iPhone-Jailbreak: Vom Geek-Hobby zur Einnahmequelle

9. April 2011, 12:51
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Der alternative App Store Cydia nimmt mittlerweile jährlich 10 Millionen Dollar ein

Wer ein iPhone oder iPad besitzt, kann im App Store aus einem großen Fundus an Apps und Games wählen. Doch welche Programme im App Store landen bestimmt Apple. Damit ist nicht jeder einverstanden. Mit einem Jailbreak kann man die Software am Gerät so ändern, dass auch Apps anderer Quellen installiert werden können. Mittlerweile ist daraus ein lukratives Geschäft geworden.

50.000 Dollar Jahresverdienst

Durch einen Jailbreak können nicht nur Anwendungen installiert werden, die Apple nicht in den App Store aufnimmt. Es ist damit auch möglich, Sim-Karten anderer Provider zu nutzen oder das iPhone ohne Zusatzkosten als Datenmodem zu nutzen (was hierzulande allerdings bei allen Providern bis auf Orange ohnehin möglich ist). Bei den Nutzern herrscht hier große Nachfrage. Bis zu 50.000 US-Dollar pro Jahr verdient etwa der US-Student Kevin Lee mit seinem Angebot iPhones zu knacken, berichtet die Washington Post. 30 bis 40 iPhones seien es pro Woche, die Lee gegen Geld entsperrt. Anfangs habe er nur die iPhones seiner Freunde geknackt, doch mit der Zeit habe sich das Jailbreaken zum Vollzeitjob entwickelt.

Beliebteste App Store-Alternative

Die ersten Jailbreaks für das iPhone tauchten bereits kurz nach seiner Einführung im Jahr 2007 auf. Damals bot Apple selbst noch keine Apps zum Downloaden aus dem App Store an, der erst 2008 öffnete. Seither hat sich die Jailbreak-Community stark weiterentwickelt. Als beliebteste Alternative zum App Store gilt der Cydia Store von Entwickler Jay Freeman. Über den Store werden laut Bericht 10 Millionen Dollar pro Jahr eingenommen.

Werbung im Cydia Store

Der Einfluss des Cydia Stores ist mittlerweile sehr groß. So bot Toyota über den Alternativen App Store ein iPhone-Theme an, um damit den neuen Toyota Scion zu bewerben. Das Theme ändert die Icons auf dem Homescreen. Auf Druck von Apple nahm das Unternehmen das Theme jedoch wieder aus dem Store, um die guten Beziehungen zu Apple nicht zu gefährden, wie es heißt. Freeman behält bei kostenpflichtigen Apps wie auch Apple 30 Prozent der Einnahmen ein.

Katz-und-Maus-Spiel

Apple hat zwar versucht, das Knacken von iPhones und iPads als Urheberrechtsverletzung durchzusetzen, scheiterte damit jedoch. Letztes Jahr hat ein US-Gericht bestätigt, dass es sich dabei nicht um eine Verletzung der Urheberrechte handelt und Nutzer somit freie Hand über ihre Geräte haben. Der Konzern aus Cupertino kann gegen Jailbreaks nur vorgehen, indem er die Lücken in iOS mit Updates schließt, die die Manipulation erst ermöglichen. Doch die Jailbreak-Community reagiert meist sehr schnell und bietet das nächste Jailbreak-Tool umgehend nach den Updates an.

Auf eigene Gefahr

Einen Namen in der Jailbreak-Community hat sich das iPhone Dev Team gemacht, indem es einfach zu bedienende und gut getestete Tools zur Verfügung stellt. User müssen allerdings bedenken, dass sie den Jailbreak "auf eigene Gefahr" durchführen, denn im schlimmsten Fall kann es dazu kommen, dass das Gerät unbenutzbar wird. Zudem muss man damit rechnen, dass die Garantie verfällt. Solange Apple den App Store jedoch so streng kontrolliert, solange werden Nutzer ihre Geräte entsperren, auch wenn damit ein gewisses Risiko verbunden ist. (red)

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