche nur Zeit gewinnen wollen, um ihre Truppen neu zu formieren. Die von den Spitzen von Armee, Polizei und Präsidentengarde angekündigte Feuerpause sei nur "ein Trick" gewesen. Gbagbo wird nach Informationen des französischen Rundfunksenders Europe 1 von angolanischen Elite-Soldaten unterstützt.

Ouattaras Republikanische Truppen (FRCI) hatten in der vergangenen Woche große Teile Abidjans unter ihre Kontrolle gebracht und Gbagbo in dessen Residenz umzingelt. Die Hoffnung, dass der seit Ende November andauernde blutige Machtkonflikt damit ein Ende finden würde, erfüllte sich jedoch nicht. Auch Gbagbos Fernsehsender RTI war in Teilen Abidjans wieder auf Sendung. In den Programmen wurde zum Widerstand gegen die Ouattara-Truppen aufgerufen.

Die andauernden Kämpfe, Lebensmittelknappheit und Ausgangssperren verschärften die Not der etwa vier Millionen in Abidjan noch verbliebenen Einwohner. Hilfsorganisationen haben wegen der angespannten Sicherheitslage kaum Zugang zu den Menschen. Menschenrechtsorganisationen fürchten zudem Vergeltungsschläge gegen politische Gegner, nachdem auch Ouattaras Truppen Massaker an Zivilisten verübt haben sollen. Zuvor waren bereits zahlreiche Übergriffe von Gbagbos Sicherheitsdienst auf Zivilisten in Stadtteilen bekanntgeworden, in denen viele Ouattara-Anhänger leben.

Ouatarras Diplomat weist Massaker-Vorwurf zurück

Der UNO-Gesandte Ouattaras, Youssoufou Bamba, dementierte allerdings, dass dessen Truppen mit den Tötungen von Gbagbo-Anhängern zu tun haben. In einem E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters, erklärte Bamba, sie hätten im Gegenteil den Zivilisten zu Hilfe kommen wollen.

Die EU hob einen Teil ihrer Sanktionen gegen Cote d'Ivoire auf. Damit sollten die "legitimen" Kräfte der Regierung Ouattara gestärkt werden, hieß es am Samstag in einer Mitteilung des Ministerrates in Brüssel. Die Häfen von Abidjan und San Pedro, eine Raffinerie und die Behörde für den Kakaoexport wurden von einer Liste von Unternehmen genommen, deren Vermögen in der EU bisher eingefroren waren. Damit können auch wieder Zahlungen an diese Unternehmen geleistet werden.

Ouattara hatte um eine Aufhebung der Sanktionen gebeten, um die Wirtschaft des westafrikanischen Landes nach monatelangem blutigen Machtkonflikt wieder aufzubauen. Andere Sanktionen gegen den abgewählten Präsidenten Gbagbo und dessen Vertraute - beispielsweise Einreiseverbote und das Einfrieren von Konten - bleiben in Kraft. (APA/Reuters)

Kommentar posten
24 Postings
Aimé
11
11.4.2011, 14:03
information

heavy weapons= kopf vom Gbagbo, supermärkte, ein Krankenhaus, eine UNI

Gbagbo´s "milizen"= die nationale armee, zivilisten die für Unabhägingkeit des landes kämpft

Ouattara´s "armee"= rebellen, milizen aus Senegal/Nigeria, UNO & Frankreich

stand1
00
11.4.2011, 11:15
Die neue front

wird ein bauchfleck wie vieles im schwarzen kontinent.
Das wird noch dauern...

emma goldman
00
11.4.2011, 14:34

...was fùr schwarze gedanken vom schweinchenrosa.kontinent.

viet
00
11.4.2011, 14:59
sehr in-kontinent sowohl emma als auch stand1

Raptor Jesus
01
11.4.2011, 05:13
Das keiner auf die Idee kommt, die Wahl zu wiederholen

Oder war der Betrug von der Sorte "trojanisches Pferd" (ein Trick, der nur einmal funktioniert, da man beim zweiten Reinfall zu dumm zum leben wär!')

