Langzeitstudie

Asthma und Allergien auf dem Vormarsch

10. April 2011, 08:23

In auffällig vielen englischsprachigen Ländern leiden mindestens neun Prozent der Kinder unter Asthma, Heuschnupfen oder allergischen Ekzemen

Bilanz eines Mammut-Projekts: In diesem Jahr blickt ISAAC, eine weltweit beispiellose Langzeitstudie zu Asthma und Allergien, auf 20 Jahre Forschungstätigkeit zurück. Zwei Millionen Kinder und Jugendliche in 106 Ländern wurden seit dem Start 1991 untersucht. Klares Fazit: Die richtige Lebensweise, wie gesunde Ernährung und Verzicht auf Zigaretten - auch bei den Eltern -, können schützen. Überraschend: Asthma und Allergien sind im Osten Deutschlands seltener als im Westen. Und: Je reicher ein Staat wird, desto größer wird dort das Asthma-Problem.

Die Wurzeln der nun ausgelaufenen Studie - deren Daten aber noch lange genutzt werden können - liegen in Neuseeland und Deutschland. Ein münsterscher Medizinprofessor spielte eine Schlüsselrolle: „ISAAC ist aus zwei multinationalen Projekten entstanden", erinnert sich Ulrich Keil, der 2009 emeritierte Gründer und langjähriger Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster (WWU). „Eine Initiative aus Auckland in Neuseeland plante eine Vergleichsstudie zur Asthma-Schwere in verschiedenen Ländern. Und in Bochum, wo ich damals tätig war, befassten wir uns mit dem zeitlichen Verlauf und den Ursachen von Asthma und Allergien bei Kindern." Bei Tagungen in Deutschland fanden die Partner zusammen, 1991 wurde ISAAC geboren. Als Keil kurz darauf nach Münster berufen wurde, verschob sich der deutsche Schwerpunkt der Studie an die Medizinische Fakultät der WWU.

Größte epidemiologische Studie weltweit

Der Studien-Kurztitel steht für „International Study of Asthma and Allergies in Childhood". Es handelt sich dabei um die bisher größte epidemiologische Studie an Kindern und Jugendlichen weltweit. Epidemiologen befassen sich mit der Gesundheit und Krankheiten auf Ebene von Populationen, also etwa bezogen auf die Bevölkerung eines Landes oder der Welt. Mit ISAAC wurde die Häufigkeit und Verbreitung von Symptomen dreier unterschiedlicher Krankheiten erforscht: Asthma, Heuschnupfen und allergiebedingte EkzemE. Diese Krankheiten hängen zusammen; Asthma kann durch Allergien ausgelöst werden. Die Untersuchungen an zwei Millionen Kindern und Jugendlichen fanden in 314 Studienzentren statt; in vielen Ländern wurden sie also in verschiedenen Städten und Regionen durchgeführt. Münster und Greifswald waren die deutschen Zentren.

Um die Entwicklung der Krankheiten zu untersuchen, befragten die Forscher in zwei Wellen: Die erste Untersuchungswelle lag vorwiegend in den Jahren 1994 und 1995, die zweite durchschnittlich sieben Jahre später, also zu Beginn dieses Jahrtausends. Befragt wurden jeweils die Eltern von sechs bis sieben Jahre alten Kindern, und 13 bis 14 Jahre alte Jugendliche wurden selbst befragt. Dafür verwendeten die Forscher einen einfachen standardisierten Fragebogen, teilweise ergänzt durch Videos, mit denen sie den Befragten typische Asthmasymptome zeigten. Zwischen den beiden Erhebungswellen gab es eine weitere, detailliertere Phase. Darin wurden - in deutlich weniger Studienzentren - zehn bis elf Jahre alte Kinder mit klinischen Tests inklusive genetischer Analysen untersucht. Diese Phase, so Keil, habe aber trotz des komplexen und aufwendigen Vorgehens die in sie gesetzten großen Hoffnungen bisher noch nicht erfüllt.

Überraschende Ergebnisse

In auffällig vielen englischsprachigen Ländern - in Großbritannien, Neuseeland, Australien, Irland, Kanada und den USA - sind bei besonders vielen (mindestens neun Prozent) der Kinder in den vorigen zwölf Monaten mindestens zwei der drei abgefragten Symptome (Asthma, Heuschnupfen und Ekzem) aufgetreten. „Das hat uns überrascht", sagt Keil: Sein inzwischen verstorbener deutscher ISAAC-Kollege, Stephan Weiland, habe gescherzt, die englische Sprache sei Hauptursache der Symptome. Tatsächlich liegt es wohl an der ähnlichen Ernährung in den Ländern: „Trans-Fettsäuren in frittierten Gerichten, in Fast Food, vielen Margarinen und Backwaren schaden. Mediterrane Kost mit Meeresfisch, Gemüse, Hülsenfrüchten, Brot, Nüssen und Oliven- oder Rapsöl hingegen schützt."

