Außenpolitikverbot für Prinz Laurent

8. April 2011, 20:06
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"Forschungsreise" in den Kongo, Gespräche mit abtrünnigen libyschen Diplomaten: Regierung legt Königssohn an die Leine

Brüssel - Der belgische "Rebellenprinz" Laurent (47) wird künftig nicht mehr Außenpolitik nach eigener Lust und Laune betreiben können. Der jüngste Sohn von König Albert II. einigte sich mit Premierminister Yves Leterme auf einen entsprechenden Text. Das sagte ein Anwalt des Prinzen nach dem Gespräch der beiden am Freitag in Brüssel.

Dies Text werde "zur allgemeinen Beruhigung beitragen", sagte der Anwalt. Er lege die Beziehungen zwischen der Regierung und sämtlichen Mitgliedern des Königshauses fest. Einzelheiten wollte der Vertraute des Prinzen nicht mitteilen. Die Regierung hatte dem Prinzen gedroht, ihm jährliche Zuwendungen aus Steuern in Höhe von 312.000 Euro zu streichen. Es sei inakzeptabel, dass der Prinz sich in Kontakten mit Diplomaten und bei der Planung seiner Reisen nicht an die Vorgaben und Wünsche der Regierung halte.

Das Krisengespräch Letermes mit Laurent war vereinbart worden, nachdem der Prinz entgegen der nachdrücklichen Bitte der Regierung eine "Forschungsreise" in den Kongo angetreten hatte. Zudem hatte er mit libyschen Diplomaten gesprochen, die sich auf die Seite der Opposition schlagen wollten. Prinz Laurent ist bisher vor allem wegen einer souveränen Missachtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen und in geschlossenen Ortschaften in die Schlagzeilen geraten. (APA)

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    Laurent, Prinz

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