Blauhelme erwidern Mörserbeschuss der Truppen Gbagbos - Abgewähltem Präsidenten gelang Ausbruch aus belagerter Residenz
Abidjan/New York- Im Machtkampf in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) haben die Truppen des
abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo das Hauptquartier des Rivalen Alassane
Ouattara in Abidjan angegriffen. Nach Angaben der UN-Mission in der
Elfenbeinküste (UNOCI) griffen Blauhelme am Samstag in die Kämpfe ein. Das Golf
Hotel werde mit Mörsern beschossen, erklärte UNOCI-Sprecher Hamadoun Touré.
Gemäß ihres Mandats hätten die UN-Soldaten das Feuer erwidert. Demnach begann
der Angriff am frühen Abend und dauerte etwa eine Stunde.
Ein Hotelangestellter sagte, das Golf Hotel werde mit schweren und leichten
Waffen beschossen. Die Wände erzitterten, die Angestellten suchten im Keller
Zuflucht. Soldaten Quattaras versuchten, Gbagbos Truppen zurückzuschlagen, sagte
ein Kämpfer aus dem Lager des international anerkannten Präsidenten.
Bereits während des Tages hatten Gbagbo-Truppen wieder an Boden gewonnen. In
Cote d'Ivoire herrscht seit Monaten ein erbittert geführter Machtkampf zwischen
den beiden rivalisierenden Politikern, dem international anerkannten Staatschef
Ouattara und dem bisherigen Präsidenten Gbagbo. Seit dem Beginn ihrer Offensive
Ende März war es Ouattaras Truppen gelungen, das Land weitgehend unter ihre
Kontrolle zu bringen. In Abidjan trafen sie auf massiven Widerstand.
Nach der Präsidentenwahl Ende November hatte sich Gbagbo geweigert, seinen Rivalen Alassane Ouattara als Wahlsieger anzuerkennen. In den vergangenen Wochen hatten sich die Gefechte zwischen beiden Lagern zugespitzt und zuletzt auf Abidjan konzentriert. Gbagbo hat sich dort mit den letzten getreuen Soldaten in der Präsidenten-Residenz verschanzt und weigert sich, auf sein Amt zu verzichten und ins Exil zu gehen.
Nach Worten von UNO-Untergeneralsekretär Le Roy haben die Truppen Gbagbos eine Kampfpause für Friedensgespräche am Dienstag dazu genutzt, um ihre Positionen zu festigen. Die Kämpfer verfügten weiter über schwere Waffen, nachdem Truppen der Vereinten Nationen und Frankreichs manche zerstört hätten. (APA/Reuters)