Gold und Silber auf historischen Höchstständen

15. April 2011, 15:44
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel

In der abgelaufenen Woche notierten die US-Leitindizes geringfügig schwächer. Der S&P 500 verlor 1,4%, der Nasdaq Composite 1,3% und der Dow Jones 1%. Die meisten Sektoren waren im Minus. Die schwächsten Performances wiesen Aktien aus den Bereichen Baumaterialien (-5,1%), Autozulieferer sowie Banken, (jeweils -4,4%) auf. Die besten Sektoren waren Biotechnologie (+2,4%), Lebensmittel/Getränke/Tabak (+1,5%) und
Pharma (+1%).

Gold und Silber notieren aktuell auf historischen Hochständen, was allerdings aufgrund der anhaltenden Kaufkraftverluste von Fiat-Money-Währungen nicht verwunderlich ist. Auch Kuponzahlungen von USStaatsanleihen können die Wertminderungen des eingesetzten Kapitals nicht kompensieren. Das Resultat sind negative Realrenditen. Jeder ökonomisch rational denkende Investor kann in einer solchen Situation nur mittels Kauf von Aktien oder Edelmetallen, Rohstoffen bzw. wertstabilen Sachwerten (z.B. Diamanten) oder geeigneten (!) Immobilien die laufende Wertminderung seines Kapitals verhindern.

Solange in den USA negativen realen Renditen vorherrschen, wird die relative Stärke von Aktien (bzw. auch von Edelmetallen) anhalten. Es ist absehbar, dass aufgrund der horrenden US-Staatsverschuldung und der direkten Monatarisierung von Staatsanleihen durch die FED, die Inflationsraten längerfristig höher sein werden als die Renditen von Staatsanleihen. In einem freien Markt würden sich die Renditen dieser festverzinslichen Wertpapiere sehr rasch der Inflationsraten annähern und diese dann zumindest etwas überschreiten. Das Eingreifen der Federal Reserve Bank (QE) verhindert diesen Vorgang, der in einer freien Marktwirtschaft üblich wäre. Das ist ein bemerkenswertes Faktum, welches einen geringen Spielraum für die Interpretation der zugrunde liegenden Ideologie zulässt. Oder anders ausgedrückt: Wenn die Bildung von freien Marktpreisen verhindert wird, gibt es nicht nur davon Begünstigte, sondern auch Geschädigte. In konkreten Fall erleiden die Inhaber von Staatsanleihen den Schaden, weil sie ohne Eingriffe der FED die Anleihen billiger kaufen könnten und so höhere Renditen erzielen würden.

Kein Wunder also, dass sich die Anleger verstärkt den Aktien zuwenden. Der Wert einer Beteiligung ist eben nicht vom Versprechen einer Regierung auf Rück- bzw. Kuponzahlung und Beeinflussung durch eine marktbeherrschende Zentralinstanz abhängig. Erfolgreiche Unternehmen steigern ihren Wert durch profitables Wirtschaften ihrer Mitarbeiter im Interesse der Kunden. Wie zum Beispiel bei Alcoa. Die Berichtssaison hat nun mit der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses von Alcoa begonnen. Der Nettogewinn erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 20% auf USD 309 Mio., die Erlöse stiegen ebenfalls um 22%. Die stärksten Zuwächse gab es im Automobilbereich, die geringsten hingegen im Baubereich. Die Aktie zeigt in diesem Jahr eine geringe Outperformance vs. dem S&P 500, dies jedoch mit deutlich erhöhter Volatilität. Google bleibt ebenfalls weiterhin erfolgreich. Die Umsätze erreichten im letzten Quartal eine Höhe von USD 6,3 Mrd. (+29%). Der Nettogewinn legte um 18% auf 2,3 Mrd. zu. Deutlich höhere operative Kosten waren der Grund für den prozentuell geringeren Gewinnanstieg. Mittelfristig kann jedoch wieder mit Gewinnanstiegen im Einklang mit den Umsatzanstiegen gerechnet werden.

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