Auch der Verzicht auf die Zigarette senkt offensichtlich das Risiko: Kinder von rauchenden Eltern gaben häufiger allergische Symptome und Asthma an. Rauchen und ungesundes Essen sind auch als Risikofaktoren für Herz- und Kreislauferkrankungen bekannt. In der riesigen Datenbank von ISAAC fanden sich daneben Hinweise, dass sich das Stillen von Säuglingen positiv auswirkt - und die Einnahme von Paracetamol in früher Kindheit zur Entwicklung von Allergien beitragen kann.

Häufiger Asthma in reichen Ländern

Auf Ebene derM Staaten zeigt sich ein Einfluss ökonomischer Faktoren: Je höher das Bruttosozialprodukt (BSP) eines Staates ist, desto mehr Menschen leiden unter Asthma. „Uns haben die riesigen Unterschiede überrascht", sagt Keil: „In Albanien etwa gab eine winzige Minderheit von weniger als drei Prozent der Befragten für die letzten zwölf Monate Asthma-Symptome an, in Großbritannien, Neuseeland, Australien, Irland, Kanada und den USA war der Anteil teils zehnmal so hoch." Schweres Asthma ist in reichen Ländern aber nicht stärker verbreitet. Die Erklärung liegt nahe: Da die medizinische Versorgung in reichen Ländern besser ist, kann eine Verschlimmerung der Symptome häufig verhindert werden.

Da die ISAAC-Untersuchungen in zwei Wellen durchgeführt worden sind, lassen sich die zeitlichen Trends abschätzen: „In den reichen Ländern nimmt die Häufigkeit von Asthma nicht zu, in bisher ärmeren aber schon. Der Unterschied zwischen den Ländern wird also kleiner. Da aber der größere Teil der Weltbevölkerung in Ländern mit niedrigem BSP lebt und dort auch das Bevölkerungswachstum größer ist, leidet ein immer größerer Teil der Weltbevölkerung an Asthma."

Mehr Keime, stärkeres Immunsystem

Deutschland liegt bei allen untersuchten Symptomen im Mittelfeld. Der Unterschied zwischen den beiden deutschen Studienzentren Münster und Greifswald ist relativ gering, aber statistisch signifikant; in Greifswald sind die Kinder und Jugendlichen gesünder. Eine mögliche Erklärung: „Kinderkrippen waren und sind auf dem Gebiet der ehemaligen DDR weiter verbreitet", so Keil. „Die Kinder werden deshalb stärker mit Keimen konfrontiert und ihr Immunsystem kann sich dadurch besser entwickeln." In Münster untersuchten die Forscher zusätzlich den Einfluss von Belastungen durch den Straßenverkehr - das Ergebnis: Kinder an Hauptstraßen haben häufiger Asthma als Kinder, die in verkehrsarmen Seitenstraßen wohnen. Laut Keil sind Abgase aus Diesel-Motoren das Problem; Abgase aus Industrie-Schloten hätten demgegenüber nur einen geringen Einfluss. (red)

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Posting 1 bis 25 von 66
1 2
m °u° m
23
14.4.2011, 22:43

In englischsprachigen Ländern wird noch viel mehr geimpft. Noch Fragen?

marty fink
00
16.4.2011, 19:28
Fragen an dich?

ROFL

Godesberg
21
16.4.2011, 16:36

Ich hätte noch ungefähr 34 zu dem was Sie da andeuten.

Meine erste wäre: warum sind umgeimpfte Kinder genauso oft von Allergien und Asthma betroffen wie geimpfte Kinder?

Zwei Studien die das belegen habe ich weiter unten gepostet, bislang komischerweise noch ohne Entgegnung durch die Impfgegner.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Sie immer so lange Impfgegner sein können, bis es konkret wird und Allgemeinplätze und unbelegte Behauptungen reichen.

Krahberg
21
12.4.2011, 12:20

fertigdings postet

"währenddessen werden auch hunderte kinder in österreich täglich mit quecksilber, krebszellen, genmanipulierten zellen, aluminiumsalzen, etc. (alles in impfstoffen enthalten) vergiftet."

