Deutschland

Massenkarambolage im Sandsturm: Mindestens acht Tote

8. April 2011, 22:36

80 Autos rasten auf Autobahn bei Rostock ineinander - Viele Pkw gingen in Flammen auf

Kavelstorf - Die Fahrt ins Wochenende endete mit einer Katastrophe: In einem Sandsturm, bei extrem schlechten Sichtverhältnissen von weniger als zehn Metern, rasten am Freitagmittag bei Rostock im ostdeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Autos auf der A19 ineinander. Mindestens acht Tote sind zu beklagen. Auch Stunden nach dem Unfall kann sich deren Zahl noch erhöhen, unter einem ausgebrannten Lastwagen ist noch ein Auto eingeklemmt, möglicherweise liegen noch ein oder mehrere Fahrgäste darin. Insgesamt sollen von dem Unfall etwa 110 Menschen betroffen sein, wie viele verletzt sind und wie schwer ihre Verletzungen sind, ist am Freitagabend noch nicht zu überschauen.

"Das ist der schlimmste Verkehrsunfall, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat", sagt Polizeisprecherin Yvonne Burand. Es ist gleichzeitig der schwerste Verkehrsunfall seit 20 Jahren in Deutschland. Ein Augenzeuge spricht, spürbar geschockt, von "einem nie gesehenen Chaos".

80 Autos

Im Sekundentakt knallen die Fahrzeuge auf die vor ihnen stehenden Autos, schieben sie ineinander. Am Ende sind es rund 80 Wagen, die auf der Straße liegen bleiben. Davon sind drei Lastwagen, einer auch noch ein Gefahrguttransporter.

Wie der Unfall begann, ist zunächst kaum fassbar und schwierig zu ermitteln. Augenzeugen berichten von einer regelrechten Wand, als sie in eine leichte Senke hinter einem Waldstück hineinfuhren. Ein Sturm, der seit der Nacht über den Norden Mecklenburg-Vorpommerns fegte, hatte Unmengen Sand von den umliegenden kahlen Feldern aufgewirbelt und über die Autobahn geweht. Auf der Fahrbahn liegen regelrechte Sandwehen. In beiden Fahrtrichtungen krachen die Autos ineinander. An der Unfallstelle herrscht kein Tempolimit.

Dann beginnen Fahrzeuge zu brennen. Auch der Gefahrguttransporter, der umgekippt ist, fängt Feuer. Unter dem tonnenschweren Fahrzeug sind weitere Autos eingeklemmt. Was der Laster geladen hat, ist erst einmal nicht bekannt. "Kohlenwasserstoffe", heißt es zunächst, also Mineralölprodukte wie etwa Benzin. Die Menschen, die Richtung Berlin fahren, haben Glück. Sie bleiben von dem Feuersturm verschont.

Nach Abschluss der Löscharbeiten bietet sich den Helfern ein Bild des Grauens. Polizistin Burand ringt nach Worten: "Man weiß nicht, wo das eine Wrack anfängt und das andere aufhört." Die Toten sind auch Stunden danach nicht identifiziert, sie lagen teilweise stundenlang in den Wracks. Viele Verletzte müssen in umliegenden Krankenhäusern behandelt werden.

Mehrere hundert Rettungskräfte sind im Einsatz, sie sind aus den Kreisen Güstrow und Bad Doberan sowie der Hansestadt Rostock zusammengezogen worden. Rettungswagen verlassen im Minutentakt die Unfallstelle, insgesamt sollen sechs Hubschrauber im Einsatz gewesen sein. Die Arbeit der Retter wird stundenlang durch beißenden Sand behindert. Sie müssen Schutzmasken tragen, um überhaupt atmen zu können. Bauern rücken an und sprühen Wasser und Gülle auf die angrenzenden Felder, um den trockenen Sand zu binden. Ein bestialischer Gestank liegt über dem Unfallort.

  (APA)

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Draicwing
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10.4.2011, 23:58
Hätte nachhaltige Landwirtschaft das Unglück verhindert?

Ich schließe mich einigen "Vorrednern" an und behaupte, dass nachhaltige Landwirtschaft die Katastrophe verhindert hätte. Mehr zum Thema kann man auch hier erfahren: http://www.gartengnom.net/winderosi... orpommern/

Parteimitglied
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@Monokulturen; Ökokatastrophe etc...

1. Die grossen Felder gab es dort schon immer, auch vor dem Sozialismus, denn früher war das Land Grossgrundbesitz von Junkern. Kann man bei den Buddenbrooks oder Effi Briest nachlesen.

2. Mecklenburgische und vor allem brandenburgische Böden sind immer schon sandige Böden gewesen, deswegen wächst dort auch nicht alles. Sanddünen reichen hunderte kilometertief ins Binnenland bis zB nach Dresden.

3. Es ist trocken, gibt noch keinen Pflanzenbewuchs und es weht ein starker Küstenwind.

4. Norddeutschland wird nicht verwüsten, dafür ist es immer noch feucht genug vom Meer.

5. Die Wüstenbildung ist in Ostösterreich wesentlich akuter, dort kommt es häufiger zu Sandstürmen, bes in Transdanubien und Pannonien. Dazu kommt kontinentale Trockenheit

Umsatzsteigerung
01

Das mit dem Sandboden ist richtig. Allerdings hat das nichts mit Großgrundbesitzern, Junkern oder der LPG zu tun. Vor dem 2. Weltkrieg gab es zwischen allen Feldern Wege mit Heckengehölzen, die man aus ökonomischen Gründen abgeholzt hat (nicht nur in Mecklenburg sondern auch in Westdeutschland). Derartige Hindernisse hätten verhindert, das dieser bodennahe Sandsturm sich zu nennenswerter Größe hätte aufschichten können.

