Japan pumpt radioaktives Wasser ins Meer

9. April 2011, 08:47
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China verlangt genauere Informationen

Tokio - Japan wird aus dem Unglücks-AKW Fukushima trotz der Proteste aus dem Ausland noch einen Tag länger radioaktives Wasser ins Meer pumpen. Die Abpumparbeiten sollten am Sonntag beendet werden, teilte die Atomsicherheitsbehörde in Tokio mit. Der Kraftwerksbetreiber Tepco hatte vor sechs Tagen damit begonnen, schwachradioaktiven Wassers von einem Auffangbecken ins Meer abzulassen, um Platz für stärker verstrahltes Wasser zu schaffen. Ursprünglich sollte dies am Samstag abgeschlossen werden, doch wurden die Arbeiten durch ein neues Erdbeben am Donnerstag zurückgeworfen.

China hatte sich besorgt über eine radioaktive Belastung des Meeres geäußert und genauere Informationen verlangt. In China wurden in zehn Fällen bei Schiffen, Flugzeugen und Warenlieferungen erhöhte Strahlenwerte gemessen. Südkorea hatte Japan dafür kritisiert, das Ablassen des radioaktiven Wassers seinen Nachbarn nicht angekündigt zu haben.

Der japanische Atomkraftwerkbauer Toshiba schlug nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo unterdessen einen Zehnjahresplan zur Stilllegung von vier der sechs bei dem Erdbeben am 11. März beschädigten Fukushima-Reaktoren vor. Die Regierung hatte allerdings zuletzt erklärt, für einen konkreten Fahrplan aus der Atomkrise sei es noch zu früh. Auch vier Wochen nach dem Beben und dem Tsunami ist die Lage in dem havarierten AKW noch nicht unter Kontrolle. Laut Experten könnte es noch Monate dauern, die Reaktoren zu stabilisieren, und Jahre, bis die Gefahr für die Umwelt beseitigt ist.

Radioaktivität im Meerwasser vor Fukushima steigt

Die radioaktive Verseuchung des Meerwassers vor der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima steigt nach einem Medienbericht vom Samstag. Der Betreiber des Atomkraftwerks, Tepco, teilte mit, am Donnerstag seien nördlich von Fukushima Eins in Meerwasserproben 110 Becquerel des radioaktives Jods-131 pro Kubikzentimeter festgestellt worden. Diese Zahl liege 2800-mal höher als der gesetzlich Grenzwert.

Am selben Ort seien am Dienstag das 600-Fache und am Mittwoch das 1000-Fache registriert worden, berichtete der Fernsehsender NHK. Die Atomsicherheitsbehörde Nisa wies Tepco an, seine Kontrollen zu verstärken, um eine mögliche Belastung des Pazifiks abzuklären.

Vier Wochen nach der Katastrophe vom 11. März liegt die Zahl der Toten durch Erdbeben und Tsunami bei 12.750. Nach Angaben der Polizei werden 14.706 Menschen vermisst. (APA/Reuters)

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