JT1980
51
10.4.2011, 18:43
Also

Ouatrara ist ein islamischer Fanatiker, der überall in der Elfenbeinküste die Sharia durchsetzen möchte!!

kelchstein
00
11.4.2011, 15:09

Er ist zwar Muslim , aber so schaut kein fanatischer Muslim und Freund Sarkozys aus:
http://actualite.2ivoires.net/images_ac... 89429.jpeg

Kann sein, dass er einen Fanatismus besitzt zur Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen und nicht davor zurückschreckt Massaker gegen die Zivilbevölkerung zu begehen und diese von den Franzosen bombardiern zu lassen.

Cogito Ergo Dumm
00
11.4.2011, 13:36
Troll!

Gerda Soros
01
11.4.2011, 07:37

Ahnungsloser kann man nicht sein!
Dieser 'islamische Fanatiker' Ouattara ist
a. mit einer christlichen Französin verheiratet;
b. seine zwei wichtigsten politischen Verbündeten sind die beiden Christen Henri Konan Bédié sowie Guillaume Soro.
c. Er hat noch niemals seine Religion in den Vordergrund gestellt.

Wirklich gut kaschiert, dieser islamische Fundamentalismus!

Bitte lesen Sie und bilden Sie sich, bevor Sie solchen Blödsinn schreiben!

Igor Gassner
00
11.4.2011, 13:06
rIrtum wenn er Moslem ist

ist seine Frau Muslima und nicht mehr Christin im Islam ist es unwichtig ob sie einmal Christin war.

Gerda Soros
00
11.4.2011, 20:30

Ich habe zwar jahrelang in islamischen Gesellschaften gelebt, aber diese Info ist mir neu. Meines Wissens nach stimmt sie auch nicht. Es ist wohl war, dass der Mann bei einer solchen Konstallation das Recht besitzt, die Kinder muslimisch zu erziehen, aber die Frau gilt nicht als Muslimin.

berti russell
12
10.4.2011, 16:52

outtara hauptquartier und uno hauptquartier im selben gebäude. soso...

el dus
 
21
10.4.2011, 14:31
Wegen Massakern gibt es keine Sanktionen

Sanktionen sind dazu da, wirtschaftliche Interessen der Sanktionierer durchzusetzen, auch wenn dabei eh nur 500 000 Kinder daran sterben.Copyright Madelaine Albright, Außenministerin der USA., das war es wert ............

Fritz Wunderlich
00
10.4.2011, 20:26

was an euch, wie auch an boulevardblättern, so widerlich ist, sind diese völlig aus der luft gegriffenen zahlen, die den realen horror ständig inflationieren, übertreiben müssen
fakten, genauigkeit und überprüfbarkeit sind euch so egal wie den bezahlten werbeagenturen, die lassen sich das allerdings bezahlen, im wissen um die propaganda, ihr verbreitet diese umsonst
was bedeutet: völlige verblendung
weder quattara noch gbago sind irgendwie geeignet, mit ihren ethnostrategien frieden und ausgleich zwischen den machtgruppen herzustellen
eine entwaffnung aller ist derzeit auch illusorisch
der iwf und die privatisierungen haben das französische engagement zurückgebracht, eine teilung des landes wäre vielleicht eine vorläufige lösung

hatamatata
 
11
10.4.2011, 14:18

irgendwo muss der standard eine grenze ziehen: wenn der text zum großteil umgeändert wird, kann man nicht die kommentare, die zum ursprünglichen text gemacht wurden, einfach zum neuen veränderten hinzufügen. das hier ist jetzt eigentlich ein neuer artikel. sollte der text nur wenig verändert/aktualisiert werden geht das

entenfutallesgut
14
10.4.2011, 12:41

na, da hat Moreno-Campo endlich einmal ein tatsächliches Verbrechen zu verfolgen

Wetten GENAU DAS interessiert ihn überhaupt nicht ?