In Österreich sind seit Jahren Impfstoffe quecksilberfrei (und damit sind alle Quechsilberverbindungen gemeint incl Thiomersal)
Und es sind auch keinerlei Krebs Zellen oder genmanipulierte Zellen in Impfstoffen enthalten.
Und vergiftet wird man von Impfstoffen nicht.
Von Infektionskrankheiten vor denen Impfstoffe schützen- da kann man allerdings vergiftet werden- ZB Pertussis Toxin, Tetanus Toxin, Diphtherie Toxin. Das sind wirklich unglaublich starke Gifte- biologisch natürlich sind sie auch

fertigprodukt
12
12.4.2011, 22:31
du solltest dir mal anschauen, wie impfstoffe hergestellt werden.

glaubst du, geschwächte viren wachsen auf bäumen?
es ist viel gift notwendig, um viren zu schwächen, es sind nährböden nötig, um sie zu züchten (krebszellen eignen sich da hervorragend dafür, man nennt sie u.a. auch hela-zellen - die initialen stammen von henriette lacks, einer dame, die einen besonders aggressiven gebärmutterkrebs hatte.)

m °u° m
12
14.4.2011, 22:40

Legen Sie sich schon wieder mit ihren "Freunden" aus der Pharmabranche an? ;)

Andreeeas
31
13.4.2011, 11:33

Nur weil bei der Herstellung Krebszellen verwendet werden, sind sie im Produkt noch lange nicht erhalten.

Sie sondern geistigen Sondermüll erster Güte ab...

fertigprodukt
11
13.4.2011, 12:21

oh doch, sie sind. wie schon weiter unten gesagt: einfach eine dosis kaufen und ab damit ins labor.

aber ich fürchte, für diesen versuch fehlt dir der mut.

Andreeeas
10
13.4.2011, 14:06

Sie wollen uns hier etwas beweisen - also haben Sie hier eine Bringschuld, nicht ich.

marty fink
11
13.4.2011, 17:46
Der User hat noch nie was bewiesen!

Das Konstrukt Beweis liegt ausserhalb seines geistigen Horizonts!

Balkonbepflanzer
11
13.4.2011, 08:32

Wenn ich mir eine Ladung HELAs versehentlich spritze, wird eher nix passieren, denn mein Immunsystem wird die Zellen als fremd erkennen. Das wäre auch so mit jeder anderen Zelllinie, wenn sie nicht aus mir selbst gewonnen worden ist.

fertigprodukt
11
13.4.2011, 12:22

schön. ich warte auf den selbstversuch und den genauen bericht darüber.

Balkonbepflanzer
00
26.4.2011, 22:15

Jeder, der in einem Labor mit Zelllinien arbeitet, hat sich wohl schon mal damit angepatzt oder sich versehentlich mit einer Kanüle gestochen. Und ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versprechen, da passiert nix. Aber das glauben Sie ja eh wieder nicht.

Andreeeas
00
14.4.2011, 21:54

Witzig, was Sie immer fordern. Wo ist denn nun dieser Laborbericht? Oder gehen wir gemeinsam einen Impfstoff analysieren (gerne unter Aufsicht, sodass man das hier danach öffentlich machen kann)?

Nein, natürlich nur den Mund aufreißen...

littlebuddha
25
11.4.2011, 07:10

bei mir haben die Allergien nach verstärkten Antibiotika-Einnahmen begonnen. Dafür brauche ich keine Studie. Aber den Pharma-Firmen gefällt das, glaub ich nicht so. Liegt ja auf der Hand warum ...

Don Vino Calzone
11
11.4.2011, 13:54

Allergien gegen die Antibiotika?

fertigprodukt
53
11.4.2011, 13:36

auffallend viele babys bekommen zwischen 3 und 5 monaten ihre ersten allergieanfälle. genau in der zeit, in der man beginnt zu impfen.

m °u° m
00
14.4.2011, 14:03

Haben Sie dazu einen Link?

fertigprodukt
00
15.4.2011, 15:58

die kiggs-studie gibt eindeutige aufschlüsse darüber.

Beim Barte des Proleten!
20
13.4.2011, 13:42
Genau in der Zeit wo Babys mit Milupa Dreck vollgestopft werden

Fragen über Fragen.

Beim Barte des Proleten!
12
13.4.2011, 13:41
Auffällig viele Menschen fangen mit dem Eintritt ins Internet an viel Schwachsinn zu posten, leider verbreitet sich Unwissen/Halbwissen schneller als Wissen.

fertigdings und Konsorten tun Ihr bestes Ihr Unwissen der Allgemeinheit preiszugeben. Godesberg u andere tun Ihr bestes um diesen Schwachsinn zu bekämpfen, danke dafür. Don Quijote.

Godesberg
30
11.4.2011, 15:28

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16547964

"In conclusion, in the Dutch population, there is no indication for a higher risk of reported physician-diagnosed atopic disorders at primary schools age after Hib vaccination in the first year of life, in addition to other vaccinations."

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16368169

"The DTP-IPV vaccination was not related to reported atopic disorders at primary school age."

AntonPostBote
21
11.4.2011, 14:43
Bitte...

nur EIN Link zu so einer Studie.

Raphael Hythlodeus
21
11.4.2011, 17:27
die dame postet höchstens links auf ihre esosektenseiten...

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