Kaktus
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Traurig, aber wieder einmal ein Beispiel

dass Menschen einfach kein Sensorium für diese hohen Geschwindigkeiten besitzen. Man sieht's eh täglich, wie wenig auf den nötigen Sicherheitsabstand geachtet wird. Wenn dann mal plötzlich die Sicht behindert wird und jemand stark bremsen muss, mach es bummm! Nicht nur einmal, sondern aber x-fach, mit x-fachen Toten und Schwerverletzten.

Da hilft nur Lagavulin!
36
bei der deutschen - auch österreichischen, eher europäischen - fahrkultur, hält sich mein mitleid in grenzen. immer voll drauf, immer voll auffahren,................

verleih nix
00

jaja, die 80 autofahrer in rostock waren eben alle viiieeel schlechtere autofahrer als der poster der breit in einem sessel sitzt. ganz sicher.

Inem
30

Ich bin der Meinung, dass sich die Fahrkultur in Mecklenburg-Vorpommern doch deutlich von der Österreichischen (mein Vergleichswert ist die Südautobahn und die Tangente) unterscheidet. Ein Phänomen das man in Deutschland generell und ich gerade auch um Rostock im speziellen selbst beobachten konnte, ist dass es dort auf der Autobahn wesentlich disziplinierter abläuft. Natürlich gibt es auch dort schwarze Schafe, die lassen sich nicht vermeiden, aber dennoch halte ich die obige Aussagen für falsch. Übers parken könnte man das dort sagen, nicht aber wie sie sich auf der Autobahn benehmen.

teuerzahler
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dass abstand ein fremdwort für die meisten autofahrer ist,

kann man auch auf heimischen autobahnen täglich in abertausenden fällen beobachten. es müsste in jedes kfz zwingend ein abstandhalter eingebaut werden, der zumindest den halben gesetzlich vorgeschriebenen abstand erzwingt und das kfz auf diesem hält, ohne dass der lenker was dagegen machen kann. das würde unfallzahlen drastisch reduzieren.#

auf der autobahn fahren leute tempo 130 und bis auf 1 m und weniger abstand auf vorder-kfz heran!!!

das ist kriminell und fahrlässiger tötungsversuch.

Inem
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Inhaltlich stimme ich voll zu, doch Tötungsversuch und fahrlässig schließen einander aus. Fahrlässig und eine Schw**nerei der Sonderklasse ist es alle mal. Aber die wenigsten haben wirklich die Absicht einen zu töten.

Modjo
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Und in Deutschland ist es noch schlimmer,

da auf der Autobahn kein generelles Tempolimit gilt. Auf wenige Meter aufgefahren wird trotzdem sehr häufig.

1116er
41
eine späte bestätigung für guido und angela:

die deutsche armee hat nichts in libyen verloren, denn dort gibt es noch viel mehr sand und sandsturm!

nitrofilm
12

Eine Aussage die letztlich zusammenhangslos ist... Solche Witze sind unter einen solchen Artikel schon irgendwie daneben.

thomas 2
04
weil immer mehr solche ökologische Wüsten durch die riesigen Monokultern enstehen

die Landschaften werden immer mehr "ausgeräumt"

Alpensaga_Wurzel
00

Schreiben's nicht so einen Schmarrn. Die Ursachen können durchaus in der Landwirtschaft liegen, aber nicht in den Monokulturen.

warp.faktor
47
Freie Fahrt für freie Bürger!

Autofahrer überschätzen sich chronisch selbst, deshalb braucht es gesetzliche Geschwindigkeitslimits auch im letzten Land der Autobahnanarchie.

michaeln
60
geh wirf lieber deine ....

itzi-bitzi illusionsmaschine an oder ...
fang doch viell. zum malen an!
das kannst nämlich nicht posten und bleibt mir somit erspart.
vielen lieben dank und sonniges wo-end zu wünschen

1116er
33

wenn diese selbstüberschätzer wenigstens sich selbst/gegenseitig umbringen würden!

doch fast schon als regel gilt: ein unschuldiger dritter zahlt drauf, der selbstüberschätzer steigt mit ein paar kratzern aus...

rolin
70
“Mindestens” X Tote…

Na hoffentlich werden's noch mehr, damit es sich lohnt darueber zu berichten…

“Mindestens” … WTF!?

nitrofilm
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Es ist wirklich sehr wichtig, Medien zu hinterfragen und zu kritisieren, aber wo führt das hin, wenn man jedes Wort umdreht?

Die Poster, die das richtige Maß an gerechter und konstruktiver Kritik verloren haben, machen das Forum irgendwann unglaubwürdig...

rolin
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Lesen Sie Mich Ich Biete MINDESTENS…

Ich drehe nicht jedes Wort um.

Aber mindestens jedes Wort in jeder Headline.

Yuya
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Leider ist noch mit weiteren Todesopfern zu rechnen, wie sich aus dem Artikel ergibt.
Dass sie das "mindestens 8 Tote" mit "hoffentlich mehr Tote" assoziieren kann ja keiner ahnen :)

. spectator
210

Das passiert, weil die Leute keine Abstand halten. Und fahren auf Sicht ist ja sowieso fremd.

natoll
41

wenn hinter eine senke plötzlich autos stehen kannst dir deinen sicherheitsabstand aufzeichnen.

wenn etwas auf voller breite die fahrbahn einer autobahn blockiert und das nicht gerade ein vollkommen gerades stück ist, dabremst das fast niemand.

tock tock tock
11

Schon mal was von Fahren auf Sicht gehört? Das gilt auch auf der Autobahn!

natoll
11

spricht der theoretiker. wieviele vollbremsungen aus 130 hast denn schon hinter dir?

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