Vom Studienanfang an überwiegen die Männer

9. April 2011, 08:00
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Die Führungspositionen der Fachhochschulen sind fest in Männerhand, der Frauenanteil liegt bei rund einem Drittel - Doch auch unter den Studierenden sind mehr Männer als Frauen zu finden

Mehr als die Hälfte aller StudienanfängerInnen sind in Österreich weiblich. Mit rund 45 Prozent Studentinnen liegen die Fachhochschulen unter dem österreichischen Durchschnitt. Während bei den Vollzeitstudierenden die Geschlechterverteilung noch ausgewogen ist, gibt es fast doppelt so viele Männer wie Frauen bei berufsbegleitenden Studienrichtungen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Bachelor- und Masterstudien. Beim Bachelorstudium gibt es einen Frauenanteil von knapp 50 Prozent, beim Masterstudium beträgt der Anteil nur noch ein Drittel.

Bei den Gesundheits- und Sozialwissenschaften gibt es die meisten weiblichen Studienanfänger. Mit nur fünf Prozent weiblichen Studierenden sind bei den Militär- und Sicherheitswissenschaften die wenigsten Frauen zu finden.

Interessant ist auch das Alter im Zusammenhang mit der Geschlechterverteilung unter StudienanfängerInnen. Mit zunehmendem Alter erhöht sich der Männeranteil. Die meisten FH-StudienanfängerInnen sind zwischen 21 und 25 Jahre alt. In dieser Altersklasse ist das Geschlechterverhältnis ausgewogen. Doch schon in der nächsten Altersklasse, also zwischen 26 und 30 Jahren, ist nur noch ein Drittel aller StudienanfängerInnen weiblich.

Beim akademischen Personal an Fachhochschulen dominieren die Männer. Die letzten Zahlen der Fachhochschulkonferenz (FHK) stammen zwar aus dem Jahr 2009, aber mit gut einem Viertel weiblicher Lehrender fällt auch hier die Geschlechterverteilung zugunsten der Männer aus. Zählt man die Lehr- und Forschungsassistenten dazu, erhöht sich der Frauenanteil um wenige Prozent. Im Vergleich dazu beträgt der Frauenanteil an öffentlichen Universitäten in Österreich 39 Prozent des akademischen Personals. In der Gruppe der Professoren und Professorinnen sind die Frauen aber nur mit 19 Prozent vertreten, so die Daten der Statistik Austria.

Wenige Frauen an der Spitze

Bei den Führungspositionen setzt sich dieser Trend fort. Von 229 Studiengangsleitern sind nur 74 weiblich, so die Zahlen der FHK. Ein Fachhochschulrektorat bekleiden nur zwei Frauen. An der IMC FH Krems ist Eva Werner seit Jänner letzten Jahres Rektorin, Barbara Schmid ist seit Juli 2010 Rektorin der FH St. Pölten. Insgesamt beträgt der Frauenanteil 39 Prozent. Anzumerken ist, dass in der Gruppe der Professoren und Professorinnen die Frauen nur mit 19 Prozent vertreten sind.

Das Verwaltungspersonal der Fachhochschulen zeigt bei der Geschlechterverteilung zumindest bei der Gesamtbetrachtung ein umgekehrtes Bild. Aber auch hier nimmt der Anteil in der Führungsebene ab: Unter den 30 GeschäftsführerInnen finden sich nur elf Frauen. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Printausgabe 9./10.4.2011)

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