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Im Weimar trifft man auf Liszt in diversester Form: Man kann Büsten betrachten, Museen und Konzerte besuchen, aber auch Liszt-Spieluhren und Liszttaschen erstehen.
Informationen:
www.weimar.de
www.liszt-2011.de
Es ist einerlei, wo man in Weimar seine Rostbratwurst (eine lokale Attraktion) konsumiert. Für ein kitschiges kulturell-kulinarisches Simultanerlebnis empfiehlt sich allerdings der Marktplatz vor dem Hotel Elefant. Da sieht man auf einer Terrasse zwei vanillegelbe Figuren, ein Pärchen, welches daran gemahnt, dass in Weimar die Bauhaustradition begründet wurde.
Zu sehen ist Architekt Walter Gropius mit seiner Alma, die einst auch mit Gustav Mahler verheiratet war - ein kurioser Anblick. Allerdings ist Weimar so prallvoll von Kulturgeschichte, dass eine solch naive "Kunstäußerung" entspannend wirkt. Kann man brauchen. Welche Richtung man nämlich vom Hotel Elefant aus, das auch eine Udo-Lindenberg-Suite anbietet, einschlägt - es bleibt bei der Begegnung mit geschichtsträchtigen Erscheinungen. Nicht nur mit Goethe, Schiller, Bach oder Liszt, der heuer aus Anlass seines 200. Geburtstages besonders dominiert. Gleich in der Nähe des Hotels ist etwa ein Café, in dem Marlene Dietrich (ab 1918 studierte sie in Weimar Geige) saß und einmal nicht liquid war. Es geht die Mär, sie hätte dann eine goldene Uhr verpfändet, um die Rechnung zu begleichen.
Solche Methoden hatte Franz Liszt (1811-1886) nicht nötig. Als er in Weimar seinen Job als Hofkapellmeister antrat, war er der Klaviervirtuose Europas und mehr auf Sesshaftigkeit aus als auf Geld. Hier komponierte er unter der Bewachung seiner Herzensdame Carolyne zu Sayn-Wittgenstein, die ihm eine gewisse Faulheit attestierte, einen Großteil seiner Werke. Hier dirigierte er Neuheiten und machte aus Weimar ein Zentrum der Musikinnovation, wenngleich er 1861 frustriert wegzog, um später als Meisterschüler empfangender alter Herr 1869 zurückzukehren.
Diese zweite, pädagogisch wertvolle Weimar-Phase ist anhand der Wohnung am Park an der Ilm, wo auch ein Liszt-Denkmal steht, zu erleben. Vom Haus aus, das ein tolles Liszt-Museum birgt, sieht man heuer auch fliegende Notenblätter sich in nahen Bäumen verfangen. Künstler haben imaginiert, Liszt hätte sie ans offene Fenster seiner Wohnung zum Trocknen gelegt. Dabei wären sie vom Wind verweht worden.
Dies bleibt natürlich heuer nicht das einzige zeitgenössische Statement in Sachen Liszt. Unzählige Konzerte werden in diesem Jahr abgehalten, und Liszts Ururenkelin, Nike Wagner, gab für ihr Kunstfest Peterinages (19. 8. bis 11. 9.) einige Uraufführungen in Auftrag. Natürlich, die Liszt-Erinnerung dominiert. Es naht die große Landesausstellung (ab 24. 6.), und selbst wer plant, einfach so nach Weimar zu kommen, und zufällig im Hotel Russischer Hof absteigt, trifft Liszt. Gleich nach dem Eingang steht man auf einem großen "Taler", auf dem "Bon Soir, Ihr Lieben" steht. Das war jener Satz, mit dem Liszt einst Clara und Robert Schumann begrüßte. Liszt ist also überall. (Ljubisa Tosiæ/DER STANDARD/Printausgabe/09.04.2011)
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wenn der gute alte Liszt Ferencz mit vornamen "Peter" geheißen hätte, ließe ich mir die wortschöpfung ja noch eingehen.
aber natürlich heißt das kunstfest "pèlerinages".
und abgesehen davon: der ganze artikel wirkt etwas hingeschludert (sowohl inhaltlich als auch sprachlich).
ps:
Weimar lohnt sich immer! auch ohne Liszt ;o)
Kleiner, später Nachtrag: Die Rostbratwurst, oder allgemein "Thüringer" genannt, ist sicher keine "lokale" Attraktion, sondern im Osten weit verbreitet (die Standl gibt es überall).
Ist einfach eine Bratwurst, die mehr nach Kümmel schmeckt, im Gegensatz zur Nürnberger (Majoran). Und grösser und damit brötchentauglicher ist sie auch.
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