Bergung der Wrackteile auf Sonntag verschoben

9. April 2011, 19:32
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Aufgrund der schwierigen Wind- bzw. Strömungsverhältnisse

Die Bergung der Wrackteile jenes Polizeihubschraubers, der in der vergangenen Woche mit vier Insassen in den Tiroler Achensee gestürzt ist, ist auf Sonntag verschoben worden. Aufgrund der schwierigen Wind- bzw. Strömungsverhältnisse sei eine Hebung der Trümmer vorerst nicht möglich, erklärte die Einsatzleitung Samstagabend. Mit der Bergung sei frühestens in den späten Vormittagsstunden des morgigen Tages zu rechnen.

Ein erstes Tauchteam sei heute Nachmittag zum Unfallwrack abgetaucht. Die geplante Befestigung der Tauchboje sei jedoch aufgrund der extremen Strömung gescheitert. Derzeit setze ein zweitens Team die Arbeiten am Seegrund fort. Durch den starken Wind und die damit verbundene Strömung am See komme es zu ruckartigen Stößen, die für die auf einer Bergungsfähre des Bundesheers angebrachte Seilwinde schlecht seien und eine kontrollierte Hebung vorerst verhinderten.

Bereits am Donnerstag hatten 75 Soldaten des Salzburger Pionierbataillons die Bergungsfähre, die eine Traglast von rund 25 Tonnen aufweist, zusammengebaut und zu Wasser gelassen. Sie wurde die letzten beiden Tage eingefahren und am Samstag in Stellung gebracht. Auf dem Schwimmkörper befindet sich eine Seilwinde, die über ein 220 Meter langes Stahlseil und eine Tragkraft von sechs Tonnen verfügt. Bewegt wird die Fähre mit einem Schubboot.

Bergung nur von relevanten Teilen

Bei der Bergung wollen sich die Einsatzkräfte auf jene Teile beschränken, die für die Unfallauswertung von Bedeutung sind. Besonderes Interesse gilt dabei dem UMS (Usage Monitoring System, Anm.), das unter anderem die Triebwerksdaten speichert und dem "Data Control Unit", das beispielsweise die Rotorendrehzahl aufzeichnet. Für die gefährlichen Tauchgänge seien sechs Berufstaucher aus Deutschland angefordert worden.

Bei dem Absturz am 30. März kurz nach 10.00 Uhr kamen alle vier Menschen an Bord des Eurocopter - drei Tiroler und ein Schweizer - ums Leben. Unmittelbar nach dem Unglück wurde der Leichnam des 38 Jahre alten Flugbegleiters geborgen. Im Hubschrauber befanden sich darüber hinaus der 41-jährige Pilot aus Tirol, ein 53-jähriger einheimischer Grenzpolizist und der 43 Jahre alte Polizist aus der Schweiz. Der Eidgenosse konnte am Freitagabend als letzter der vier Insassen aus 106 Metern Tiefe an die Oberfläche geholt werden. Alle Wrackteile wurden vom Verkehrsministerium beschlagnahmt. Ein Untersuchungsergebnis der Flugunfallkommission dürfte erst in mehreren Monaten vorliegen. (APA)

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