Warentester
10
11.4.2011, 04:40

Den IStG und seine Konsorten interessiert nur, was ihnen von einigen Staatskanzleien bedeutet wird, das es ihn zu interessieren hat. Die gleichen Staatskanzleien die den Söldnerjuristen dort auch anschaffen, wie und was sie zu urteilen haben.

marcopolo1971
 
10
11.4.2011, 08:01

So wie Sie reden, haben Sie Angst Ihresgleichen könnte da auch bald landen. Ganz gut, dass es dieses Gericht gibt.

Warentester
00
11.4.2011, 14:24

Aja, klar. Warum, weil ich am Wochenende den Ameisenhaufen unter meiner Terrasse ausgelöscht habe? Allerdings könnte Sie da insofern recht haben, als das die Kriegsverbrechenverfolgung (also von denen, die wir nicht lieb haben, die anderen bleiben natürlich ungeschoren), nur die Schiene legen soll, um kritische Denkende und Oppositionelle weltweit verfolgen zu können. Die können sich dann nicht mehr durch Flucht einen Unrechtsregime entziehen. Das wäre doch ein schöner Ausbauschritt.
Aber egal, vorerst scheint der Plan nicht aufzugehen, denn vielen Länder, darunter auch die meisten wichtige, erkennen die Den Haager Politjustiz ohnedies nicht an. Damit bliebt sie eine irrelevante Versammlung gekaufter, überbezahlter Clowns.

grumbleduke
 
13
10.4.2011, 12:31
"Im Gegenteil, sie hätten den Zivilisten zu Hilfe kommen wollen."

LOL

nuff said

hatamatata
 
02
10.4.2011, 12:24

"Im Gegenteil, sie hätten den Zivilisten zu Hilfe kommen wollen"

vor wem?

wenn die ouattara anhänger den chritslichen gbagbo anhängern nur zu hilfe geeilt sind, diese aber trotzdem vergewatltigt wurden und gestorben sind, ist das die perfekte möglichkeit eine weitere gruppe zu sündenböcken zu machen und diese zu vertreiben. wer kommt da jetzt in frage, den ouattara wegbekommen möcht? am einfachsten wies immer gelaufen ist in den letzten 2011 jahren, seitdem judas für den tod an jesus verantwortlich gemacht wurde

hatamatata
 
07
10.4.2011, 09:59

ich möchte mich hier auch als ein vertreter von ouattara zu wort melden. ich bin sein angestelleter ud vertreter bei nestle, und kann hiermit bezeugen, dass es keine massaker gegeben hat.

puh ich hoff ich hab alles richtig geschrieben, da meine übersetzungen aus dem französischen oft nicht die besten sind.

auf jeden fall muss ich noch hinzufügen: ouattara bedeutet auf deutsch übersetzt FRIEDEN!

Human rights watch = böse

-Lucien-
03
10.4.2011, 08:54

ein runder Tisch mit Youssoufou Bamba, HC Strache und Michael Spindelegger könnte für Frieden sorgen!

Aimé
00
11.4.2011, 13:54
Frieden...

Wenn Ouattara "frieden" bedeutet, dann sollte er seinen Namen ändern. Welchen Frieden hat er bis jetzt gebracht? Öffentlich sagt er, dass die UNO nicht genug macht damit Gbagbo geht. Er lässt die UNO und Frankreich, die Stadt bombardien von wo er das Land regieren soll. Er lässt nigerianische u senegalesische Milizen - die er mit falschgeld bezahlt - kommen um Unschuldige umzubringen. Von welchen Frieden reden wir? Wie oft hat Gbagbo gesagt, dass sie sich hinsetzen und diskutieren sollen. Was hat Ouattara in Dez. auf Canal + gesagt? "Gbagbo wird wie eine verfaulte Frucht vom Baum fallen"... Wenn du sein Anhänger bist, lies die Verfassung des Landes und sag mir, ob Ouattara wirklich gewonnen hat.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.